Uni-München
14. März 2017Fortgeschrittenenseminar Slavische Interkomprehension
Interkomprehension meint allgemein die gegenseitige Verständlichkeit, in der Linguistik diejenige von verschiedenen Sprachen. Insbesondere seit den 1990-er Jahren ‘boomt’ die Erforschung der linguistischen und der sprachdidaktischen Grundlagen, die es ermöglichen sollen, eine oder mehrere neue Sprachen auf der Basis einer...
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Jetzt Lernplan erstellenInterkomprehension meint allgemein die gegenseitige Verständlichkeit, in der Linguistik
diejenige von verschiedenen Sprachen. Insbesondere seit den 1990-er Jahren
‘boomt’ die Erforschung der linguistischen und der sprachdidaktischen
Grundlagen, die es ermöglichen sollen, eine oder mehrere neue Sprachen auf der Basis
einer bereits bekannten Sprache leichter zu erlernen, indem Gemeinsamkeiten
‘ausgenutzt’ werden. Über Transfer von bereits bekanntem Wissen, das nur ein
Mal erworben werden muss und dann in mehreren Sprachen angewendet werden kann,
soll so auch die Mehrsprachigkeit gefördert werden.
Die Interkomprehension slavischer Sprachen bietet hier natürlich ein ideales
Forschungsobjekt, da alle slavischen Sprachen auf éine ‘Mutter’ – das
Urslavische – zurückgehen und so insgesamt einen hohen Verwandtschaftsgrad aufweisen.
Fragestellungen werden hier u.a. sein: Gibt es eine slavische ‘Brückensprache’,
von der aus man die anderen slavischen Sprachen besonders leicht erschließen
kann? Gibt es beim Erwerb mehrerer Sprachen eine ‘optimale Reihenfolge’ des
Erwerbs? Auf welche sprachlichen Phänomene/Ebenen beziehen sich die jeweiligen
Gemeinsamkeiten (Transfers; z.B. die sog. ‘Sieben Siebe’), die ausgenutzt
werden können – vor welchen ‘falschen Freunden’ ist zu warnen?
Generell soll die Perspektive auch auf Studien innerhalb des europäischen
Projekts EuroCom ausgedehnt werden; hier wird die slavische Sprachfamilie
(EuroComSlav – der führende Slavist ist hier L. Zybatow) neben der romanischen
und der germanischen erfasst.
Kenntnisse in einer slavischen Sprache sind nützlich, jedoch keine Bedingung für die Teilnahme oder für das Verstehen der Veranstaltung. Einzelheiten zum Punkte- bzw. Scheinerwerb in der 1. Sitzung, in
der auch eine ausführliche Literaturliste verteilt wird.
Tafel, K. et al., Slavische Interkomprehension. Eine Einführung. Tübingen 2009
http://www.eurocomslav.de/BIN/inhalt.htm
Leistungsnachweis
Master:
Thesenpapier (ca. 6.000 Zeichen) und Essay (ca. 15.000 Zeichen)
6 ECTS-Punkte
Downloads
DateinameBeschreibunggültig vongültig bis
Casad_Verstandlichkeisanalyse.pdf T1
Doye, P., Intercomprehension. 2005.pdf T2
Heinz_Understanding [Interkom] 2009.pdf T3
Klein_FAQs 2004.pdf T4
Meißner Transfer 2004.pdf T5
Slavischer_Sprachkontakt_Freiburg 2014.pdf T6
Zybatow_EuroComSlav [2007].pdf T7
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Department II - Griechische und Lateinische, Romanische, Italienische und Slavische Philologie, Sprachen und Kommunikation
Master:
Thesenpapier (ca. 6.000 Zeichen) und Essay (ca. 15.000 Zeichen)
6 ECTS-Punkte
LMU München
SoSe 2016
Prof.Dr.
Schweier Ulrich