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Uni-Siegen
14. März 2017

Das Böse Theorien Praktiken und Bilder

Es gehört zum Konzept des Bösen, um sich greifen zu wollen, es ist Botschaft und Strategie, sichtbar und okkult. Das Böse ist die negative Ausrichtung von telos [griech. Ziel, Zweck, Endzweck, höchstes Ziel], arche [griech. Anfang, Herrschaft, Ursprung, Prinzip] und...

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Es gehört zum Konzept des Bösen, um sich greifen zu wollen, es ist Botschaft und Strategie, sichtbar und okkult. Das Böse ist die negative Ausrichtung von telos [griech. Ziel, Zweck, Endzweck, höchstes Ziel], arche [griech. Anfang, Herrschaft, Ursprung, Prinzip] und causa [lat. Grund, Ursache]. Was sind die Theorien und Praktiken des Bösen? Welche Figuren, Ikonographien und Bilder werden in diesem Sinne transportiert? Was verbirgt sich hinter den Zuschreibungen, was bezeichnet das Böse? Um diesen Fragen nachzugehen, werden im Blockseminar verschiedene Themenschwerpunkte gesetzt. Ausgehend vom Mittelalter über die Frühe Neuzeit sollen insbesondere Darstellungen des Teufels und der Hölle in den Blick genommen werden, um anschließend die Verwandlungen des Lichtbringers und eben des Bösen im Symbolismus des 19. Jahrhunderts zu analysieren. Aber auch die Ausrichtungen einer negativen Kosmologie, wie sie zum Beispiel Aby Warburg und Jean Clair konstatieren, spielen in der Bildwissenschaft eine bedeutende Rolle. Aus zeitgenössischer Perspektive ist das Böse vor allem politisch motiviert und zielt auf Umwertung und Zerstörung ab, dem ebenfalls eine eigene Bildsprache zu Grunde liegt. Themenvorschläge der Teilnehmer_innen des Seminars sind ausdrücklich erwünscht. Anmeldung bitte vorab auch per E-Mail: weleda@kunst.uni-siegen, damit Literatur und Referate verteilt werden können. Die Teilnahme an allen Terminen ist die Voraussetzung für jedweden Scheinerwerb. Es gibt drei Blöcke jeweils freitags (16 bis 20 Uhr) und samstags (10 bis 14 Uhr): I.) 18./19.November 2016, II.) 16./17. Dezember 2016, III.) 20./21. Januar 2017 sowie eine Berlin-Exkursion Mo. bis Fr., 6. bis 10. Februar 2017. Die Teilnahme an der Exkursion ist nicht verpflichtend für eine Teilnahme am Seminar; Anreise und Unterkunft müssen von den Teilnehmer_innen bitte selbst organisiert werden.   Vorläufige Literaturliste: Daniel Arasse, Bildnisse des Teufels, Berlin 2012. Charles Baudelaire, Die Blumen des Bösen, übers. v. Friedhelm Kemp, München 2011. Jean Clair, Méduse. Contribution à une anthropologie des arts du visuel, Paris 1989. Bram Dijkstra, Das Böse ist eine Frau. Männliche Gewaltphantasien und die Angst vor der weiblichen Sexualität, Hamburg 1999. Mario Praz, Liebe, Tod und Teufel. Die schwarze Romantik, München 1963. Karl Rosenkranz, Ästhetik des Häßlichen [1853], Stuttgart 2007. Aby Warburg, Werke in einem Band, hrsg. v. Martin Treml, Sigrid Weigel u. Petra Ladewig, Berlin 2010. Kunst, LA Bachelor BK, PO 2011 Scheinerwerb durch Referat und Hausarbeit. Universität Siegen WiSe 2016/17 Kunst, LA Bachelor HRSGe, PO 2011 Kunst, vertieftes Studium, LA Bachelor GS, PO 2011 M.A. Weleda Katrin M.A