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Uni-Dortmund
14. März 2017

Hauptseminar Literatur in Bildern Zum Verhältnis von Text und Bild bei Rodolphe Toepffer Wilhelm Busch und Karl Valentin

Die Frage danach, was ein Text und was ein Bild ist, scheint auf den ersten Blick zwei unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen anzugehören. In diesem Seminar wird die Text-Bild-Debatte in der Literaturwissenschaft, die diskursive Interaktion zwischen Bildern und Texten auf das Werk...

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Die Frage danach, was ein Text und was ein Bild ist, scheint auf den ersten Blick zwei unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen anzugehören. In diesem Seminar wird die Text-Bild-Debatte in der Literaturwissenschaft, die diskursive Interaktion zwischen Bildern und Texten auf das Werk dreier unterschiedlicher Autoren, die bimedial gearbeitet haben, perspektiviert. Dabei gilt es, sich dem Problem der -Medialität von Texten- und der -Textualität von Medien- gleichermaßen zu stellen. Rodolphe Toepffer (1799-1846) zeichnete und textete in den 30er und 40er Jahren des 19. Jahrhunderts im damals neuen lithografischen Verfahren der Autografie eine Reihe humoristischer Bilderromane. Er verfasste 1845 einen -Essai de Physiognomie-, der als eine erste Theorie des Erzählens in Bildern gilt. Die Bildergeschichten des Zeichners und Malers Wilhelm Busch (1832-1908) die Konturwesen des -Papiertheaters- der -Münchener Bilderbogen- für die auch Busch arbeitete, inspirierten Filme und Filmprojekte des Komikers Karl Valentin (1882-1948). Valentin legte als Inspirationsquelle für seine eigene Arbeit eine Sammlung mit Karikaturen an und debütierte als -lebende Karikatur- 1908 auf der Bühne und vier Jahre später im Film. Als -Daumierkarikaturen des trauten Bürgerheims- beschrieb die Kunsthistorikerin und Filmkritikern Lotte Eisner Valentins erste Stummfilme treffend. Anhand der Analyse ausgewählter Arbeiten von Rodolphe Toepffer, Wilhelm Busch und Karl Valentin werden Grundlagen der Text- und Bildrhetorik mit Positionen der aktuellen literaturwissenschaftlichen und bildwissenschaftlichen Forschung in Verbindung gebracht. Martin Schulz, Ordnungen der Bilder. Eine Einführung in die Bildwissenschaft, München: Fink 2005. Gottfried Boehm, Bildbeschreibung. Über die Grenzen von Bild und Sprache. In: Ders., Helmut Pfotenhauer (Hg.), Beschreibungskunst - Kunstbeschreibung. Studien zur Ekphrasis von der Antike bis zur Gegenwart, München: Fink 1995, S. 23 - 40. Volker Bohn (Hg.), Bildlichkeit. Internationale Beiträge zur Poetik, Frankfurt am Main: Suhrkamp 1990. Darin die Beiträge von W.J.T. Mitchell: Was ist ein Bild? (S. 17 - 59) und Eckhard Lobsien: Bildlichkeit, Imagination, Wissen: Zur Phänomenologie der Vorstellungsbildung in literarischen Texten (S. 89 - 114). Technische Universität Dortmund SoSe 2012 Gronenborn Klaus