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Überstunden abgelten

K
von @Krzysztof
Karriere & Beruf

Wie dokumentiere ich meine Mehrarbeit rechtssicher und fordere Freizeitausgleich oder Bezahlung ein?

Projekt-Plan

8 Aufgaben
1.

Suche in deinen Unterlagen nach Klauseln wie 'Ausschlussfristen' oder 'Verfallklauseln'.

  • In Deutschland müssen diese mindestens 3 Monate betragen.
  • Notiere dir das exakte Datum, bis zu dem du Ansprüche rückwirkend geltend machen kannst.
  • Prüfe auch, ob Überstunden pauschal mit dem Gehalt abgegolten sind (oft unwirksam, wenn nicht exakt beziffert, z.B. 'bis zu 10 % der Arbeitszeit'). Erledigt, wenn: Die geltende Frist (z.B. 3 Monate) und die Gültigkeit der Abgeltungsklausel schriftlich für die weitere Planung notiert sind.
2.

Nutze eine spezialisierte App, um die gesetzliche Pflicht zur Arbeitszeiterfassung (gemäß BAG-Urteil 1 ABR 22/21) umzusetzen.

  • Konfiguriere deine Sollarbeitszeit.
  • Erfasse ab sofort jede Minute Mehrarbeit.
  • Nutze die Notizfunktion, um den Grund (z.B. 'Projekt-Deadline X') und den Anordner (z.B. 'E-Mail von Chef Y') zu hinterlegen. Erledigt, wenn: Die App eingerichtet ist und der erste Arbeitstag minutengenau geloggt wurde.
3.

Gehe dein E-Mail-Postfach und deinen Kalender (Outlook/Google) durch.

  • Erstelle eine Excel-Liste mit: Datum, Beginn, Ende, Pause, Netto-Überstunden und Tätigkeit.
  • Sichere Beweise: Speichere E-Mails, in denen Mehrarbeit angeordnet oder 'geduldet' wurde (z.B. 'Kannst du das noch fertig machen?'). Erledigt, wenn: Eine vollständige Tabelle als PDF-Export für den Zeitraum der Ausschlussfrist vorliegt.
4.

Schreibe einen Brief an die Personalabteilung/Geschäftsführung.

  • Inhalt: 'Hiermit mache ich meine Mehrarbeit im Umfang von [Anzahl] Stunden aus dem Zeitraum [Datum bis Datum] geltend.'
  • Fordere explizit Freizeitausgleich oder Auszahlung (je nach Vertragswunsch).
  • Setze eine Frist zur Bestätigung von 14 Tagen.
  • Beziehe dich auf § 3 ArbZG und die Dokumentationspflicht des Arbeitgebers. Erledigt, wenn: Das unterschriebene Schreiben versandbereit im Umschlag liegt.
5.

Gehe zur Post und versende den Brief als Einwurf-Einschreiben.

  • Dies ist rechtssicher, da der Postbote den Einwurf in den Briefkasten dokumentiert.
  • Bewahre den Einlieferungsbeleg zusammen mit einer Kopie des Schreibens auf. Erledigt, wenn: Der Einlieferungsbeleg sicher in deinem Ordner 'Beruf' abgelegt ist.
6.

Sende eine Kalendereinladung für ein 30-minütiges Gespräch.

  • Betreff: 'Abstimmung zum Überstundenkonto'.
  • Ziel: Einigung über den Modus des Abbaus (z.B. 'Jeden Freitag ab 13 Uhr frei').
  • Bereite dich darauf vor, die Notwendigkeit der Stunden anhand deiner Liste zu belegen. Erledigt, wenn: Der Termin im Kalender beider Parteien bestätigt ist.
7.

Prüfe nach dem Gespräch und dem Schreiben deine Abrechnung oder dein Zeitkonto im Firmensystem.

  • Wurden die Stunden korrekt gutgeschrieben oder ausgezahlt?
  • Achte darauf, dass keine Stunden 'gekappt' wurden. Erledigt, wenn: Die Abrechnung mit deiner persönlichen Aufstellung übereinstimmt.
8.

Sollte der Arbeitgeber die Stunden ablehnen:

  • Kontaktiere den DGB (Gewerkschaft) oder deine Arbeitsrechtsschutzversicherung (z.B. ARAG, Allianz).
  • Fordere eine Erstberatung an, um die gerichtliche Geltendmachung (2. Stufe der Ausschlussfrist) zu prüfen. Erledigt, wenn: Ein Beratungstermin wahrgenommen oder die Deckungszusage der Versicherung vorliegt.
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