Uni-Düsseldorf
14. März 2017Aufbauseminar Einführung in die Systemtheorie
Aufbauseminar (KK): Einführung in die Systemtheorie Die Systemtheorie ist eines der zentralen Paradigmen in der Soziologie. Als soziologische Theorie beansprucht die Systemtheorie, die moderne Gesellschaft mit Hilfe eines umfassenden Bezugsrahmens zu beschreiben und soziale Zusammenhänge und gesellschaftliche Entwicklungen zu erklären....
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Die Systemtheorie ist eines der zentralen Paradigmen in der Soziologie. Als soziologische Theorie beansprucht die Systemtheorie, die moderne Gesellschaft mit Hilfe eines umfassenden Bezugsrahmens zu beschreiben und soziale Zusammenhänge und gesellschaftliche Entwicklungen zu erklären. Die soziologische Systemtheorie wurde von Talcott Parsons in den 1950er Jahren entwickelt und Ende der 1960er Jahre von der neueren Systemtheorie abgelöst, die Niklas Luhmann ausgearbeitet hat.
Die Luhmannsche Systemtheorie ist international bekannt und wird innerhalb der Soziologie und in vielen Nachbardisziplinen eingesetzt. Sie wird auch als Theorie selbstreferentieller Systeme bezeichnet und unterscheidet sich grundsätzlich von der naturwissenschaftlichen -Systemtheorie II-, zu der die Selbstorganisations- und Chaostheorien gehören (an der Heiden 1992).
Ziel dieses Hauptkurses ist eine systematische Einführung in die soziologische Systemtheorie Luhmanns. Die Veranstaltung konzentriert sich auf die Vorlesungsmitschrift -Einführung in die Systemtheorie- (2002) aus dem WS 1991/92, die Luhmann später in seinem Hauptwerk -Die Gesellschaft der Gesellschaft- (1997) ausgebaut hat.
In dem Hauptkurs besprechen wir die Kapitel aus -Einführung in die Systemtheorie- nacheinander. Die Vorstellung durch die Referenten und die gemeinsame Diskussion in der jeweiligen Veranstaltung sollten sich an folgenden Punkten orientieren:
• Begriffe und Begriffszusammenhänge (Modelle)
• Inhaltliche Aussagen
• Anwendungsbeispiel.
Eine erste Orientierung zu den Begriffen sollen die in der Tabelle genannten Hauptbegriffe bieten. Zum tieferen Verständnis können die Referenten die entsprechenden Kapitel aus Luhmann 1997 nachlesen (sind mit Sachregister leicht zu finden). Die Referenten erstellen zu ihrer Sitzung mindestens sechs Leitfragen, die sie bereits eine Woche vorher verteilen (Ausnahme: 2. Sitzung). Alternativ ist es auch möglich, das jeweilige Kapitel in Referatsform auszuarbeiten. Abschlussprüfungen können als Hausarbeit oder als mündliche Prüfung erbracht werden.
Wir werden die beiden ersten Kapitel zur Geschichte der Systemtheorie (Parsons, Kybernetik) überspringen und gleich mit der Luhmannschen Systemtheorie starten.
Als Hilfestellung zum Einlesen in das Buch von Luhmann (2002) wird in ILIAS (Internet) ein Text von B. Miebach hinterlegt, in dem das Luhmann-Buch zusammen gefasst wird.
Themenplan
Thema
Hauptbegriffe
Differenz, Form, Kommunikation, Re-entry
Operative Geschlossenheit/Sinn, Autopoiesis, Selbstorganisation, Kausalität
Strukturelle Kopplung, soziales/psychisches System, Evolution, Selbstsozialisation
Beobachtung, Subjekt, Beobachtung 2. Ordnung, Re-entry
Komplexität, Generalisierung, Stufenstruktur, Rationalität
Zeit, Gleichzeitigkeit, Moderne, Zeitplanung
Sinn (Medium/Form), Potenzialität, Sinnselektion, Sinndimensionen
Handlung, Emergenz, Inter-penetration, Strukturelle Kopplung
Literatu
Luhmann, N., 1997, Die Gesellschaft der Gesellschaft, 2. Bd., Frankfurt/M.
Luhmann, N., 2002, Einführung in die Systemtheorie, Heidelberg
an der Heiden, U., 1992: Selbstorganisation in dynamischen Systemen. In: W. Krohn, G. Küppers (Hg.), Emergenz: Die Entstehung von Ordnung, Organisation und Bedeutung. Frankfurt/M., 57-88.
Baraldi, C., Corsi, G., Exposito, E., (1997) 1999: GLU. Glossar zu Niklas Luhmanns Theorie sozialer Systeme. Frankfurt/M.
Berghaus, M., 2004: Luhmann leicht gemacht. Köln.
Dieckmann, J., 2004: Luhmann-Lehrbuch. München.
Kneer, G., Nassehi, A., 2000: Niklas Luhmanns Theorie sozialer Systeme. München.
Hagen, W. (Hg.), 2004: Warum haben Sie keinen Fernseher, Herr Luhmann? Berlin.
Hagen, W. (Hg.), 2009: Was tun, Herr Luhmann? Vorletzte Gespräche mit Niklas Luhmann. Berlin.
Miebach, B., 2014, Soziologische Handlungstheorie, Wiesbaden, Kap. 4.2.
Krause, D., 2001: Luhmann-Lexikon. Stuttgart.
Horster, D., 2005: Niklas Luhmann. München.
Sozialwiss. - Medien.Pol. (BA, PO 2013)
Eine erste Orientierung zu den Begriffen sollen die in der Tabelle genannten Hauptbegriffe bieten. Zum tieferen Verständnis können die Referenten die entsprechenden Kapitel aus Luhmann 1997 nachlesen (sind mit Sachregister leicht zu finden). Die Referenten erstellen zu ihrer Sitzung mindestens sechs Leitfragen, die sie bereits eine Woche vorher verteilen (Ausnahme: 2. Sitzung). Alternativ ist es auch möglich, das jeweilige Kapitel in Referatsform auszuarbeiten. Abschlussprüfungen können als Hausarbeit oder als mündliche Prüfung erbracht werden.
Universität Düsseldorf
WiSe 2015/16
Dr.
Miebach Bernhard