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Uni-Essen
14. März 2017

Hauptseminar Macht und Kommunikation Theoretische Konzepte und Verbindungslinien

Bei dem Begriff der Macht handelt es sich einen politischen Begriff, aufgeladen mit unterschiedlichen Verständnissen, Ideen und Assoziationen: In der Vergangenheit und im alltäglichen Sprachgebrauch wird der Begriff der Macht vor allem angewandt, um die Durchsetzungsfähigkeit und -kraft politischer Führungseliten...

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Bei dem Begriff der Macht handelt es sich einen politischen Begriff, aufgeladen mit unterschiedlichen Verständnissen, Ideen und Assoziationen: In der Vergangenheit und im alltäglichen Sprachgebrauch wird der Begriff der Macht vor allem angewandt, um die Durchsetzungsfähigkeit und -kraft politischer Führungseliten und Institutionen zu beschreiben. Macht ist nach diesem Verständnis ein klar lokalisierbares Phänomen, dass sich auf das Gewaltmonopol des Staates und sein Recht zur Genese kollektiv verbindlicher Entscheidungen zurückführen lässt. Unter Macht in einem erweiterten Sinne versteht man jedoch in der Gegenwart alle sozialen Interaktionen, in denen das Handeln des Gegenübers verändert, angepasst oder manipuliert wird. Macht ist in diesem Sinne ein omnipräsentes soziales Phänomen, dass keiner gesellschaftlichen Sphäre eindeutig zugeschrieben werden kann. In beiden Verständnissen ist die Wirkung von Macht erst möglich, wenn zuvor die Intention des Machthabers dem Gegenüber verständlich kommuniziert wurde – Kommunikation ist demnach eine mit dem sozialen Phänomen der Macht genuin verbundene Kategorie. Kommunikation ist innerhalb dieser engen Verbindung mehr als nur Trägermedium von Macht, sie wird vielmehr zu einem bestimmenden Faktor für die erfolgreiche Implementierung einer Machtbeziehung. Ohne Kommunikation ist soziale Macht nicht möglich und das Phänomen der Macht wiederum kann durch entsprechende Kommunikationsstrategien stärker oder eben schwächer wirken. Im Rahmen des Seminars soll ein Verständnis für die verschiedenen theoretischen Bedeutungen und Konzepte der Phänomene Macht und Kommunikation erarbeitet werden. Erkenntnisleitend wird hierbei die Frage gestellt, ob Macht in der Moderne noch ohne Kommunikation zu denken ist bzw. ob gegebenenfalls eine partielle Verschmelzung von Kommunikation und Macht zu beobachten ist, die dazu führt, dass bestimmte kommunikative Strategien der Schlüssel zu gesellschaftlicher Hegemonie, Steuerung und Durchsetzungsfähigkeit sind. Um der Beantwortung dieser Frage näher zu kommen, sollen unter anderem (Achtung: vorläufige Planung) die Theorien der Macht bzw. Kommunikation von Weber, Arendt, Habermas, Luhmann, Foucault, Laclau und Mouffe sowie sprach- und kommunikationstheoretische Ansätze diskutiert werden. Imbusch, Peter (Hrsg.): Macht und Herrschaft. Sozialwissenschaftliche Konzeptionen und Theorien, Opladen 1998. Rieger, Günter; Schultze, Rainer-Olaf: Machttheoretische Ansätze, in: Nohlen, Dieter; Schultze, Rainer-Olaf: Lexikon der Politikwissenschaft, München 2004, S. 499-506. Sozialwissenschaften Voraussetzungen für einen Leistungsnachweis: regelmäßige vorbereitende Lektüre, aktive Mitarbeit, mündlicher Vortrag und schriftliche Hausarbeit Universität Duisburg-Essen SS 2009 LA-Sowi, Lehrämter Sozialwissenschaften (E) Dr. Hagemann Ingmar