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17. Juli 2017Bildnis und Botschaft Münzen als Medium antiker Propaganda
‚Je mehr die Menschen Augustus(münzen) in ihrer Tasche hatten, desto mehr hatte Augustus die Menschen in seiner
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Jetzt Lernplan erstellen‚Je mehr die Menschen Augustus(münzen) in ihrer Tasche hatten, desto mehr hatte Augustus die Menschen in seiner', lautet ein geflügeltes Wort der numismatisch-historischen Forschung, und das berühmte Diktum: -Dem Kaiser, was des Kaisers ist-, stellte nicht zuletzt auch eine Ablehnung des mit diesem Münzmedium transportierten fremdherrschaftlichen Inhalts und Anspruchs dar.
In einer Zeit ohne weitreichende Massenmedien konnte die auftraggebende Institution mit ihren Münzen auf Vor- und Rückseite prägnante Bild- und kurze Textbotschaften bis in den hintersten Winkel ihres Machtbereiches verbreiten - und mitunter auch deutlich darüber hinaus. Geld war seit seiner Einführung im 7. Jahrhundert vor Chr. ein stets weiter um sich greifendes Mittel alltäglichen Handel(n)s. So wundert es nicht, dass das Recht der Münzprägung zunächst fest in den Händen der Könige, Kaiser oder städtischen Regierungen freier Poleis lag.
Gerade dem Aspekt der in Bildnissen und ihrer Botschaft ‚unter das Volk gebrachten' Propaganda der - mehr oder weniger - kleinen ‚Nachrichtenübermittler', soll in der vorliegenden Grundübung an ausgewählten Beispielen nachgegangen werden. Wie versuchten die Machthaber ihre Aussagen auf knappem Raum zu verdeutlichen, welche Motive treten auf, welche Reaktionen lassen sich erkennen?
Schwerpunkte werden in der Fallbeispielanalyse dabei im Hellenismus sowie in der späten Republik und frühen Kaiserzeit gesetzt.
Einführungsliteratur:
- Chr. Howgego, Geld in der Antiken Welt. Was Münzen über Geschichte verraten, Stuttgart 2000 (bald in neuer Auflage: Mainz 2011).
- D.O. Klose, Von Alexander zu Kleopatra. Herrscherportraits der Griechen und Barbaren, Katalog der Staatlichen Münzsammlung München, München 1992.
- S. Walker / P. Higgs (Hrsgg.), Cleopatra of Egypt from History to Myth, London 2001.
- P. Wallmann, Münzpropaganda in den Anfängen des zweiten Triumvirats (43/2 v.Chr.), Kleine Hefte der Münzsammlung an der Ruhr-Universität Bochum 2, Bochum 1977.
- M. Radnoti-Alföldi, Bild und Bildersprache der römischen Kaiser. Beispiele und Analysen, Kulturgeschichte der Antike 81, Mainz 1999.
- R. Wolters, Nummi Signati. Untersuchungen zur römischen Münzprägung und Geldwirtschaft, Vestigia 49, München 1999.
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