Uni-München
14. März 2017Forschungsseminar Shakespeare Eine Studie seiner Entscheidungen Themen und Konzepte der Theaterhistoriographie Gissenwehrer
-To be or not to be, that is the question: Whether
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Jetzt Lernplan erstellen-To be or not to be, that is the question:
Whether 'tis nobler in the mind to suffer
The slings and arrows of outrageous fortune,
Or to take arms against a sea of troubles,
And by opposing, end them?-
In seinem berühmten Monolog spielt Hamlet die Möglichkeiten gedanklich durch, das Schicksal widerstandslos hinzunehmen oder dagegen gewaltig aufzubegehren. Zumindest versucht er sich eine Entscheidung in extremer Form einzureden – um dann resigniert anzumerken: -To die: to sleep;No more.-
Eine Reihe von Shakespeare-Figuren lohnen den genauen Blick auf die Voraussetzungen für Entscheidungen, ihre Durchführung und Konsequenzen. Dies ist in einem breiten theoretischen Kontext zu sehen, was denn überhaupt eine Entscheidung ist, wie weit diese frei sein kann oder muss bzw. schlicht unmöglich erscheint. Die je subjektive Verfasstheit von Betroffenen, zwischen Fremdbestimmung, Duldung und Ausbruch, wird neben den stückinternen gesellschaftlichen, politisch-militärischen und anderen Voraussetzungen mehr genau zu beobachten sein. Aber die heldenhaften oder sinnlosen Taten der Historienhelden, die Liebenden im Entscheidungslabor eines Sommernachtstraums und der sich in Hass verrannte Shylock sind Theater. Stücktexte liegen vor, deren Entscheidungsketten und die Logik von Katastrophen dramaturgischen Fingerübungen und gelegentlichen Geniestreichen entsprechen.
Im aktuellen Jubiläumsjahr soll die zeitlich günstige Gelegenheit einer Sicht auf den Menschen Shakespeare genutzt werden – unter der besonderen Voraussetzung von Entscheidung. Hier wird sich das Problem einstellen, dass es vielleicht auf Grund der wenigen Quellen unmöglich ist, die Heiratsentscheidung des Jungmanns, die Truppenzugehörigkeit des aufstrebenden Dramatikers, die Gestaltung des Testaments und einiges mehr zu analysieren und mutig zu bewerten. Aber in einer genauen Arbeit mit den Quellen können historische Entscheidungsräume rekonstruiert werden, die bestimmte Kontinua anbieten für die Verortung von Bedingungen und schließlich für Entscheidungen, mit allen Folgen. So ist die Heirat vor dem Hintergrund der 16. Jhd.-Wirklichkeit von Sex und religiös geprägter Familienbürokratie zu sehen. Die Dramen und Genres stehen in Zusammenhang mit der Personen- und Truppenstruktur sowie dem Publikum des Londoner Theaters. Auch dem rätselhaften Testament muss nicht mir Spekulationen begegnet werden, das Umfeld bietet einiges an Klärungsmöglichkeiten für das -zweitbeste Bett” für Gattin Ann und die sonderbaren nachträglichen Ergänzungen – vielleicht sogar als eine Entscheidung anderer (Nutznießer).
Auf diese Art können nach dramenbezogenen Einstiegsübungen anhand gesicherter Quellen für Lebens- und Karriereentscheidungen passende Möglichkeitenräume eröffnet werden für einen umfassenden Diskurs des Theatermannes in seiner Zeit.
Der Ausrichtung des Seminars entsprechend liegt der Schwerpunkt auf historischen Zugangsmethoden und praktisch in einer gemeinschaftlichen Erarbeitung der Quellen, die thematisch von individuellen Ergänzungsreferaten begleitet werden. Für die Dramenstudien wird auf tiefensemantische Vorgaben zurückgegriffen.
W3-Professur für Theaterwissenschaft (Univ. Prof. Dr. Christopher Balme)
Leistungsnachweis MA Theaterwissenschaft (WP 1.1):
Referat (ca. 20 Minuten) und Hausarbeit (50.000-60.000 Zeichen)
oder:
Referat (ca. 45 Minuten) und Hausarbeit (30.000-40.000 Zeichen)
9 ECTS, in Modul(prüfung) -Historische Diskurse des Theaters- mit Projektübung -Erschließung und Präsentation von Quellen zur Theatergeschichte- (6 ECTS) insgesamt 15 ECTS
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Leistungsnachweis MA Profilbereich (WP TW 1.1):
Referat (ca. 20 Minuten) und Hausarbeit (50.000-60.000 Zeichen)
oder
Referat (ca. 45 Minuten) und Hausarbeit (30.000-40.000 Zeichen)
9 ECTS
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Leistungsnachweis MA Dramaturgie (P 1.1):
Referat (ca. 15 Minuten)
Hausarbeit (ca. 36.000 Zeichen)
9 ECTS, in Modul(prüfung) -Historische Diskurse des Theaters- mit Projektübung -Erschließung und Präsentation von Quellen zur Theatergeschichte- (6 ECTS) insgesamt 15 ECTS
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Leistungsnachweis Magister/Diplom: Referat und Hausarbeit
LMU München
WiSe 1415
Prof.Dr.
Gissenwehrer Michael