Uni-Kassel
14. März 2017Hauptseminar Die Großstadt in Literatur und Medien der 20er Jahre HS LitWiss
Das (Haupt)Seminar behandelt die literarische und mediale Reflexion der Großstadt als Ort der Moderne. Schon vor Jahren hat der Germanist Klaus R. Scherpe in seinem damals viel beachteten Rowohlt-Band Die Unwirklichkeit der Städte die Frage aufgeworfen, ob die Großstadtfiktion im...
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Jetzt Lernplan erstellenDas (Haupt)Seminar behandelt die literarische und mediale Reflexion der Großstadt als Ort der Moderne. Schon vor Jahren hat der Germanist Klaus R. Scherpe in seinem damals viel beachteten Rowohlt-Band Die Unwirklichkeit der Städte die Frage aufgeworfen, ob die Großstadtfiktion im Zuge der neuen Informationstechnologie und einer umfassenden Medialisierung unserer urbanen Wahrnehmung überhaupt noch als eigenes Erzähl- und Repräsentationsmuster erkennbar ist. Das Seminar intendiert angesichts der beschleunigten medialen Entwicklung einerseits und der versuchten Re-etablierung von Berlin als metropolem Zentrum andererseits eine historische Rekonstruktion des Großstadttextes für die kurze, aber für das Seminarthema entscheidende Zeit der Weimarer Republik. Entscheidend nicht zuletzt deshalb, weil der Film als neues Erzählmedium von Stadt auftritt und auch für die Literatur zum Referenzmedium von Großstadtwahrnehmung und Großstadtfiktionen wurde: Metropolis, Berlin. Sinfonie einer Großstadt, Menschen am Sonntag u.a. sind als wichtige Filme hier zu nennen und im Seminar zu diskutieren. In der Literatur findet wir in den Zwanziger Jahren Großstadttexte in der Lyrik ebenso wie im Drama, in der Erzählung, im Roman. Dazu gehören: Brechts Im Dickicht der Städte, Döblins Roman Berlin Alexanderplatz (einschließlich von Verfilmung und Hörspiel Franz Biberkopf), Seghers' Erzählung Auf dem Weg zur amerikanischen Botschaft, Keuns Roman Das kunstseidene Mädchen. Kästners Emil und die Detektive (mit einer programmatischen Rahmenerzählung) zeigt, wie die neue Berlinerfahrung sich selbst auf die Kinder- und Jugendliteratur auswirken konnte. Die Lektürekenntnis der hier genannten Texte wird vorausgesetzt und sollte dementsprechend abgefragt werden können. Diese Texte und Filme stellen notabene nur einen kleinen Ausschnitt der Großstadtliteratur der Weimarer Republik dar; es kann, wenn im Einzelfall von Studierenden gewünscht, eine Ausweitung der Lektürebasis vorgenommen werden. Um dieses Interesse bei der thematischen Festlegung der einzelnen Sitzungen berücksichtigen zu können, bitte ich um einen raschen e-mail-Kontakt. Die endgültige Seminarplanung wird rechtzeitig veröffentlicht.
FB 02 Institut für Germanistik
Uni Kassel
SS 2008
Germanistische Literaturwissenschaft
Prof. i.R.
Seibert Peter i.R