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Uni-Kassel
14. März 2017

Blockseminar Neue Erwerbsverläufe und das Arbeits und Sozialrecht Perspektiven aus Rechts und Sozialwissenschaft

Die Erwerbsarbeit und die um sie herum entstandenen wohlfahrtstaatlichen Sicherungssysteme prägen die Struktur des modernen Lebenslaufs (Kohli 1994). Veränderungen in Gesellschaft, Wirtschaft und Arbeitsmarkt haben in den letzten Jahren verstärkt dazu geführt, dass sich Erwerbsverläufe entstandardisiert und differenziert haben. Die...

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Die Erwerbsarbeit und die um sie herum entstandenen wohlfahrtstaatlichen Sicherungssysteme prägen die Struktur des modernen Lebenslaufs (Kohli 1994). Veränderungen in Gesellschaft, Wirtschaft und Arbeitsmarkt haben in den letzten Jahren verstärkt dazu geführt, dass sich Erwerbsverläufe entstandardisiert und differenziert haben. Die Annahme eines -Normalarbeitsverhältnis- prägt jedoch nach wie vor die Strukturen im deutschen Arbeits- und Sozialrecht. Jüngere Reformen der sozialen Sicherungssysteme haben zwar bereits punktuell zu einer besseren Absicherung von Übergängen und Vereinbarkeiten geführt, oft aber bestehen unterschiedliche Verhaltensanreize und Risiken verbleiben beim Individuum allein. -Meine Zeit ist mein Leben- - welche konkreten Regulierungen und Handlungsoptionen sind erforderlich, damit sich dieser Anspruch umsetzen lässt und Autonomie nicht nur auf Arbeitgeberseite herrscht? Das Seminar führt ein in ausgewählte Übergangssituationen im Erwerbsverlauf, die aus der Pflege und Betreuung von Kindern und pflegebedürftigen Angehörigen oder einer veränderte Leistungsfähigkeit durch Krankheit, Behinderung und Alterung besser resultieren. Auch fehlen bislang angemessene Regulierungen, die lebenslanges Lernen ermöglichen und fördern. Teil 1 des Seminars beschreibt zunächst den Stand der arbeits- und sozialrechtlichen Regulierung im Lebensverlauf in unterschiedlichen Feldern (z.B. Familie, Krankheit/Behinderung und Weiterbildung). Teil 2 des Seminars analysiert in Werkstattform die Wirkungen dieser Regulierungen anhand ausgewählter Daten der sozialen Wirklichkeit. Welche Personen sind durch die Sozialversicherungen geschützt? Wie ist die Verteilung zukünftiger Alterseinkommen? Welche Weiterbildung wird gefördert? Wo bestehen Sicherungslücken? Welche Maßnahmen können auf betrieblicher Ebene helfen, Vereinbarkeiten und Übergänge sinnvoll zu gestalten? Grundlagenliteratur: Für Teil 1: Eva Kocher/ Felix Welti (2010) Autonomie und soziale Sicherheit - Anforderungen an arbeits- und sozialrechtliche Regulierung , WSI-Mitteilungen 6/2010, S. 299-305. Felix Welti (2010) Abschied vom Normalarbeitsverhältnis? - Neue Beschäftigungsformen, Diskontinuität von Lebensläufen und das Sozial- und Arbeitsrecht , Sozialgerichtsbarkeit (SGb) 8/2010, S. 441-448. Für Teil 2: Martin Kohli (1994): Institutionalisierung und Individualisierung der Erwerbsbiographie, in:Ulrich Beck, Elisabeth Beck-Gernsheim (Hg.) Riskante Freiheiten. S. 219-243. Claudia Bogedan, Anika Rasner (2008) Arbeitsmarkt x Rentenreformen = Altersarmut? , WSI Mitteilungen 3/2008, S. 133-138. Gerhard Naegele (2010) Soziale Lebenslaufpolitik - Grundlagen, Analysen und Konzepte , in: Gerhard Naegele (Hg.) Soziale Lebenslaufpolitik, Wiesbaden: VS Verlag. Bemerkung Alle Termine finden in der Georg-Forster-Str. 3, Raum 1250 statt. FB 01 Humanwissenschaften Uni Kassel WiSe 2011/12 Lehrveranstaltungspool FB 01 FB 01 Humanwissenschaften Oerder Lena