Uni-Kassel
14. März 2017Blockseminar dada global
dada global soll die Entstehung, Entwicklung und den -Untergang- des Dadaismus um 1920 nachzeichnen. Die Spurensuche führt über die Stationen Zürich, Berlin, Hannover, Köln nach New York und wieder zurück nach Europa. Die Hauptvertreter dieser Anti-Kunst-Bewegung werden im einzelnen vorgestellt...
Erstelle deinen persönlichen Lernplan
Wir helfen dir, diesen Kurs optimal vorzubereiten — mit einem individuellen Lernplan, Tipps und passenden Ressourcen.
Jetzt Lernplan erstellendada global soll die Entstehung, Entwicklung und den -Untergang- des Dadaismus um 1920 nachzeichnen. Die Spurensuche führt über die Stationen Zürich, Berlin, Hannover, Köln nach New York und wieder zurück nach Europa. Die Hauptvertreter dieser Anti-Kunst-Bewegung werden im einzelnen vorgestellt und ihre Werke besprochen. Hierbei ist auf die -Erfindungen- der Dadaisten wie z.B. die aleatorische Dichtung, die Fotomontage und die Assemblage einzugehen. Diskutiert werden soll, welchen Effekt der Dadaismus auf die nachfolgende Kunst gehabt hat, und ob und wo dadaistische Strategien heute noch Anwendung finden.
Entstehung des Dadaismus in Zürich: Cabaret Voltaire Schwerpunkt auf dem Berliner Dadaismus
Cabaret Voltaire 1915-1920
Berlin Dada
Hannover
Neo-Dada
anwesenheitspflicht, teilnehmerbegrenzt auf 20 Teilnehmer, Voranmeldung möglich (Bitte per E-Mail mit Angabe von Studiengang - semester, Telefonnummer, adresse melden.)
Dada-Zürich
1. Hugo Ball (1886-1927)
2. Tristan Tzara (1896-1963)
3. Marcel Janco (1895-1984)
Dada-Berlin
1. Richard Huelsenbeck (1892-1974)
Wieland Herzfelde (1896-1988)
2. John Heartfield / Helmut Herzfelde (1891-1968)
3. Johannes Baader [Oberdada] (1875-1955)
4. Hannah Hoech
5. Raoul Hausmann (1886-1971)
6. Georg Grosz (1893-1959)
Dada-Hannover
1. Kurt Schwitters (1887-1948)
Dada-Köln
1. Max Ernst (1891-1976)
2. Johannes Theodor Baargeld [Zentrodada] (1892-1927)
3.
New York
1. Man Ray
2. Marcel Duchamp
Neo Dada
1. Johns, Rosenquist, Salle
• Hans Arp (1886-1966)
• Johannes Baargeld (1892-1927)
• Emmy Hennings (1885-1948)
• Wieland Herzfelde
• Walter Mehring (1896-1981)
• Hans Richter (1888-1976)
• Cabaret Voltaire (1916) - Hugo Ball
• Phantastische Gebete (1916) - Huelsenbeck
• Dadaistisches Manifest (1918) - Huelsenbeck u.a.
• Zur Kritik der deutschen Intelligenz (1919) - Hugo Ball
• Die Karawane - Hugo Ball
• An Anna Blume (1919) - Kurt Schwitters
• Der Vogel selbdritt (1920) - Arp
• Kaspar ist tot (1920) - Arp
• Die Wolkenpumpe (1920) - Arp
• Dada-Almanach (1920) - Huelsenbeck
• En Avant Dada. Geschichte des Dadaismus (1920) - Huelsenbeck
• Um ein dadaistisches Gedicht zu machen (1920) - Tzara
• Das politische Cabaret (1920) - Mehring
• Das Ketzerbrevier. Ein Kabarettprogramm (1921) - Mehring
• Auguste Bolte (1923) - Schwitters
• Der Pyramidenrock (1924) - Arp
• Europäische Nächte (1924) - Mehring
• Sept Manifestes Dada [übersetzt: Sieben dadaistische Manifeste] (1924) - Tzara
• L'homme approximatif (1925/31) - Tzara
• Die Flucht aus der Zeit (1927) - Hugo Ball
• Arche Noah SOS (1931) - Mehring
• Die Ursonate (1922/32) - Schwitters
• Am Anfang war DADA (1972) - Hausmann
Künstler:
Zürich - Cabaret Voltaire 1915 - 1920
Cabaret Voltaire, Zürich. Hugo Ball, Emmy Hennings aus München, Tristan Tzara und Marcel Janco aus Rumänien sowie Richard Huelsenbeck aus Berlin und der Elsässer Hans Arp, welcher seit einigen Jahren in Weggis bei Luzern lebte. Ein Jahr später stiessen Sophie Taeuber (Portrait), Hans Richter, Christian Schad und Walter Serner zur Gruppe.Tristan Tzara schrieb 1922 eine Chronik über Zürich-Dada.
