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Uni-Kassel
17. Juli 2017

Hauptseminar Moralisches Begründen

‚Moral predigen ist leicht, Moral begründen schwer’ hatte schon Schopenhauer seiner Ethik als Motto vorangestellt. Wie also läßt sich etwas als moralisch richtig erweisen und wie sind die mit moralischen Überzeugungen typischerweise verbundenen Forderungen und Soll-Sätze zu rechtfertigen? Ein Typ...

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‚Moral predigen ist leicht, Moral begründen schwer’ hatte schon Schopenhauer seiner Ethik als Motto vorangestellt. Wie also läßt sich etwas als moralisch richtig erweisen und wie sind die mit moralischen Überzeugungen typischerweise verbundenen Forderungen und Soll-Sätze zu rechtfertigen? Ein Typ von Moralbegründung meint, dass man solche Forderungen nur als Elemente eines Vertrages, den rationale Personen miteinander schließen, verstehen kann. Dieses Begründungsmodell werden wir anhand des real-kontraktualistischen Modells von Peter Stemmer analysieren. Hier werden die typischen Probleme dieses Ansatzes zu diskutieren sein - die Auswirkungen ungleicher Ausgangspositionen und der geringe Umfang der positiven Pflichten. Dagegen meint Richard Hare, dass man bei der Moralbegründung zuerst nach einer Logik des moralischen Denkens suchen muß. Wer überhaupt moralisch reden will, so seine These, muß sich der dieser Kommunikationsform immanenten Logik beugen, in der Präskriptivität und Universalisierbarkeit eine zentrale Rolle spielen. Hares Überzeugung ist, daß man mit der Freilegung dieser Logik ein wirkungsvolles Werkzeug für die Herstellung eines rationalen moralischen Einverständnisses bekommt. Das Seminar wird deshalb die von Hare behauptete Verbindung zwischen moralischem Denken und Utilitarismus zu überprüfen haben. Hier wird auch die Analyse der beiden Ebenen des moralischen Denkens – der intuitiven und der kritischen - eine wichtige Rolle spielen. Behandelt werden u.a. ausgewählte Abschnitte aus: - P. Stemmer: Handeln zugunsten anderer (de Gruyter) - R.M. Hare: Moralisches Denken (Suhrkamp) Die Lektüre beider Texte ist zu Vorbereitung empfohlen FB 02 Institut für Philosophie Uni Kassel WiSe 2013/14 Philosophie HF Prof. Dr. Pfannkuche Walter