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Uni-Kassel
14. März 2017

Blockseminar Am Ende des Pfades ist Freiheit Poetische und erzählende Texte über Freiheit und Unfreiheit in der Hebräischen Bibel

Freiheit ist biblisch gesehen nicht ein Thema unter vielen, sondern das Grundthema schlechthin. Wo Menschen in Beziehung mit ihrem Gott treten, kann Befreiung möglich werden. Die Kategorie „Freiheit“ wird in der Hebräischen Bibel mit den Substantiven „Recht und Gerechtigkeit“, „Heil“...

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Freiheit ist biblisch gesehen nicht ein Thema unter vielen, sondern das Grundthema schlechthin. Wo Menschen in Beziehung mit ihrem Gott treten, kann Befreiung möglich werden. Die Kategorie „Freiheit“ wird in der Hebräischen Bibel mit den Substantiven „Recht und Gerechtigkeit“, „Heil“ und „Friede“ sowie mit den Verben „auslösen“, „loskaufen“, „herausreißen“ und „retten“ umschrieben. Das Seminar will Einblick geben, wie die Hebräische Bibel Erfahrungen von Freiheit und Unfreiheit zur Sprache bringt. Dabei stehen zentrale Texte aus allen drei Kanonteilen (Tora, Propheten und Schriften) im Mittelpunkt des Interesses. Beginnend mit der im Buch Exodus (Tora) erzählten zentralen Befreiungserfahrung des Volkes Israels, der Herausführung aus der Knechtschaft und Sklaverei Ägyptens in ein menschenwürdiges Dasein und in die Weite der Freiheit, folgen wir in Form einer kanonischen Bibellektüre den Söhnen und Töchtern Israels auf dem Weg. Laut biblischem Erzählzusammenhang geraten sie dabei immer wieder in Situationen der Ohnmacht, Gewalt und Unterdrückung durch Fremdherrschaft, wovon u.a. das Richterbuch (Vordere Propheten) in drastischer Weise berichtet. Von einem neuen Exodus auf dem Hintergrund des babylonischen Exils als Erfahrung von Verwüstung und Zusammenbruch sprechen die Aufbruchsvisionen des Buches Jesaja (Hintere Propheten). Abschließend besingen die Psalmen (Schriften) die erlebte Zuwendung aber auch die erlittene Verborgenheit des Gottes Israels, indem sie sowohl in Form von Klage und Anklage Erfahrungen von Unfreiheit, großer Not und Bedrängnis zur Sprache bringen als auch ihren Jubel über Rettung und Befreiung erklingen lassen. In methodischer Hinsicht dienen neben kreativen Zugängen und Aktualisierungen, welche auch für den Schulunterricht adaptiert werden können, Elemente aus der Erzähltextanalyse sowie der Analyse poetischer Texte, die in kurzen Theorieteilen vorgestellt werden, als Hilfe für die exegetische Herangehensweise und Auslegung der Texte. Dem Wegcharakter des Seminars entsprechend stehen am Ende ein Rück- sowie ein Ausblick, welcher mit bibeldidaktischen Reflexionen und methodischen Impulsen für den Religionsunterricht gestaltet wird. Grüsemann, Frank, Freiheit durch Erzählen von Freiheit. Zur Geschichte des Exodus-Motivs, in: Evangelische Theologie 61(2001)2, 102 - 118. BemerkungAnmeldung bitte bis 03.05.2007 an meine E-mail-Adresse sigr.eder@uni-graz.at unter Angabe von Anschrift/Telefon, Fächer, Lehramt, Martrikelnummer. Module kath. Theologie: L3/M31,L3/M35 ev. Theologie: M3.01, M3.07 Das Seminar ist offen für Studierende nach alter Studienordnung. VoraussetzungenFür die Teilnahme am Seminar sind keine besonderen Voraussetzungen erforderlich. LeistungsnachweisVoraussetzungen für den Erwerb eines Leistungsnachweises (alte Studienordnung) - Durchgehende Anwesenheit, - Mitarbeit, - Hausarbeit. FB 01 Institut für Katholische Theologie Uni Kassel SS2007 Dr. Eder Sigrid