Uni-München
14. März 2017Hauptseminar Diachrone historische Narratologie
Erzählen ist sowohl aus sprach- wie auch aus literaturwissenschaftlicher Sicht ein Forschungsthema, zu dem sich eine differenzierte Methodik entwickelt hat, die ‚Narratologie‘ oder ‚Erzähltheorie‘. Die Verwendung narratologischer Methoden ist zunehmend auch in der Erforschung mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Texte üblich. Seit...
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Jetzt Lernplan erstellenErzählen ist sowohl aus sprach- wie auch aus literaturwissenschaftlicher Sicht ein Forschungsthema, zu dem sich eine differenzierte Methodik entwickelt hat, die ‚Narratologie‘ oder ‚Erzähltheorie‘. Die Verwendung narratologischer Methoden ist zunehmend auch in der Erforschung mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Texte üblich. Seit Kurzem trifft sich dieses Interesse der Literaturgeschichte an der Narratologie mit einem Plädoyer für eine Historisierung bzw. Diachronisierung. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, welche Prinzipien des Erzählens über die Jahrhunderte konstant bleiben, und welche Formen einem historischen Wandel unterliegen.
Dieser Frage werden wir im Seminar aus linguistischer und literaturwissenschaftlicher Sicht nachgehen. In einem ersten Teil werden wir auf der Basis klassischer theoretischer Beiträge narratologische Grundkategorien erarbeiten. Mit Fokus auf Gemeinsamkeiten bzw. Unterschieden zwischen älterer und neuerer Literatur werden wir uns insbesondere folgenden Fragen widmen:
- Merkmale von Narrativität: Was macht einen Text zu einem narrativen Text?
- Autor vs. Erzähler: Gibt es erzählerlose Erzähltexte?
- Perspektive, Fokalisierung und Point of View: Wer -sieht-, bzw. wer -spricht- im Text?
In einem zweiten Schritt sollen die Teilnehmer die Gelegenheit bekommen, in eigenen kleineren Forschungsprojekten konkrete Fallstudien von bestimmten Phänomenen an narrativen Texten des 9. bis 16. Jahrhunderts durchzuführen.
Voraussetzungen: Lesekompetenz in den älteren Sprachstufen (insbesondere Mittel- und Frühneuhochdeutsch) werden vorausgesetzt.
Scheinerwerb: Hausarbeit
In diesem Seminar ist (je nach Ausrichtung des eigenen Forschungsprojekts) ein Scheinerwerb in der Germanistischen Mediävistik oder in der Germanistischen Linguistik möglich.
Literatur zur Einführung:
Fludernik, Monika. 2003. The Diachronization of Narratology: Dedicated to F. K. Stanzel on His 80th Birthday. Narrative 11/3, 331-348.
(Der Text kann im Download-Bereich heruntergeladen werden.)
Leistungsnachweis
Grundsätzlich gilt für alle Studiengänge:
Wenn es alternative Prüfungsformen gibt, dann liegt die Wahl der Prüfungsform bei dem/der Prüfenden.
B.A.-Hauptfach Germanistik:
Hausarbeit (ca. 40.000 Zeichen). Die Prüfung wird benotet.
UNTER VORBEHALT DER GENEHMIGUNG DER ENTSPRECHENDEN SATZUNG:
Masterseminar der Neueren deutschen Literatur im Rahmen des Gemeinsamer Geistes- und Soz.Wiss. Profilbereichs:
Forschungsorientierte Seminararbeit (ca. 45.000 Zeichen). Die Prüfung wird benotet.
UNTER VORBEHALT DER GENEHMIGUNG DER ENTSPRECHENDEN SATZUNG:
Masterseminar im Rahmen des M.A.-Studiengangs Germanistische Literaturwissenschaft
Forschungsorientierte Seminararbeit (ca. 45.000 Zeichen). Die Prüfung wird benotet.
Alle Lehrämter Deutsch (modularisiert):
Hausarbeit (30.000-40.000 Zeichen). Die Prüfung wird benotet (Ausnahme: im Freien Bereich im LA GS/HS/RS wird die Prüfung mit bestanden/nicht-bestanden bewertet).
Wichtig:
Für alle Studiengänge gilt: Rechtsverbindlich ist nur die jeweilige Prüfungs- und Studienordnung in der jeweils aktuell gültigen Fassung.
Downloads
DateinameBeschreibunggültig vongültig bis
FludernikDiachronisationNarratology2003.pdf Fludernik (2003): Diachronic narratology
HS_DiachroneNarratologie_SoSe2015_Seminarplan.doc Seminarplan & Bibliographie
SchulzHübnerHdb2011.pdf Schulz & Hübner (2011): Mittelalter Hdb.
