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Validation

K
von @Krzysztof
Kommunikation & Soziales

Wie validiere ich die Gefühle meines Gegenübers, wenn ich eigentlich anderer Meinung bin?

Projekt-Plan

6 Aufgaben
1.

Lerne die Hierarchie der Validierung aus der Dialektisch-Behavioralen Therapie (DBT), um in Konflikten flexibel zu reagieren:

  • Stufe 1: Präsenz (Aktiv zuhören, Augenkontakt).
  • Stufe 2: Genaue Reflexion (Das Gesagte sachlich zusammenfassen).
  • Stufe 3: Gedankenlesen (Gefühle artikulieren, die nicht ausgesprochen wurden: 'Ich habe den Eindruck, du bist enttäuscht.').
  • Stufe 4: Biografie (Gefühl basierend auf der Vergangenheit des anderen validieren: 'Wegen deiner Erfahrung mit Projekt X verstehe ich, dass du jetzt skeptisch bist.').
  • Stufe 5: Normalisieren (Das Gefühl als allgemeingültig erklären: 'Jeder wäre in dieser Situation gestresst.').
  • Stufe 6: Radikale Echtheit (Sich als Ebenbürtiger zeigen, kein 'Therapeuten-Modus').

Erledigt, wenn: Du alle 6 Stufen auswendig aufzählen und zu jeder ein Beispiel für ein aktuelles Streitthema nennen kannst.

2.

Nutze die Technik aus 'Never Split the Difference', um Emotionen zu benennen, ohne sie zu bewerten. Nutze exakt diese Formeln:

  • 'Es scheint so, als ob...'
  • 'Es klingt so, als wäre...'
  • 'Es sieht so aus, als ob...'

Wichtig: Nutze niemals das Wort 'Ich' (z.B. nicht 'Ich höre, dass...'), da dies den Fokus auf dich lenkt. Schweige nach dem Label für mindestens 5 Sekunden, um dem Gegenüber Raum zu geben.

Erledigt, wenn: Du in drei verschiedenen Gesprächen (beruflich oder privat) erfolgreich ein Label gesetzt und die darauffolgende Stille ausgehalten hast.

3.

Das Wort 'Aber' löscht alles Vorangegangene aus und signalisiert Ablehnung. Nutze stattdessen 'Und', um Validierung und deine eigene Meinung nebeneinander stehen zu lassen.

  • Falsch: 'Ich verstehe, dass du wütend bist, aber wir müssen das jetzt fertig machen.'
  • Richtig: 'Ich sehe, dass du gerade extrem unter Druck stehst und wütend bist, und gleichzeitig ist es wichtig, dass wir diesen Meilenstein heute erreichen.'

Erledigt, wenn: Du an einem Tag bewusst jedes 'Aber' in einer Diskussion durch ein 'Und' ersetzt hast.

4.

Nutze bei der nächsten Meinungsverschiedenheit den Ablauf aus dem Buch 'I Hear You':

  1. Empathisches Zuhören: Lass den anderen ausreden.
  2. Validieren: Benenne die Emotion UND begründe sie ('Ich verstehe, dass du frustriert bist, weil die Kommunikation unklar war.').
  3. Erlaubnis einholen: Frage 'Möchtest du meine Sicht hören oder brauchst du gerade nur jemanden zum Zuhören?'.
  4. Erneut Validieren: Beende dein Feedback mit einer Bestätigung der Gefühle des anderen.

Erledigt, wenn: Ein Konfliktgespräch ohne Eskalation beendet wurde, weil Schritt 2 (Begründung der Emotion) explizit ausgesprochen wurde.

5.

Wiederhole einfach die letzten 1 bis 3 kritischen Wörter, die dein Gegenüber gesagt hat, mit einer fragenden Intonation.

  • Gegenüber: 'Ich bin einfach total überfordert mit diesen ganzen Deadlines!'
  • Du: 'Ganzen Deadlines?' Dies zwingt den anderen, seine Gedanken zu ordnen und signalisiert tiefes Zuhören, ohne dass du inhaltlich zustimmen musst.

Erledigt, wenn: Du in einem hitzigen Gespräch durch reines Spiegeln (mind. 3 Mal hintereinander) die emotionale Intensität des Gegenübers gesenkt hast.

6.

Reflektiere ein Gespräch, das schlecht gelaufen ist. Suche nach typischen Invalidierungs-Sätzen, die du gesagt hast:

  • 'Reg dich doch nicht so auf.'
  • 'Das war doch nicht so gemeint.'
  • 'Du bist zu empfindlich.' Schreibe für jeden dieser Sätze eine validierende Alternative auf, die du beim nächsten Mal nutzt.

Erledigt, wenn: Du 5 konkrete 'Killer-Phrasen' identifiziert und durch validierende Formulierungen in deinem Notizbuch ersetzt hast.

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