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Uni-Kassel
14. März 2017

Blockseminar mit Einführungssitzung Einführung in die kritische Arbeitssoziologie

Der massive Einsatz von Kurzarbeit und die hohe südeuropäische Arbeitslosigkeit in Folge der Finanzmarktkrise, eine Selbstmordreihe von Mitarbeitern der französischen Télécom 2009, Betriebsunfälle in asiatischen Textilfabriken mit zahlreichen Opfern, steigende Arbeitsunfähigkeitsquoten aufgrund neuartiger psychischer Arbeitsbelastungen wie burn out oder die...

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Der massive Einsatz von Kurzarbeit und die hohe südeuropäische Arbeitslosigkeit in Folge  der Finanzmarktkrise, eine Selbstmordreihe von Mitarbeitern der französischen Télécom 2009, Betriebsunfälle in asiatischen Textilfabriken mit zahlreichen Opfern, steigende Arbeitsunfähigkeitsquoten aufgrund neuartiger psychischer Arbeitsbelastungen wie burn out oder die Tatsache, dass in Deutschland der Anteil atypischer Beschäftigung weiter steigt, lassen vermuten, dass es sich bei Arbeit als der einstigen Zentralkategorie kritischer Sozialwissenschaft nicht um ein thematisches Auslaufmodell handelt. Tertiarisierung, Prekarisierung, Flexibilisierung, Emotionsarbeit, Entgrenzung und Subjektivierung von Arbeit sind dabei nur einige der häufig anzutreffenden Schlagworte, wenn es um den Wandel der Arbeitsgesellschaft seit Mitte der 70er Jahre geht. Und trotz grundlegender Veränderungen spricht doch einiges dafür, alle Arbeitsformen, die von Kapital abhängig sind, als Lohnarbeit zu begreifen und sie hinsichtlich der Fragen zu kritisieren, warum Arbeit krank machen kann, welche Widerstandsformen sie zeitigt und welche Ansprüche an sie von Seiten der Beschäftigten gestellt werden. Das Seminar versteht sich als Einführung in die kritische Arbeitssoziologie. Das heißt: Arbeit und ihre Kritik stellen die zentralen Diskussionsgegenstände dar. Dabei sollen sowohl ausgewählte Klassiker und neuere Ansätze arbeitssoziologisch relevanter kritischer Gesellschaftstheorien, als auch aktuelle Topoi kritischer Arbeitsforschung vorgestellt und diskutiert werden.   Das Seminar ist als Blockveranstaltung konzipiert. Die Teilnahmevoraussetzungen stellen die Übernahme eines Sitzungsreferates und das Lesen der Seminarliteratur dar. Vorkenntnisse über Arbeitssoziologie und Gesellschaftstheorie sind erwünscht, stellen jedoch keine notwendige Teilnahmebedingung dar. FB 05 Gesellschaftswissenschaften Uni Kassel WiSe 2015/16 Soziologie HF Haubner Tine