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Uni-Kassel
14. März 2017

Blockseminar Es war einmal 8230 Märchenillustration im 19 Jahrhundert

Die beginnende Märchenillustration des 19. Jahrhunderts konnte noch nicht auf etablierte Bildformen zurückgreifen. Es gab bis dato generell keine etablierte Illustrationstradition, auf die deutsche Künstler hätten zurückgreifen können. Anders als in Groß Britannien, wo man auf die Tradition der Karikatur...

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Die beginnende Märchenillustration des 19. Jahrhunderts konnte noch nicht auf etablierte Bildformen zurückgreifen. Es gab bis dato generell keine etablierte Illustrationstradition, auf die deutsche Künstler hätten zurückgreifen können. Anders als in Groß Britannien, wo man auf die Tradition der Karikatur zurückgreifen konnte, musste eine deutsche Märchenillustration erst entwickelt werden. Zu Beginn der Märchenillustration war das Bild noch stark vom jeweiligen Märchen-Text abhängig. Im Laufe der Zeit allerdings setzte eine Emanzipation des Bildes vom geschrieben Wort ein. -Buchbestimmend [war] […] dann nicht länger der Text, sondern das die Geschichte interpretierende Bild.-(Freyberger; Regina: Märchenbilder – Bildermärchen. 76). Dies setzt aber u.a. voraus, dass ein Text hinreichend bekannt ist. Mit dem Erfolg der Kleinen Ausgabe der KHM (Kinder- und Hausmärchen) erreichten bestimmte Märchen einen solchen Popularitätsgrad, dass bestimmte Schlüsselszenen nunmehr – auch ohne gleichzeitige Lektüre des betreffenden Märchens – mühelos erkannt werden konnten. Um 1850 hatten sich bestimmte Märchenstoffe solchermaßen etabliert und einen allgemeinen Bekanntheitsgrad erreicht, als dass Schlüsselszenen problemlos identifiziert werden konnten. Das Seminar nun beschäftigt sich mit den Anfängen und der Entwicklung einer solchen Märchenillustration im deutschen Raum. Daneben werden verschiedene -Erscheinungsformen- der Märchenillustration behandelt – wie etwa Einzelbilder, Arabesken, Bildzyklen, Simultanbilder, der (sequentielle) Bilderbogen etc. Eine weitere Rollen spielen die unterschiedlichen Motive, die jeweilige Szenenwahl – Auslassungen und Schwerpunksetzungen – und das Kennenlernen sowie die Analyse und von Schlüsselszenen in Rotkäppchen, Sneewittchen und Co. Auch die spezifische Ausgestaltung der Märchenwelten, des Bildraums und seine Ansiedelung in bestimmten Zeiten oder Milieus wird thematisiert werden. So sollen die Illustrationen von Moritz Schwind, Eugen Napoleon Neureuther, Paul Mohn, Otto Speckter, Ludwig Richter , Leopold Völlinger , Franz von Pocci oder Ludwig Emil Grimm usw. kennengelernt werden. Module: BA 1.0: I b1; II b1/c; Vb/c BA 2.0: I b/c; II b/c; IV b Kunsthochschule Kassel Teilnahmevoraussetzungen: Regelmäßige Anwesenheit, Übernahme eines (Ko-)Referates und (bei benotetem Leistungsnachweis) schriftliche Hausarbeit. Uni Kassel WiSe 2014/15 M.A. Beisheim Swantje M.A