Uni-Hannover
14. März 2017Der Wandel der Sepulkralkultur Praxisseminar zum veränderten Umgang moderner Gesellschaften mit dem Tod
-Sterben, Tod und Trauer- sind Themen, deren ‚Bearbeitung‘ in modernen Gesellschaften zunehmend an Hospize, Kirchen und Friedhofsverwaltungen delegiert wird. Im Wandel des Umgangs von Individuen wie ganzer Gesellschaften mit dem Tod manifestiert sich jedoch weit mehr als die Bewältigung eines...
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Jetzt Lernplan erstellen-Sterben, Tod und Trauer- sind Themen, deren ‚Bearbeitung‘ in modernen Gesellschaften zunehmend an Hospize, Kirchen und Friedhofsverwaltungen delegiert wird. Im Wandel des Umgangs von Individuen wie ganzer Gesellschaften mit dem Tod manifestiert sich jedoch weit mehr als die Bewältigung eines persönlichen oder kollektiven Verlusts. Im Spiegel der Sepulkralkultur lassen sich vielmehr grundlegende gesellschaftliche und kulturelle Veränderungsprozesse studieren, wie die Verbreitung der Aufklärung und Säkularisierung im 18./19. Jahrhundert, das Massensterben durch Seuchen und Kriege, die Veränderung der Sterblichkeit und der demographischen Struktur, Urbanisierungs- und Migrationsprozesse und die Entstehung und der Wandel des städtischen Bürgertums, sowie der Arbeiterbewegung im 19./20. Jh., schließlich Individualisierungsprozesse und Wandlungskonzepte des Selbst in der jüngsten Zeitgeschichte.
Durch komplexe Wandlungsprozesse unserer gegenwärtigen Gesellschaft verändert sich aktuell auch die Sepulkralkultur mit bemerkenswerter Dynamik. Überkommene Formen der Bearbeitung des Todes verlieren durch Auflösung traditioneller Familienstrukturen und demographischen Wandel an Relevanz. Grundlegend neue Formen von Vorsorge für den eigenen Tod, Trauer um andere und Totengedenken etwa in Gestalt von Sterbehelfern, Friedwäldern oder Internet-Foren, wie -Stay alive- geben davon Zeugnis.
Das Praxisseminar versteht sich als Angebot zur Public History. Die TeilnehmerInnen sollen am lokalen Beispiel Hannovers und seiner näheren Umgebung nach materiellen Überlieferungen, Schriftquellen und Oral History-Zeugnissen zum Wandel der Sepulkralkultur suchen und diese für eine interessierte Öffentlichkeit historisch kontextualisieren und aufbereiten. Die Komplexität des Themas schafft Gelegenheit, unterschiedliche Methoden historischer Arbeit kennenzulernen und am praktischen Beispiel anzuwenden. Zur Themenfindung für Ihr persönliches Forschungsprojekt sollten Sie die unten aufgelisteten Veröffentlichungen studieren.
Interesse, Engagement und Zeiteinsatz sind zur erfolgreichen Teilnahme an dieser Lehrveranstaltung unabdingbar!
Drei jeweils freitags stattfindende Ein-Tages-Exkursionen zu Friedhöfen und Grabmalen in Hannover, sowie zum Museum für Sepulkralkultur in Kassel ergänzen das Seminar.
Wolfgang Kruse: Rezension zu: Confino, Alon; Betts, Paul; Schumann, Dirk (Hrsg.): Between Mass Death and Individual Loss. The Place of the Dead in Twentieth-Century Germany. New York 2008, in: H-Soz-Kult, 06.03.2009, .
Publikationen des Museums für Sepulkralkultur: http://www.sepulkralmuseum.de/de/publikationen_sepulkralkultur.html
Geschichte, Master of Arts
Das Seminar dient der Vorstellung und Diskussion studentischer Projekte im Zusammenhang von Qualifikationsarbeiten (Bachelor-Arbeit, Master-Arbeit, Dissertation). Persönliche Anmeldung in meiner Sprechstunde ist erwünscht. . Diese findet während der vorlesungsfreien Zeit statt am Do., den 29.1.2015, 12-13 Uhr sowie am Fr., den 30.1. 9.00-9.30 Uhr, am Di., den 24.2.2015, 9-10 Uhr und am Do., den 26.3.2015, 9-10 Uhr.
Universität Hannover
SoSe 2015
Geschichte, Bachelor (fachübergr.)
Prof. Dr.
Rauh Cornelia