Berlin
Richard Huelsenbeck, Franz Jung, Wieland Herzfelde und dessen Bruder John Heartfield, Johannes Baader, George Grosz, Hannah Hoech, Walter Mehring, Raoul Hausmann. Dada Berlin war, bedingt durch die aktuelle Situation in der Stadt,politischer als die andern Dada-Gruppen. Die Berliner Gruppe provozierte mit Zeitschriften wie 'Club Dada','Der Dada' und 'Dada Almanach' welche Photo-Montagen, Manifeste und Grosz's anti-bürgerliche Karikaturen enthielten.
New York
Man Ray, Marcel Duchamp
Hannover - Merz 1919 - 1923
Dada Hannover wurde von einer Person geprägt: Kurt Schwitters ! Er war Künstler, Graphiker, Typograph und Poet welcher nach Abschluss seines Studiums an der Berliner Akademie nach Hannover zog. Er begründete seinen eigenen Dada-Stil, welchen er 'Merz' nannte. Er entdeckte diesen Begriff auf einem seiner geklebten und genagelten Bilder. Es war Teil einer Anzeige der 'KomMERZ- & Privat- Bank Hannover'.
Schwitters hatte Verbindung mit Dadaisten in Berlin (Hausmann, Hoech) und Zürich (Arp, Tzara). Er publizierte die Zeitschrift MERZ und den Gedichtband 'Anna Blume' mit Liebes-Hymnen sowie einer Auflage von 13'000 !
Schwitters errichtete in seinem Haus den 'Merzbau', einen dreidimensionalen konstruktivistischen Raum. Eine Kopie dessen (das Original wurde im 2. Weltkrieg zerstört) kann im Sprengel Museum Hannover betreten werden.
Seine Zuwendung zur Abstraktion brachte ihn in Kontakt mit denKonstruktivisten, speziell zu El Lissitzky und Theo van Doesburg. Mit Doesburg organisierte er verschiedenen Dada-Veranstaltungen in Holland. Theo van Doesburg, der Gründer von De Stijl schrieb unter den Pseudonymen (I.K. Bonset, Aldo Camini) ebenfalls Dada-Gedichte.
alleatorische Dichtung : 1[lat alea = Würfelfspiel), Bez. für eine Literatur bei deren Herstellung der Zufall als Kompositionsprinzip eine wesentl. Rolle spielt. -das eigentlicher Zentralerlebnis Dadas - Hans Richter
Assemblage: dreidimensionaler Gegenstand, der aus einer Kombination verschiedener Objekte entstanden ist .Die ersten A. schufen die Kubisten (als Erweiterung der Collage durch Objekte, Fundstücke).
Photomontage, Kombination mehrerer Photographien zu einem Simultanbild, entweder als Klebemontage (Reproduktion eines aus mahreren Photos bzw. Ausschnitten bestehenden, zusammengeklebten Bildes) oder als Lichtmontage (Vielfachbetichtungen, Einkopieren, partielles Abschwächen u.)a )
Dadaisten:
Arp, Hans (Jean), Straßburg 16.9. 1886, Basel 7.6. 1966, dt.-frz. Maler, Graphiker, Bildhauer und Dichter. 1916 Mitbegründer von Dada (Zürich; 1919/ 1920 Köln) und des Surrealismus in Paris. Später Mgl von Abstraction-Creation. Mit seiner Frau Sophie Taeuber-Arp ( ab 1921) widmete ersieh bes. dem Holzretief und der Papiercollage, auch Graphik. Ab 1930 v. a. Vollplastik (fließende Formgebung). Mit seinen >materialen Texten< auch von großem Einfluß auf die abstrakte Dichtung. W.: Gesammelte Werke, Limes Verlag
Baader Johannes 1876-1955, Oberdada
Ernst, Max, Brühl bei Köln 2 4. 1891, Paris 1. 4. 1976, frz. Maler und Plastiker dt. Herkunft. Rief 1919 den Kölner Dada (mit H. Arp) ins Leben: gehörte ab 1922 in Paris dem Kreis der Surrealisten an (1941-53 Emigration in die USA). Ausgangspunkt der Bildfindung sind oft automat. Techniken (Frottage, Grattage) sowie die Collagetechnik; bevorzugte Motive: der Vogel (Symboltier der Phantasie), der Wald (Symbol einer von lauerndem Bösen, Unheil und Tod erfüllten Welt). Ab 1928 Plastiken (v. a. Verarbeitung der Kunst der Naturvölker).
