Uni-Hannover
14. März 2017Die Stadt be schreiben II Urbane Räume Spaniens in der Literatur
Die Stadt (be)schreiben (II): Urbane Räume Lateinamerikas in Literatur und Film Die Kolonisierung desjenigen Kontinentes, der später als Ibero- oder Lateinamerika bezeichnet wurde, ist wesentlich an den Raum der Stadt geknüpft. Anders als in der Vorstellungswelt der nordamerikanischen Kolonisierung, die...
Erstelle deinen persönlichen Lernplan
Wir helfen dir, diesen Kurs optimal vorzubereiten — mit einem individuellen Lernplan, Tipps und passenden Ressourcen.
Jetzt Lernplan erstellenDie Stadt (be)schreiben (II): Urbane Räume Lateinamerikas in Literatur und Film
Die Kolonisierung desjenigen Kontinentes, der später als Ibero- oder Lateinamerika bezeichnet wurde, ist wesentlich an den Raum der Stadt geknüpft. Anders als in der Vorstellungswelt der nordamerikanischen Kolonisierung, die auf eine stets westwärts wandernde frontier verweist, haben Stadtgründungen in Lateinamerika und der Karibik eine entscheidende Rolle gespielt. Diese urbanen Räume haben über die Unabhängigkeiten hinweg bis in unsere Gegenwart einen entscheidenden Anteil an der kulturellen Repräsentation des Kontinentes. Selbst die Inseln der Karibik weisen ausgesprochen dicht besiedelte Bevölkerungszentren auf und sind urbaner geprägt, als es auf den ersten Blick scheinen mag.
Das Seminar schließt an die im vorangegangenen Seminar des Wintersemesters erreichte Erkenntnis an, wonach urbane Räume eine ganz spezifische Funktion für Prozesse künstlerischer Repräsentation haben. Die lateinamerikanische Stadt und ihre Literatur bringen jedoch eine Reihe von Aspekten hervor, die die europäische Stadt nicht in derselben Deutlichkeit entfaltet: Die Verknüpfung der Stadt mit kolonialen Utopien, ihr spannungsreicher Bezug zu ländlichen Gegenden, ihre Verbindung zur Nation und zu bürgerlichen Idealen, zu Fragen des Zusammenlebens in postkolonialen Gesellschaften und dem Scheitern der Stadt in ruinösem Zerfall von Staatlichkeit, Infrastruktur und Normen der Konvivenz.
Anhand dieser Leitfragen macht das Seminar einen räumlichen und historischen Streifzug über den Kontinent und die Karibik: Buenos Aires (D. F. Sarmiento, E. Echevarría, R. Arlt), México D.F. (A. Reyes, C. Fuentes) sowie La Habana (A. von Humboldt, A. Carpentier, A. J. Ponte/F. Borchmeyer). Das Seminar wird auch filmische Produktion berücksichtigen.
Ein interdisziplinärer Ansatz verweist einerseits auf Veranstaltungen aus dem Masterstudiengang -Atlantic Studies-, andererseits auf Kollaboration mit dem Institut für Kunstwissenschaft und Gestaltungspraxis (Prof. Dr. Eva Koethen). Daher kann es donnerstags zu abweichenden Uhrzeiten bei Sitzungsterminen kommen. Ein Interesse an Literatur und künstlerischer Repräsentation sozialer Wirklichkeit wird vorausgesetzt. Die Textgrundlage ist auf Spanisch!
Lektürehinweise:
Pedragosa, Pau, Marta Llorente Díaz (Hg.): Topología del espacio urbano: palabras, imágenes y experiencias que definen la ciudad. Madrid: Abada 2014.
Rama, Angel: La ciudad letrada. Santiago de Chile: Tajamar 2004 [1984].
Atlantic Studies, Master of Arts
Universität Hannover
SoSe 2016
Spanisch, Bachelor Tech. Edu.
M.A.
Minnes Mark M.A