Uni-München
14. März 2017Hauptseminar Dialektologie des Bairischen 8222 Wer seine Sprache verliert verliert seine Heimat 8220
Mit unserem Sprechen zeigen wir einen Teil unserer Identität. So befasst sich dieses Seminar unter anderem mit den Beziehungen zwischen den Sprechern – insbesondere dialektaler Varianten- und den unterschiedlichen Facetten der Identität. Anschließend wird auf Aspekte des Dialekts in Zusammenhang...
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Jetzt Lernplan erstellenMit unserem Sprechen zeigen wir einen Teil unserer Identität. So befasst sich dieses Seminar unter anderem mit den Beziehungen zwischen den Sprechern – insbesondere dialektaler Varianten- und den unterschiedlichen Facetten der Identität. Anschließend wird auf Aspekte des Dialekts in Zusammenhang mit der Identität eingegangen. Aus psycholinguistischer Sicht interessiert insbesondere die dialektale Varietät als ein Faktor bei der Ausbildung von Identität.
Als Bairisch fasst man in der germanistischen Linguistik einen Dialektverbund von nicht standardisierten Varietäten im Südosten des oberdeutschen Sprachgebietes zusammen, die Teil des kontinental-westgermanischen bzw. deutschen Dialektkontinuums sind. Innerhalb des Bairischen wird zwischen Nordbairisch, Mittelbairisch und Südbairisch unterschieden. Der bairische Sprachraum umfasst im Freistaat Bayern die Regierungsbezirke Oberbayern, Niederbayern und Oberpfalz und das Staatsgebiet Österreichs.
Ausgehend von der Gliederung des deutschen Sprachraumes in großräumige Sprachlandschaften sollen die Unterschiede der einzelnen deutschen Dialektgruppen sowie ihre historische Entwicklung aufgezeigt werden. Darüber hinaus sollen die Unterschiede des Bairischen zu den anderen deutschen Dialekten behandelt werden sowie die Untergliederung des Bairischen in seine Teildialekte. Dabei sollen nicht nur die lautlichen Eigenheiten berücksichtigt werden, sondern auch die morphologischen sowie Besonderheiten der Syntax und der Lexik.
Während vor wenigen Jahren die Beschäftigung mit Mundarten im Deutschunterricht eher ein Schattendasein führte und hauptsächliche die Beherrschung der Standardsprache im Vordergrund stand, überholten neuere Forschungen auf dem Gebiet der Sozio- und Neurolinguistik die so genannte -Defizithypothese-, welche Dialekte als fehlerhafte Sprachstufe disqualifizierte, längst. Einschlägige Untersuchungen zur -inneren Mehrsprachigkeit- haben ergeben, dass Dialektsprecher in der situationsbezogenen Ausdrucksweise über klare Vorteile und über verschiedene sprachliche Register und Codes verfügen - eine soziale Kompetenz, die heute wieder stärker gefördert wird. Bildungspolitisch ist daher ein Wandel festzustellen, welcher sich vermehrt um eine Wertschätzung der Mundarten bemüht und Dialekt als Unterrichtsgegenstand fest im Lehrplan der bayerischen Schulen verankert. Eine kritische Auseinandersetzung mit der Thematik ist daher für jede Studentin und jeden Studenten, die bzw. der an lebendiger Sprachkultur interessiert ist, unumgänglich.
Fakultät für Sprach- und Literaturwissenschaften
Grundsätzlich gilt für alle Studiengänge:
Wenn es alternative Prüfungsformen gibt, dann liegt die Wahl der Prüfungsform bei dem/der Prüfenden.
B.A.-Hauptfach Germanistik:
Hausarbeit (ca. 40.000 Zeichen). Die Prüfung wird benotet.
Alle Lehrämter Deutsch (modularisiert) inklusive MA Berufliche Bildung (TUM) und MA Wipäd:
Hausarbeit (30.000-40.000 Zeichen). Die Prüfung wird benotet.
M.A. Germanistische Linguistik:
Forschungsorientierte Seminararbeit (ca. 45.000 Zeichen). Die Prüfung wird benotet.
Im Rahmen des Profilbereichs in Masterstudiengängen (vorläufig, weil Satzung noch nicht rechtskräftig):
Forschungsorientierte Seminararbeit (ca. 45.000 Zeichen)
Wichtig:
Für alle Studiengänge gilt: Rechtsverbindlich ist nur die jeweilige Prüfungs- und Studienordnung in der jeweils aktuell gültigen Fassung.
LMU München
WiSe 1617
Dr.
Eisert Tanja