Ryan_2007_DefinitionOfNarrative.pdf SITZUNG 2: Ryan (2007): Definition of Narrative
KaiserchronikBeginn2014.pdf SITZUNG 2: Kaiserchronik, V. 1-246
Pier_2003_Story-Discourse.pdf Ergänzung zu Sitzung 2: Pier (2003): Story & Discourse
Rimmon-Kenan_2006_ConceptsofNarrative.pdf Ergänzung zu Sitzung 2: Rimmon-Kenan (2006): Concepts of Narrative
Titzmann_2003_TextualTheory.pdf Ergänzung zu Sitzung 3: Titzmann (2003): Narrativity - Textuality
Fludernik_2004_Letters&Chronicles.pdf SITZUNG 3: Fludernik (2004): Letters and Chronicles
HeliandOstern1996.pdf SITZUNG 3: Heliand, V. 5769-5802
HeliandOsternÜbers.pdf SITZUNG 3: Heliand-Übers.
OtfridV17.pdf SITZUNG 3: Otfrid V, 17
IweinAuszug1.pdf SITZUNG 4: Hartmann, Iwein, V. 1030-1300
HuebnerFokalisierung2004.pdf SITZUNG 4+5: Hübner (2004): Erzählform im höfischen Roman
Genette_2010_Perspektive-Fokalisierung.pdf SITZUNG 5: Genette 2010
HuebnerBewusstsein2004.pdf Ergänzung zu Sitzung 5: Hübner (2004): Bewusstseinsdarstellung
Broman_2004_Focalization-models.pdf SITZUNG 6: Broman 2004
IweinAuszuege2.pdf SITZUNG 6: Hartmann, Iwein, V. 21-58
IweinAuszug3.pdf SITZUNG 6: Hartmann, Iwein, V. 2935-3029
Parzival1.pdf SITZUNG 6: Wolfram, Parzival, Auszüge
Fleischman_1990_NewPhilology.pdf SITZUNG 02.06.15: Fleischman 1990
Zeman_2013_HistorischeMündlichkeit_zgl41-3.pdf SITZUNG 02.06.15: Zeman 2013
VeldekeEneas1986.pdf SITZUNG 09.06.15: Veldeke, Eneas, V. 1231-1686
UnzeitigAutorErzähler2004.pdf SITZUNG 16.06.15: Unzeitig 2004
Unzeitig2004Teil2.pdf SITZUNG 16.06.15: Unzeitig 2004 Teil 2
GlauchIchErzaehler2010.pdf Nachtrag zu Sitzung 16.06.15: Glauch 2010
GlauchSchwelle2009Auszug.pdf Nachtrag zu Sitzung 16.06.15: Glauch 2009
RudolfGerhart1971.pdf Rudolf von Ems, Der guote Gerhart, V. 813-1245
Eneas584-605.pdf SITZUNG 30.06.15: Veldeke, Eneas, V. 10450-10822
hinw_semarb_medi.pdf Hinweise zum Verfassen von Seminararbeiten im Fachteil Mediävistik
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Zeman, Sonja , Dr.
Grundsätzlich gilt für alle Studiengänge:
Wenn es alternative Prüfungsformen gibt, dann liegt die Wahl der Prüfungsform bei dem/der Prüfenden.
B.A.-Hauptfach Germanistik:
Hausarbeit (ca. 40.000 Zeichen). Die Prüfung wird benotet.
UNTER VORBEHALT DER GENEHMIGUNG DER ENTSPRECHENDEN SATZUNG:
Masterseminar der Neueren deutschen Literatur im Rahmen des Gemeinsamer Geistes- und Soz.Wiss. Profilbereichs:
Forschungsorientierte Seminararbeit (ca. 45.000 Zeichen). Die Prüfung wird benotet.
UNTER VORBEHALT DER GENEHMIGUNG DER ENTSPRECHENDEN SATZUNG:
Masterseminar im Rahmen des M.A.-Studiengangs Germanistische Literaturwissenschaft
Forschungsorientierte Seminararbeit (ca. 45.000 Zeichen). Die Prüfung wird benotet.
Alle Lehrämter Deutsch (modularisiert):
Hausarbeit (30.000-40.000 Zeichen). Die Prüfung wird benotet (Ausnahme: im Freien Bereich im LA GS/HS/RS wird die Prüfung mit bestanden/nicht-bestanden bewertet).
Wichtig:
Für alle Studiengänge gilt: Rechtsverbindlich ist nur die jeweilige Prüfungs- und Studienordnung in der jeweils aktuell gültigen Fassung.
LMU München
SoSe 2015
Dr.
Kipf Johannes Klaus