Grosz, George Berlin 26.7. 1893, ebd. 6.7. 1959, dt. Malerund Propagandamarshall, Graphiker. Mitbegründer der Berliner Dada-Gruppe: schuf in den 1920er Jahren sozialkritische Gesellschaftssatiren. u.a. die Folgen -Das Gesicht der herrschenden Klasse-, 1921: -Ecce homo-, 1922: -Der Spießerspiegel-, 1925: auch Porträts sowie Illustrationen zu Werken von H.Ball, E,Toller, B.Brecht u.)a. Lebte ab 1933 in den USA (ab 1938 amerikan. Staatsbürger), malte dort v.)a. Akte, Landschaften, Stilleben. 1959 Rückkehr nach Berlin.
Hausmann Raoul, Wien 12.7. 1886, Limoges 1.2. 1971, österr. Dadasoph, bildender Künstler und Texter. Mitglied des Berliner Dada (Photomontagen und Assemblagen aus Karton u.a. Materialien; 1933 Emigration nach Spanien, 1936 nach Frankreich.
Heartfield, John , eigtl. Helmut Herzfeld, Berlin 19.6. 1891, ebd. 26.4. 1968, dt. Photomonteur. Gründete mit seinem Bruder W. Herzfelde und G.Grosz den Malik-Verlag: als Mgl. der Berliner Dada-Gruppe (1919) entwickelte er die Photomontage zum polit. Agitationsmittel (Antikriegspropaganda).
Huelsenbeck, Richard , Frankenau 23.4. 1892 - Muralto (Tessin) 20.4. 1974, Weltdada.dt. Schriftsteller. 1916/17 Teilnahme an der Dada-Bewegung (Zürich, Berlin).Werke: Dada siegt (Schrift, 1920), Die Antwort der Tiefe (Ged., 1954), Mit Witz, Licht und Grütze(1957) (Erinnerungen,) nautilus vertag 1995
Mehring Walter, Berlin 29.4. 1896- Zürich 3 10. 1981, dt. , Schriftsteller. Zunächst expressionist. Lyrik: Mitbegründer der Berliner Dada-Sektion: 1933 Emigration, lebte 1940-53 in den USA, danach in der Schweiz. Werke.Die verlorene Bibliothek (engt. 1951, dt. 1958), Großes Ketzerbrevier (Ged., Lieder, 1974).
Schad, Christian,Miesbach 21.8. 1894,- Stuttgart 25.2 1982, dt. Maler. Mgl. der Dada-Bewegung in Zürich: u.a. Photogramme (Schadographie). Seit 1920 Vertreter der Neuen Sachlichkeit, Porträts, Akte: später z. T. vielfigurige Bilder.
Schwitters, Kurt, Hannover 20.6. 1887-Ambleside bei Kendal 8.1. 1948, dt. Malerund Schriftsteller. Faßte seine Arbeit unter dem Begriff Merzkunst zusammen, zw. Merzdichtung (u.)a.Anna Blume, 1919), Merzbildern und Merzbauten (u.)a. in Hannover(Merz nach Ende des Wortes Kommerz auf einer Collage).
Tzara, Tristan, * MoinesSti 16. 4. 1896, Paris 25. 12. 1963, frz. Schriftsteller rumän. Herkunft. Mitbegründer des Dada in Zürich: ab 1917 Hg. der Zeitschrift .'Dada/; ab 1920 in Paris, v. a. Surrealist. Lyrik.
Picabla ,Francis 1879 Paris-1953 Paris, Maler u. Dichter
Duchamp, Marcel Blainville-Crevon bei Rouen 28.7. 1887 - Neuilly-sur-Seine 2.10. 1968, frz. Maler, Objekt-und Konzeptkonstier. Begann als Maler mit kubist. Kompositionen, in die er die Bewegungsdimension einführte. Stellte ab 1913 handelsübl. Gegenstände (Readymades) als Kunstgegenstände aus.
Ray, Man Philadelphia 27.8 1890, Paris 18.11. 1976, amerikan. Objektkünstler, Photograph und Maler. Mitbegründer der NewYorker Dadaistengruppe: 1921-40 und ab 1951 in Paris. Ein sehr bekanntes Objekt ist sein Bügeleisen mit Reißnägeln (1921). Früher Vertreter der experimentellen Photographie (Rayogramme): avantgard Filme (Le retour ä la raison, 1923,L'etoile de mer, 1928).
Kunsthochschule Kassel
Uni Kassel
SS 2009
Dr.
Geilert Gerald