Uni-Siegen
14. März 2017Basismedien
Die Medienwissenschaft untersucht, wie sich die kulturspezifischen Praktiken der Kommunikation verändern. Im Zentrum des Erkenntnisinteresses steht die Entstehungsgeschichte und Funktionsweise von Informationstechnologien, medialen Gattungen, Wahrnehmungs- und Interpretationsregeln, und wie all dies in seinem Zusammenspiel das menschliche Zusammenleben auf höchst unterschiedliche...
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Jetzt Lernplan erstellenDie Medienwissenschaft untersucht, wie sich die kulturspezifischen Praktiken der Kommunikation verändern. Im Zentrum des Erkenntnisinteresses steht die Entstehungsgeschichte und Funktionsweise von Informationstechnologien, medialen Gattungen, Wahrnehmungs- und Interpretationsregeln, und wie all dies in seinem Zusammenspiel das menschliche Zusammenleben auf höchst unterschiedliche Weise prägt. Mit diesem Erkenntnisinteresse ist eine derartige Vielfalt von Gegenständen und Perspektiven verbunden, dass man leicht den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr erkennt. Die Medienwissenschaft droht an der Vielfalt ihrer Gegenstände und Perspektiven zu scheitern und in unzusammenhängende Einzeldiskussionen zu zerfallen. Verschiedentlich ist versucht worden, die Vielfalt medialer Gegenstände und Perspektiven in der Form generalisierender Medientheorien zu systematisieren. Die Medienbegriffe, die im Zentrum solcher Theorien standen, haben sich aber als entweder zu konkret oder zu abstrakt erwiesen, um die ihnen abverlangte Systematisierungsleistung zu erbringen. Das Seminar -Basismedien- unternimmt den Versuch, die Einheit des medienwissenschaftlichen Gegenstandsfeldes nicht durch einen einheitlichen Medienbegriff zu begründen, sondern durch ein System von Basismedien: Bild, Klang, Text, Zahl, Geste. Die These, die das Seminar systematisch entfalten und an Beispielen testen will, lautet: Bild, Klang, Text, Zahl und Geste bilden ein System elementarer Mittel der menschlichen Kommunikation, die – technik- und kulturspezifisch geformt, genretypisch kombiniert und institutionell eingebettet – die historisch manifesten medialen Praktiken ermöglichen. Das Seminar ist in drei Abschnitte gegliedert: Zunächst wird vor dem Hintergrund physiologischer und psychologischer Erkenntnisse eine Medientheorie der Wahrnehmung und der Interpretation entwickelt; in einem zweiten Schritt wird eine zusammenhängende Definition der Begriffe Bild, Klang, Text, Zahl und Geste erarbeitet; schließlich wird an konkreten medialen Beispielen überprüft, wie mit diesen theoretischen Ressourcen analytisch gearbeitet werden kann.
Medienwissenschaftliches Seminar
Universität Siegen
SoSe 2015
Dr.
Venus Jochen