Uni-Kassel
14. März 2017Blockseminar mit Einführungssitzung Wie schreibt man die Biografie einer Stadt Ein Seminar zur Stadtgeschichte im 20 Jahrhundert am Beispiel Wolfsburgs
Blockveranstaltung mit Exkursion: eine Art Vorbesprechung (eintägig) zu Beginn des WiSe (evtl an einem Freitag Ende Oktober), auf der neben allgemeinen Fragen auch Arbeitsaufträge/Referate/Hausarbeiten vergeben werden, zwei Tage Exkursion nach Wolfsburg im November oder Dezember (vor Ort können die Arbeitsaufträge...
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Jetzt Lernplan erstellenBlockveranstaltung mit Exkursion: eine Art Vorbesprechung (eintägig) zu Beginn des WiSe (evtl an einem Freitag Ende Oktober), auf der neben allgemeinen Fragen auch Arbeitsaufträge/Referate/Hausarbeiten vergeben werden, zwei Tage Exkursion nach Wolfsburg im November oder Dezember (vor Ort können die Arbeitsaufträge vertieft werden), ein Freitag im Januar als Abschluss, auf dem die Ergebnisse in Kurzvorträgen vorgestellt und diskutiert werden
Zielgruppe:
Fortgeschrittene Studierende, die interdisziplinär interessiert sind
Kommentar:
Die durch Regierungsbeschluss des Oberpräsidenten von Hannover am 1. Juli 1938 gegründete -Stadt des KdF-Wagens bei Fallersleben- stellt eine der wenigen Stadtneugründungen in Deutschland im 20. Jahrhundert dar. Die hochtrabenden Pläne einer nationalsozialistischen Mustersiedlung mit Aufmarschplätzen, komfortablen Siedlungshäusern und monumentalen Parteibauten waren nur in kümmerlichen Ansätzen verwirklicht worden. Die Stadt blieb ein Torso und stellte sich bei Kriegsende als hässlicher Komplex von Barackenlagern dar. Schon bald nach dem Zusammenbruch erfolgte der wundersame Aufstieg der am 25. Mai 1945 auf Beschluss der Stadtverordnetenversammlung in -Wolfsburg- umbenannten Stadt. Ihre Nachkriegsentwicklung war durch ein außerordentlich dynamisches Wachstum gekennzeichnet: Die Einwohnerzahl explodierte und neue Wohnviertel wurden aus dem Boden gestampft.
Das Seminar versucht, diese Wandlung von der nationalsozialistischen Vorzeigegemeinde zum demokratischen Gemeinwesen nachzuzeichnen und gleichzeitig danach zu fragen, wie die -Biografie- dieser besonderen Stadt geschrieben werden könnte. Welche Fragestellungen und Methoden sind dazu notwendig? Wie müsste eine solche Gesamtdarstellung der Geschichte Wolfsburgs beschaffen sein? Gleichzeitig sollen am konkreten Fall aber auch grundlegende Fragen der Urbanisierungsforschung in den Blick genommen werden. Was macht den spezifischen Charakter einer -Industriestadt- aus? Welche Rolle könnte dabei eine globale Sicht auf das Phänomen spielen?
Martina Heßler, Die Geschichte von Autostädten in globaler Perspektive. Plädoyer für eine global orientierte Zeitgeschichtsschreibung, in: Informationen zur modernen Stadtgeschichte 2011, S. 91-100.
Martina Heßler/Clemens Zimmermann, Perspektiven historischer Industriestadtforschung. Neubetrachtungen eines etablierten Forschungsfeldes, in: Archiv für Sozialgeschichte 51 (2011), S. 661-694.
Manfred Grieger, Zuwanderung und junge Industriestadt. Wolfsburg und die Migranten seit 1938, in: Niedersächsisches Jahrbuch für Landesgeschichte 81 (2009), S. 191-221.
Friedrich Lenger, Die europäische Stadt in der Moderne – eine Herausforderung für Sozialgeschichte, Stadtgeschichte und Stadtsoziologie, in: Christina Benninghaus u.a. (Hg.), Unterwegs in Europa. Beiträge zu einer vergleichenden Sozial- und Kulturgeschichte. Festschfrift für Heinz-Gerhard Haupt, Frankfurt am Main 2008, S. 357-376.
Bemerkung
Die Exkursion nach Wolfsburg findet statt am 12. und 13. Dezember 2012
FB 05 Gesellschaftswissenschaften
Uni Kassel
WiSe 2012/13
Europäische Geschichte
Riederer Günther