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Uni-München
14. März 2017

Forschungskolloquium Neulateinisches Colloquium Jacobus Balde Urania victrix Bücher III und IV

Jacobus Balde (1604-1668), in seiner Zeit der weltweit berühmteste deutsche Dichter, hatte sich seinen Namen vor allem durch die lyrischen Werke verdient, die ihn mit München verbinden. Danach warf er sich auf die Satirendichtung, die ihm wahrscheinlich den Namen des...

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Jacobus Balde (1604-1668), in seiner Zeit der weltweit berühmteste deutsche Dichter, hatte sich seinen Namen vor allem durch die lyrischen Werke verdient, die ihn mit München verbinden. Danach warf er sich auf die Satirendichtung, die ihm wahrscheinlich den Namen des Deutschen Horaz einbrachte, und kehrte schließlich im Alter zu dem längst gehegten Plan zurück, ein großes elegisches Werk nach dem Vorbild von Ovids Heroidencorpus zu schaffen. So entstand die Urania victrix, ein zugleich erotischer und christlicher Briefroman (erschienen 1663): Urania, die christliche Seele, wird mit stürmischen Liebesbriefen bedrängt von den fünf Sinnen, die sie jeweils verführen und möglichst heiraten wollen. Sie werden unterstützt von verschiedenen Assistenten, die den jeweiligen Sinn in Aktion setzen, so etwa der Gesichtssinn, Visus, von einem Maler, das Gehör, Auditus, von einem Musiker. Aber alle werden sie von Urania, die nur ihren himmlischen Bräutigam im Kopf hat, mit recht schnippischen Briefen abgeschmettert. Im kommenden Semester werden wir uns mit den wissenschaftlich weniger behandelten niedrigen Sinnen, Geruch, Odoratus und Geschmack, Gustus, befassen und dabei mit so interessanten Zeitgenossen wie dem Apotheker Sasafras, dem Kosmetiker Battalianus, dem Jägermeister Scarabaza, und dem Hofkoch Rumpoldus Bekanntschaft machen. Hier gibt es viel zu lernen. Denn ausgehend von den fünf Sinnen gelang es Balde, ein amüsantes Panorama der Kultur seines ganzen Jahrhunderts zu gestalten. Und er bedient sich dabei der schlicht eingängigen Sprache Ovids. Unser Balde-Colloquium gibt seit nun schon über 30 Jahren jedem interessierten Studenten Gelegenheit, out of the mainstream erstklassige und attraktive Literatur kennen zu lernen und sich eventuell ein eigenes, dankbares Forschungsgebiet zu erschließen. Gerade auch Anfänger sind willkommen. Niemand wird zum Übersetzen genötigt. Texte werden zur Verfügung gestellt. Jacobus Balde, Opera poetica omnia, 8 Bde., München 1729 (ND 1990), dort Bd. 8, 1-240 (dort 99 ff.) Jakob Balde SJ: Urania Victrix – Die Siegreiche Urania. Liber I-II, hg., übers u. komm. von Lutz Claren u.a., Tübingen 2003 Georg Westermayer, Jacobus Balde, sein Leben und seine Werke, München 1868 (Ndr. 1998) Wilfried Stroh, Baldeana, München 2004 Thorsten Burkard u.a. (Hg.), Jacob Balde im kulturellen Kontext seiner Epoche, Regensburg 2006 Jost Eickmeyer, Der jesuitische Heroidenbrief: Zur Christianisierung und Kontextualisierung einer antiken Gattung in der frühen Neuzeit, Berlin / Boston 2012 Digitalisat der Erstausgabe (1663):http://www.uni-mannheim.de/mateo/camena/bald6/te04.html http://www.uni-mannheim.de/mateo/camena/bald6/te05.html Sonstige Spezialliteratur ist zu erschließen überhttp://stroh.userweb.mwn.de/main7.html Leistungsnachweis B.A.-Nebenfach SLK: Diese Veranstaltung entspricht in WP 2 dem Kurstyp -Begleitkurs zu Themen der Literaturwissenschaft m/n/o/p- (WP 2.0.14/16/18/20). ODER Diese Veranstaltung entspricht in WP 5 dem Kurstyp -Begleitkurs zu Themen der Älteren Sprachen und Kulturen m/n/o/p- (WP 5.0.14/16/18/20). Sie erhalten 3 ECTS, wenn Sie entweder eine Klausur (30-60 Min.) schreiben oder eine mündliche Prüfung (15-30 Min.) ablegen oder ein Thesenpapier (3.000-6.000 Zeichen) oder Übungsaufgaben (3.000-6.000 Zeichen) fertigen. Die Prüfung muss benotet sein. Die Wahl der Prüfungsart liegt beim Dozenten. Downloads DateinameBeschreibunggültig vongültig bis Odoratus-Text.docx Urania victrix-Odoratus Gustus.docx Urania victrix-Gustus Zum Download müssen Sie angemeldet sein! Wiener, Claudia , Prof.Dr. B.A.-Nebenfach SLK: Diese Veranstaltung entspricht in WP 2 dem Kurstyp -Begleitkurs zu Themen der Literaturwissenschaft m/n/o/p- (WP 2.0.14/16/18/20). ODER Diese Veranstaltung entspricht in WP 5 dem Kurstyp -Begleitkurs zu Themen der Älteren Sprachen und Kulturen m/n/o/p- (WP 5.0.14/16/18/20). Sie erhalten 3 ECTS, wenn Sie entweder eine Klausur (30-60 Min.) schreiben oder eine mündliche Prüfung (15-30 Min.) ablegen oder ein Thesenpapier (3.000-6.000 Zeichen) oder Übungsaufgaben (3.000-6.000 Zeichen) fertigen. Die Prüfung muss benotet sein. Die Wahl der Prüfungsart liegt beim Dozenten. LMU München SoSe 2016 Prof. Dr. Stroh Wilfried