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Uni-Kassel
14. März 2017

Blockseminar Feministische Politische Theorie

Die feministische Kritik an der Konstruktion des allgemeinen politischen Handlungssubjekts, welches unausgesprochen weiß, männlich, ohne Behinderungen ist und in den meisten Fällen aus der Mittelklasse des industriellen, globalen Nordens stammt, ist ein zentrales Element Politischer Theorie. Denn die Reflexion auf...

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Die feministische Kritik an der Konstruktion des allgemeinen politischen Handlungssubjekts, welches unausgesprochen weiß, männlich, ohne Behinderungen ist und in den meisten Fällen aus der Mittelklasse des industriellen, globalen Nordens stammt, ist ein zentrales Element Politischer Theorie. Denn die Reflexion auf die unsichtbare Kodierung von Sprecher_innenpositionen und der damit verbundenen Handlungsoptionen gehört zu den Voraussetzungen des Nachdenkens darüber, wie politische Handlungsfähigkeit hergestellt wird. Wer handelt politisch? Und nach welchen Maßstäben wird dieses -Politische- beurteilt und festgestellt? Im Seminar sollen feministische Positionen erarbeitet und diskutiert werden, die ein Verständnis des politischen Subjekts eröffnen, das nicht als politische Abstraktion, gefühls- und körperlos durch die Welt schwebt, sondern welches in hohem Maße situiert und zudem aus den Bedingungen seiner Konstitution nicht herauszulösen ist. Für das Kernstudium der Lehramtsstudiengänge ist dieses Seminar insofern geeignet, als es wichtig für zukünftige Lehrer_innen ist, auf die Bedeutung von Sprecher_innenpositionen zu reflektieren. In der Schulpraxis sind Lehrer_innen in ihrer Lehrtätigkeit permanent auch mit Konflikten unter ihren Schüler_innen, und zwischen Schüler_innen und Kolleg_innen bzw. ihnen selbst konfrontiert. Dabei ist es wichtig, dass Lehrer_innen die in der Alltagspraxis automatisch erfolgende geschlechtliche Kodierung solcher Konflikte ebenso erkennen wie auch eventuelle Gründe für Konflikte, die mit einer geschlechtlichen Kodierung des Schulalltags bzw. mit unterschiedlichen Stellungen der Beteiligten in das gesellschaftliche Geschlechterverhältnis verbunden sind. Das Seminar findet als Blockseminar statt. Die Literatur wird zu Beginn des Seminars ergänzt. Gelesen werden wird u.a. folgende Literatur: Beauvoir, Simone: Das andere Geschlecht. Sitte und Sexus der Frau. Hamburg 1992 [1951]. Die Philosophin »Beauvoir, Simone: 50 Jahre das Andere Geschlecht.« Forum für feministische Theorie und Philosophie 20/1999. Becker-Schmidt, Regina & Knapp, Gudrun Axeli (Hg.) Feministische Theorien. Hamburg 2000. Butler, Judith: Die Macht der Geschlechternormen. Frankfurt am Main 2009. Irigaray, Luce: Das Geschlecht, das nicht eins ist. Berlin 1979. Knapp, Gudrun-Axeli: »Intersectionality« – ein neues Paradigma feministischer Theorie? Zur transatlantischen Reise von »Race, Class, Gender« In: Feministische Studien, Heft 01/2005, S. 68-81. List, Elisabeth & Studer, Gerlinde (Hg.): Denkverhältnisse. Feminismus und Kritik. S. 37-65. Frankfurt 1989. Preciado, Beatrice kontrasexuelles Manifest. Berlin 2003. West, Candace, Zimmerman, Don H.: Doing Gender. In: Gender &Society, Vol. 1 No. 2, June 1987, S. 125-151. FB 05 Gesellschaftswissenschaften Uni Kassel SoSe 2015 Politik und Wirtschaft Politikwissenschaften HF König Julia