Wärmepumpe im Altbau optimieren
Anleitung: Wie stelle ich meine Wärmepumpe im Frühjahr so ein, dass sie bei steigenden Außentemperaturen am effizientesten läuft?
Projekt-Plan
Damit die Wärmepumpe effizient arbeiten kann, muss ein ungehinderter Volumenstrom gewährleistet sein.
- Drehe in allen Haupträumen (Wohnzimmer, Küche, Bad) die Thermostate auf Maximum (Stufe 5).
- Reguliere die Raumtemperatur ab jetzt ausschließlich über die Heizkurve der Wärmepumpe, nicht über die Ventile.
- Dies verhindert das ineffiziente 'Takten' (häufiges An- und Ausschalten) des Verdichters. Erledigt, wenn: Alle Thermostate in den beheizten Räumen auf Stufe 5 stehen.
Im Altbau speichert die Substanz Wärme oft schlechter als im Neubau.
- Navigiere im Menü zu 'Heizen' -> 'Sommer/Winter-Umschaltung'.
- Setze den Schwellenwert auf 12°C (gut saniert) bis 15°C (wenig saniert).
- Die Wärmepumpe schaltet den Heizbetrieb dann automatisch ab, sobald die gemittelte Außentemperatur diesen Wert überschreitet. Erledigt, wenn: Der neue Schwellenwert im System gespeichert ist.
Im Frühjahr (Übergangszeit) ist das Niveau wichtiger als die Steilheit.
- Gehe in die Fachmann-Ebene oder App (z.B. Viessmann ViCare oder Vaillant sensoAPP).
- Senke das Niveau in 1-Kelvin-Schritten ab.
- Warte 24-48 Stunden. Bleibt es warm genug, senke erneut.
- Ziel für Altbau: So niedrig wie möglich, ohne dass Komfortverlust entsteht. Erledigt, wenn: Das Niveau um mindestens 1K gesenkt wurde und die Raumtemperatur stabil bleibt.
Für Altbauten mit Radiatoren ist oft eine Steilheit zwischen 0,8 und 1,2 ideal.
- Prüfe den aktuellen Wert. Steht er über 1,5, ist er vermutlich zu hoch eingestellt.
- Reduziere den Wert testweise auf 1,0.
- Eine flachere Kurve sorgt für niedrigere Vorlauftemperaturen und einen deutlich höheren COP-Wert (Effizienz). Erledigt, wenn: Die Steilheit auf einen Wert zwischen 0,8 und 1,2 eingestellt ist.
Die Hysterese bestimmt, wie weit die Temperatur im Pufferspeicher oder Vorlauf sinken darf, bevor die WP wieder anspringt.
- Suche im Menü nach 'Hysterese' oder 'Einschaltdifferenz'.
- Erhöhe den Wert auf 10K bis 12K.
- Dies verlängert die Laufzeit pro Takt und schont den Verdichter massiv, besonders bei milden Frühjahrstemperaturen. Erledigt, wenn: Der Wert für die Hysterese auf mindestens 10K erhöht wurde.
Hohe Warmwassertemperaturen sind der Effizienzkiller im Frühjahr.
- Stelle die Zieltemperatur auf 50°C ein (ausreichend für Komfort und Hygiene im Einfamilienhaus).
- Falls ein Legionellenprogramm aktiv ist: Prüfe, ob es einmal wöchentlich reicht (meist Sonntag nachts).
- Jedes Grad weniger spart ca. 3% Energie. Erledigt, wenn: Die Warmwassertemperatur auf maximal 52°C begrenzt ist.
Nutze die wärmere Außenluft am Mittag für einen besseren Wirkungsgrad.
- Programmiere das Zeitfenster für die Warmwasserbereitung auf 11:00 bis 15:00 Uhr.
- In dieser Zeit ist die Lufttemperatur am höchsten (höherer COP) und eine eventuell vorhandene PV-Anlage liefert den meisten Strom.
- Deaktiviere die Warmwasserbereitung in der Nacht komplett. Erledigt, wenn: Das Zeitprogramm für Warmwasser im Menü hinterlegt ist.
Verschmutzte Lamellen behindern den Luftstrom und senken die Effizienz.
- Schalte die Wärmepumpe kurzzeitig aus.
- Entferne Laub, Zweige und dicke Pollenschichten vorsichtig mit einem weichen Besen oder einem Handstaubsauger.
- Spüle die Lamellen bei Bedarf vorsichtig mit einem Gartenschlauch (kein Hochdruckreiniger!) von innen nach außen ab. Erledigt, wenn: Die Lamellen der Außeneinheit sichtbar frei von Rückständen sind.
Luft im System oder zu niedriger Druck führen zu Fehlermeldungen und Effizienzverlust.
- Prüfe das Manometer (analog oder digital im Display).
- Der Druck im Altbau sollte zwischen 1,5 und 1,8 bar liegen.
- Fülle bei Bedarf Wasser über den Füllschlauch nach (beachte die VDI 2035 Richtlinie, idealerweise aufbereitetes Wasser nutzen). Erledigt, wenn: Der Druck stabil bei ca. 1,6 bar steht.