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Uni-Essen
14. März 2017

Hauptseminar Hauptseminar Spanische Literaturwissenschaft Die europäische Aufklärung in hispanoamerikanischen Romanen

Themen der europäischen Aufklärung lassen sich in aktuellen Romanen häufig finden, so beispielsweise in dem kürzlich erschienenen jüngsten Roman Hombres buenos des spanischen Bestseller-Autors Arturo Pérez Reverte, in dem es um die abenteuerliche Beschaffung der in Spanien verbotenen Encyclopédie von...

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Themen der europäischen Aufklärung lassen sich in aktuellen Romanen häufig finden, so beispielsweise in dem kürzlich erschienenen jüngsten Roman Hombres buenos des spanischen Bestseller-Autors Arturo Pérez Reverte, in dem es um die abenteuerliche Beschaffung der in Spanien verbotenen Encyclopédie von Diderot und d’Alembert für die Bibliothek der Madrider Akademie geht. Wenn sich hispanoamerikanische Autoren der europäischen Aufklärung widmen, ist dies immer eine sehr komplexe Angelegenheit, die nicht nur eine intensive Auseinandersetzung mit europäischen Ideen des 18. Jahrhunderts betrifft, die auch Lateinamerika geprägt haben und vor allem letztlich mit zur Unabhängigheit von Mutter Spanien und der nationalen Autonomie geführt haben, sondern es geht auch immer um die Suche nach der lateinamerikanischen Identität in der Auseinandersetzung mit Europa. Für das Hauptseminar ergibt sich so eine mindestens doppelte Perspektive, die exemplarisch an drei hispanoamerikanischen Romanen verfolgt werden soll: erstens der Blick auf die europäische Aufklärung selbst und zweitens der Blick aus der Perspektive der lateinamerikanischen Autoren auf Europa und die Aufklärung in ihren vielfältigen Beziehungen zu Amerika. Die beiden kubanischen Schriftsteller Alejo Carpentier (1904-1980) und Reinaldo Arenas (1943-1990) zählen zu den großen Autoren der hispanoamerikanischen Literatur. Alejo Carpentier widmet sich in El siglo de las luces (1962) den Folgen der Aufklärung und der Französischen Revolution von 1789 in der Karibik. Zentrale Grundbegriffe für Carpentier sind die Konzepte des Barock und des real maravilloso. Reinaldo Arenas behandelt in El mundo alucinante (Una novela de aventuras) das Schicksal des mexikanischen Klerikers Fray Servando Teresa de Mier, der sich gegen kirchliche Lehren auflehnt und auf seinen Reisen durch Europa nicht nur ständig auf der Flucht vor seinen Verfolgern ist, sondern auch die Schattenseiten des Mutterlandes Spanien kennenlernt. Der argentinische Autor Pablo De Santis, 1963 in Buenos Aires geboren, inszeniert in El calígrafo de Voltaire(2001) den Rückblick des Ich-Erzählers Dalessius auf sein ereignisreiches Leben in Europa, wo er als Sekretär bei Voltaire gearbeitet hat und von diesem verschiedene Aufträge erhielt, die er ausführen musste, und schließlich nach Buenos Aires gelangt. Viele Hauptthemen der französischen Aufklärung und historische Schlüsselereignisse erscheinen in diesem Roman. Behandelt werden folgende Texte, deren zügige Anschaffung empfohlen wird, damit sie zu Semesterbeginn zur Verfügung stehen: • Arenas, Reinaldo (2008): El mundo alucinante (Una novela de aventuras). Edición de Enrico Mario Santí. Madrid: Cátedra (= Letras Hispánicas, 616). • Carpentier, Alejo (2003): El siglo de las luces. Madrid: Alianza. • De Santis, Pablo (2002): El calígrafo de Voltaire. Barcelona: Ediciones Destino. Das Hauptseminar ist gemäß der jeweiligen Studienordnung für alle Studiengänge offen. Romanistik Universität Duisburg-Essen WiSe 2015/16 alle Studiengänge, alle Studiengänge/Studienfächer Professor Jacobs Helmut C