Uni-Siegen
14. März 2017Globalisierungskritik
Längst ist der Begriff der Globalisierung derart in unser Alltagsbewusstsein eingetreten, dass er kaum noch kritisch reflektiert wird. Die Beschleunigung und Verdichtung weltumspannender Interaktionen auf wirtschaftlicher, politischer oder sozialer Ebene scheint ein Faktum, das kaum zu bestreiten ist. Statt aber...
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Jetzt Lernplan erstellenLängst ist der Begriff der Globalisierung derart in unser Alltagsbewusstsein eingetreten, dass er kaum noch kritisch reflektiert wird. Die Beschleunigung und Verdichtung weltumspannender Interaktionen auf wirtschaftlicher, politischer oder sozialer Ebene scheint ein Faktum, das kaum zu bestreiten ist. Statt aber Globalisierung als objektiv gegebenen Zustand anzusehen, wird der Begriff im Seminar zunächst als Ergebnis eines intellektuellen und sozialen Konstruktionsprozesses vergegenwärtigt. Seit Beginn des Sprechens über Globalisierung hat sich jedoch stets ein kritischer Diskurs parallel dazu entwickelt, der globale Exklusionsprozesse und soziale Ungleichheiten thematisiert hat. Dies hat zur Irritation des catch-all-Begriffs -Globalisierung- und zu einer Neuausrichtung der Debatten über weltumspannende Verflechtungen geführt . Im Seminar sollen daher in erster Linie Denktraditionen und Deutungsmuster zu Wort kommen, die den Verlauf momentaner gesellschaftlicher Entwicklungen nicht fatalistisch akzeptieren, sondern anders deuten und aktiv gestalten möchten.
Dabei muss zwischen globalisierungskritischen Theorien und ihrem politischen Mobilisierungspotenzial unterschieden werden. Der Ablauf des Seminars versucht diese beiden Stränge miteinander zu verbinden. Nach einer grundlegenden Einführung zu politischen und wirtschaftlichen Facetten der Globalisierung wird es in einem ersten Themenblock darum gehen, theoretische Interventionen kritischer Intellektueller aus Nord und Süd aufzuarbeiten (z.B. Bourdieu, Bello). Im Anschluss an die Lektüre geht es im zweiten Teil des Seminars um konkrete Handlungsstrategien zivilgesellschaftlicher Akteure, die haäufig pauschal unter dem Begriff der Globalisierungsgegner subsumiert werden. Die Auswahl der Akteure im Seminar trägt der Tatsache Rechnung, dass es sich dabei keineswegs um einen homogenen Block, sondern vielmehr um ein breites Spektrum widersprüchlicher Positionen handelt. Es wird zu prüfen sein, welche Theoriefragmente sich in den Handlungspraxen dieser Bewegung wieder finden.
Modulzuordnung:
BA SSc bzw. BA SW: TM 4.3
LA GYM/GHR/BK: P-II, V2, V3
Diplom M-PEB: B4 Medien-Politik
Leggewie, Claus (2003): Die Globalisierung und ihre Gegner. München: Beck.
Beck, Ulrich (2002): Macht und Gegenmacht im globalen Zeitalter. Neue weltpolitische Ökonomie. Frankfurt a.M.: Suhrkamp.
Jürgen Osterhammel/ Niels P. Petersson (2003): Geschichte der Globalisierung. Dimensionen, Prozesse, Epochen, München.
Social Science (Kernfach), Bachelor Kern-/Ergänzung, PO 2003
Universität Siegen
WiSe 2010/11
Sozialwissenschaften, LA Gymnasium / Gesamt, PO 2004
Sozialwissenschaften, LA Haupt / Real, PO 2004
Hetzer Andreas