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Uni-Kassel
14. März 2017

Blockseminar Keine Geschichte ohne Raum Rekonstruktion von Vergangenheit in Theater und Film 8220

Bjoerling@gmx.de mail@thomasknuevener.net Historische Ereignisse sind untrennbar mit dem Ort verbunden, an dem sie stattgefunden haben. Was beispielsweise bei grossen Schlachten oder Entdeckungen noch unmittelbar einleuchten mag, gilt jedoch ebenso fuer nahezu jedes geschichtliche Geschehen, ob es nun ein Vertragsabschluss, eine...

Was lernst du wirklich?

Dieses Seminar beleuchtet, wie eng historische Ereignisse mit den Orten und Räumen verbunden sind, an denen sie stattfanden. Wir untersuchen, wie Theater und Film diese historischen Schauplätze rekonstruieren, um vergangene Geschichten zu erzählen. Dabei hinterfragen wir kritisch, wie authentisch solche Darstellungen sind und welche Botschaften oder Geschichtsbilder sie vermitteln wollen.

Das wirst du lernen

  • Die untrennbare Verbindung zwischen historischen Ereignissen und ihren räumlichen Kontexten verstehen.
  • Methoden und Herausforderungen der Rekonstruktion historischer Schauplätze in Theater und Film analysieren.
  • Kritisch hinterfragen, wie authentisch und vollständig vergangene Lebenswelten in visuellen Medien dargestellt werden können.
  • Die Absichten und Geschichtsbilder erkennen, die sich hinter filmischen und theatralischen Rekonstruktionen verbergen.
  • Anhand konkreter Beispiele die Entwicklung und Wirkung raumbezogener Geschichtsdarstellung in verschiedenen Epochen nachvollziehen.

Passende Berufsfelder

Film- und Fernsehproduktion (z.B. als historischer Berater oder im Szenenbild)Theater und Dramaturgie (z.B. in der Recherche oder Bühnenbildgestaltung)Kulturjournalismus und MedienanalyseMuseums- und AusstellungsgestaltungWissenschaft und Forschung (Geschichts-, Medien-, Theaterwissenschaft)

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Offizielle Kursbeschreibung

Bjoerling@gmx.de mail@thomasknuevener.net Historische Ereignisse sind untrennbar mit dem Ort verbunden, an dem sie stattgefunden haben. Was beispielsweise bei grossen Schlachten oder Entdeckungen noch unmittelbar einleuchten mag, gilt jedoch ebenso fuer nahezu jedes geschichtliche Geschehen, ob es nun ein Vertragsabschluss, eine Kroenung, ein Attentat oder eine Revolution ist. Die Maechtigen wussten seit jeher um die Bedeutung von Ort und Raum fuer ihr politisches Handeln. Folglich waehlten sie die Staetten ihres Tuns sorgfaeltig aus und liessen Gebaeude, Plaetze, ja ganze Staedte als sichtbaren Beweis und Symbol ihrer Macht erbauen. Zwar spricht die Geschichtsschreibung gern von -Leidenswegen-, -Tatorten- oder -Schauplaetzen- und gebraucht damit eine Vielzahl raeumlicher Ausdruecke, doch hat die Geschichtswissenschaft die Relevanz von Architektur und Landschaftsgestaltung fuer ihren Forschungsgegenstand lange vernachlaessigt. Erst die visuellen (Massen)Medien Theater und Film haben den Blick wieder verstaerkt auf die Interdependenz von Geschichte und Raum gelenkt. Denn wollen Theater oder Film Geschichten aus vergangenen Zeiten auf die Buehne oder die Leinwand bringen, muessen sie im Dienste einer zumeist intendierten Authentizitaetsfiktion auch die historischen Schauplaetze der jeweiligen Ereignisse als Kulisse rekonstruieren. Doch wie genau und vor allem wie vollstaendig lassen sich die Materialitaeten vergangener Lebenswelten ueberhaupt rekonstruieren? Was sagen die Ergebnisse ueber die jeweilige Entstehungszeit einer Inszenierung oder eines Films und ihr Geschichtsbild aus? Und welche Absichten in der Vermittlung und Deutung der geschichtlichen Ereignisse verbergen sich dahinter? Diesen und weiteren Fragen versucht das Block-Seminar anhand zahlreicher Beispiele von den zwischen 1874 und 1890 in fast ganz Europa gezeigten Klassiker-Auffuehrungen der Meininger ueber die Monumentalfilme aus Hollywoods Glanzzeit und die italienischen Sandalenfilme bis hin zu aktuellen Blockbustern sowie exemplarischen Inszenierungen des modernen Regietheaters auf den Grund zu gehen. FB 05 Gesellschaftswissenschaften Uni Kassel WS 2008/2009 Geschichte HF Dipl.-Ing. M. Arch. Knüvener Thomas M Arch