Uni-Kassel
14. März 2017Hauptseminar Das Exotische am Deutschen Deutsche Grammatik aus der Außenperspektive
Inhalt Das, was sprachlich exotisch ist, nehmen wir in der Regel aus eurozentrischer – genauer: aus englischer, deutscher, französischer, spanischer, italienischer – Perspektive wahr. Alles, was in den genannten Sprachen nicht existiert, jedoch in Sprachen außerhalb dieses Kreises vorkommt, gilt...
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Das, was sprachlich exotisch ist, nehmen wir in der Regel aus eurozentrischer – genauer: aus englischer, deutscher, französischer, spanischer, italienischer – Perspektive wahr. Alles, was in den genannten Sprachen nicht existiert, jedoch in Sprachen außerhalb dieses Kreises vorkommt, gilt aus eurozentrischer Perspektive als exotisch. Beispielsweise erscheinen uns die Wortungeheuer des inkorporierenden Inuktitut (‚Eskimo’), die Klicklaute der Khoisansprachen, die Silbenschrift des Japanischen oder eben der flektierte Infinitiv des Portugiesischen exotisch. Doch kann die eigene Heimat schnell fremd werden, wenn man die eurozentrische Brille ablegt und eine sprachtypologisch neutrale aufsetzt: Welche sprachlichen Merkmale des Deutschen sind (relativ) exotisch? Was sind die Merkmale und Strukturen, über die zwar das Deutsche, jedoch nicht die Mehrheit der menschlichen Sprachen verfügt? Sind etwa das Genus- oder das Passivsystem des Deutschen weit verbreitet? Sind Kopulakonstruktionen wie -Die Schülerin ist klug- in den menschlichen Sprachen allgemein üblich? Sind Verbalklammer im Hauptsatz und Verbletztstellung im Nebensatz typisch?
Im Seminar soll solchen Fragen nachgegangen werden. Die Themenliste ist noch relativ offen, denn gesucht werden (nicht notwendigerweise, aber) auch Seminarteilnehmer mit Sprachenkenntnissen, die über das Englische und Französische hinausgehen und die in Kurzvorträgen zeigen könnten, was aus der Perspektive ihrer Sprachen exotisch am Deutschen ist.
Als amüsante Vorbereitung kann man Mark Twains -Die schreckliche deutsche Sprache- lesen. Ebenfalls vorbereitend sollte man in populären sprachtypologischen Darstellungen wie Crystal 2010 und Comrie et al 1998 (s. Literatur unten) blättern. Eine fachwissenschaftliche Vorbereitung auf das Thema ist Lang/Zifonun 1996.
Literatur
Crystal, David (20103): The Cambridge Encyclopedia of Language. Cambridge: CUP.
Comrie, Bernard / Matthews, Stephen / Polinsky, Maria (1998): Bildatlas der Sprachen. Ursprung und Entwicklung der Sprachen dieser Erde. Augsburg: Weltbild.
Lang, Ewald / Zifonun, Gisela (Hg.) (1996): Deutsch - typologisch. Jahrbuch 1995 des Instituts für deutsche Sprache. Berlin / New York: de Gruyter.
Bemerkung
SprWiss HS
Leistungsnachweis
Leistung
Der Besuch des Seminars setzt grundsätzlich die Bereitschaft voraus, sich – unabhängig davon, ob man einen Leistungsnachweis braucht oder nicht – an der Arbeit einer Referatsgruppe zu beteiligen
Die Arbeit in den Referatsgruppen muss gleichmäßig verteilt sein. Dies muss auch in der Präsentation zum Ausdruck kommen.
Leistungsnachweis durch Hausarbeit (Semesterarbeit, schriftliche Präsentation), durch mündliche Präsentation (Referat und mündliches Kolloquium) oder durch Projektarbeit. ‚Kleinere’ Leistungsformen wie der Erwerb von Schlüsselkompetenzen oder Teilnahmeschein sind auch möglich.
FB 02 Institut für Germanistik
Leistung
Der Besuch des Seminars setzt grundsätzlich die Bereitschaft voraus, sich – unabhängig davon, ob man einen Leistungsnachweis braucht oder nicht – an der Arbeit einer Referatsgruppe zu beteiligen
Die Arbeit in den Referatsgruppen muss gleichmäßig verteilt sein. Dies muss auch in der Präsentation zum Ausdruck kommen.
Leistungsnachweis durch Hausarbeit (Semesterarbeit, schriftliche Präsentation), durch mündliche Präsentation (Referat und mündliches Kolloquium) oder durch Projektarbeit. ‚Kleinere’ Leistungsformen wie der Erwerb von Schlüsselkompetenzen oder Teilnahmeschein sind auch möglich.
Uni Kassel
WiSe 2010/11
Germanistik/Deutsch
Germanistische Sprachwissenschaft
Prof. Dr.
Ágel Vilmos