Uni-München
14. März 2017Hauptseminar Nibelungenlied und Klage
Das mittelhochdeutsche Nibelungenlied ist UNESCO-zertifiziertes Weltdokumentenerbe, aber was dokumentiert sich darin eigentlich? Ein Teil der Antwort hat offenbar schon das mittelalterliche Publikum verunsichert: Jedenfalls zeichnen sich Versuche, die block- und bruchhaften Fügungen der Handlung und das schroffe Gegeneinander der Sinnschichten...
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Jetzt Lernplan erstellenDas mittelhochdeutsche Nibelungenlied ist UNESCO-zertifiziertes Weltdokumentenerbe, aber was dokumentiert sich darin eigentlich? Ein Teil der Antwort hat offenbar schon das mittelalterliche Publikum verunsichert: Jedenfalls zeichnen sich Versuche, die block- und bruchhaften Fügungen der Handlung und das schroffe Gegeneinander der Sinnschichten und Perspektiven interpretierend zu bewältigen, bereits in der Abfolge der verschiedenen ‚Fassungen‘ des Nibelungenlieds sowie im Überlieferungsverbund mit der Klage ab – einem narrativen Supplement, das Wertungen und Schuldzuschreibungen im nachhinein vereindeutigt und die Heillosigkeit des finalen Massakers an Etzels Hof durch Fortführung der Handlung relativiert. Seit der Wiederentdeckung des Nibelungenlieds im 18. Jahrhundert sind die wissenschaftlichen wie künstlerischen Interpretationsprozesse nicht mehr zum Stillstand gekommen; abwechselnd lagern sich ideologische Nivellierungen und literarische Trivialisierungen, aber auch differenzierte philologische Kommentare und raffiniertes mehrdimensionales Neu-Erzählen an den Text an.
Insgesamt also eine aus der Vormoderne in die Gegenwart ragende, monumentale kulturelle Plastik, zu deren opakem Kern vorzustoßen nicht ganz einfach ist. Das Seminar sucht Zugänge einerseits in ausschnittweiser gemeinsamer Lektüre, andererseits in der Diskussion ausgewählter aktueller Forschungsbeiträge. Vorausgesetzt wird die intensive analytische Lektüre des Textes bis zur ersten Sitzung.
Ausgabe: Das Nibelungenlied und die Klage. Nach der Handschrift 857 der Stiftsbibliothek St. Gallen. Mittelhochdeutscher Text, Übersetzung und Kommentar. Hg. von Joachim Heinzle (Deutscher Klassiker Verlag im Taschenbuch 51). Berlin: Deutscher Klassiker Verlag 2015.
Fakultät für Sprach- und Literaturwissenschaften
Grundsätzlich gilt für alle Studiengänge:
Wenn es alternative Prüfungsformen gibt, dann liegt die Wahl der Prüfungsform bei dem/der Prüfenden.
B.A.-Hauptfach Germanistik:
Hausarbeit (ca. 40.000 Zeichen). Die Prüfung wird benotet.
UNTER VORBEHALT DER GENEHMIGUNG DER ENTSPRECHENDEN SATZUNG:
Masterseminar der Neueren deutschen Literatur im Rahmen des Gemeinsamer Geistes- und Soz.Wiss. Profilbereichs:
Forschungsorientierte Seminararbeit (ca. 45.000 Zeichen). Die Prüfung wird benotet.
UNTER VORBEHALT DER GENEHMIGUNG DER ENTSPRECHENDEN SATZUNG:
Masterseminar im Rahmen des M.A.-Studiengangs Germanistische Literaturwissenschaft
Forschungsorientierte Seminararbeit (ca. 45.000 Zeichen). Die Prüfung wird benotet.
Alle Lehrämter Deutsch (modularisiert):
Hausarbeit (30.000-40.000 Zeichen). Die Prüfung wird benotet (Ausnahme: im Freien Bereich im LA GS/HS/RS wird die Prüfung mit bestanden/nicht-bestanden bewertet).
Wichtig:
Für alle Studiengänge gilt: Rechtsverbindlich ist nur die jeweilige Prüfungs- und Studienordnung in der jeweils aktuell gültigen Fassung.
LMU München
SoSe 2016
Univ.Prof.Dr.
Waltenberger Michael