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Uni-München
14. März 2017

Forschungsseminar Realistic Turn Neuer Realismus im Theater und in den anderen Medien Aktuelle Forschungsdiskussionen Englhart

Nicht nur der gegenwärtige Trend zum Dokumentarischen im Theater, im Film und im Fernsehen, sondern auch die ubiquitäre Suche nach Authentizität mit und ohne Anführungszeichen, nach dem

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Nicht nur der gegenwärtige Trend zum Dokumentarischen im Theater, im Film und im Fernsehen, sondern auch die ubiquitäre Suche nach Authentizität mit und ohne Anführungszeichen, nach dem 'Echten', dem 'Realen' und der Wirklichkeit im Sozialen zeigt eine neue Richtung an – von Rimini Protokoll über Volker Lösch bis zu Lola Arias und Björn Bickers Stadtprojekten. Das rituelle Theater Luk Percevals sucht Wahrheit in der realen Erfahrung des Anderen. Die Berliner Schaubühne bemüht sich schon seit Jahren, gesellschaftspolitische Themen realistisch-dramatisch darzustellen. Neuerdings irritiert das Disabled Theatre von Jérôme Bel / Theater HORA, wechselt das postmigrantische Theater vom Off-Theater Naunynstraße in das traditionelle Maxim Gorki Theater und führen Vorwürfe des sogenannten Blackfacing zu Unentscheidbarkeiten in den Rollenbesetzungen. Bernd Stegemann, Thomas Ostermeier und Milo Rau werfen postmodern-performativem Theater Unfähigkeit zur Kritik des Neoliberalismus und Gleichgültigkeit gegenüber dem sozialen Elend vor. Alle diese Bewegungen, Neuperspektivierungen und überraschenden Erregungen scheinen Anzeichen für einen Realistic Turn zu sein, für den in der Philosophie hierzulande Markus Gabriel und international etwa Maurizio Ferraris eintreten. Im Forschungsseminar werden wir ausgehend von Ferraris', Stegemanns, Raus, Ostermeiers sowie Gabriels Überlegungen und anhand geeigneter realistischer Medienformen diese höchst aktuelle Richtung kennenlernen, reflektieren und diskutieren – dies auch vor dem Hintergrund der Frage, ob die Postmoderne endgültig historisiert wird. Literatur zur Einführung: - Andreas Englhart: Das Theater der Gegenwart, München 2013. - Maurizio Ferraris: Das Manifest des Neuen Realismus, Frankfurt/M. 2014. - Ders.: Documentality: Why It Is Necessary to Leave Traces, NY 2012. - Markus Gabriel (Hg.): Der Neue Realismus, Berlin 2014 (erscheint voraussichtlich im Oktober 2014). - Thomas Ostermeier: Erkenntnisse über die Wirklichkeit menschlichen Miteinanders. Plädoyer für ein realistisches Theater, http://www.schaubuehne.de/uploads/Realistisches-Theater.pdf. - Milo Rau: Was tun? Kritik der postmodernen Vernunft, Zürich 2013. - Bernd Stegemann: Kritik des Theaters, Berlin 2013. W3-Professur für Theaterwissenschaft (Univ. Prof. Dr. Christopher Balme) Leistungsnachweis MA Theaterwissenschaft (WP 4.1): Referat (ca. 20 Minuten) und Hausarbeit (50.000-60.000 Zeichen) oder Referat (ca. 45 Minuten) und Hausarbeit (30.000-40.000 Zeichen) 9 ECTS, in Modul(prüfung) -Neue Forschungsperspektiven- mit Projektübung -Kandidatenkolloquium- (6 ECTS) insgesamt 15 ECTS --------------------- Leistungsnachweis Magister/Diplom: Referat und Hausarbeit LMU München WiSe 1415 PD Dr. phil. Englhart Andreas phil