Uni-Kassel
14. März 2017Hauptseminar Theater und Schule Inszenierungsanalyse im Unterricht
Theater ist ein fester Bestandteil des Deutschunterrichts, sei es im Bereich der traditionellen Drameninterpretation, der Szenischen Interpretation, des Darstellenden Spiels oder des schulischen Theaterbesuchs. Dabei dient die konkrete Inszenierung - auf DVD oder im Theater vor Ort - oft nur...
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Jetzt Lernplan erstellenTheater ist ein fester Bestandteil des Deutschunterrichts, sei es im Bereich der traditionellen Drameninterpretation, der Szenischen Interpretation, des Darstellenden Spiels oder des schulischen Theaterbesuchs. Dabei dient die konkrete Inszenierung - auf DVD oder im Theater vor Ort - oft nur als erholsamer Abschluss einer Unterrichtseinheit, selten kommt es zu einer Inszenierungsanalyse im theaterwissenschaftlichen Sinn.
Die Gästebücher vieler Theater belegen darüber hinaus, dass sowohl Schüler als auch Lehrer Inszenierungen eher dann goutieren, wenn diese den Text -richtig-, das heißt -werktreu- auf die Bühne bringen. Über die -Faust--Inszenierung Tilmann Köhlers am Nationaltheater Weimar beispielsweise schreibt ein Schüler: -Faust ist in vielen Bundesländern eine Pflichtlektüre, wenn man Abitur machen möchte. Daher wird der Faust von vielen Jugendlichen gesehen. Diese Aufführung ist als Musterbeispiel für Faust eher ungeeignet, da vieles entstellt und weggelassen wird.- Eine Gruppe von Lehrern ergänzt: -Unsere Schüler hätten sich gefreut, wenn statt der eindrucksvollen, aber doch statischen Bilder etwas mehr Klarheit geherrscht hätte - weiß das in Weimar keiner, dass das Theater vor allem auch von Schülern lebt? Etwas weniger Arroganz dem Zuschauer gegenüber wäre schön gewesen.-
Um zeitgenössische Inszenierungen nicht per se mit dem pejorativen Etikett -Regietheater- zu versehen - bzw. um zu der Einsicht zu gelangen, dass es Werktreue nicht geben kann -, bedarf es einer genauen und kenntnisreichen Wahrnehmung für die unterschiedlichen Regiesprachen, Deutungsansätze und ästhetischen Positionen im zeitgenössischen Kulturbetrieb. Im Seminar sollen Aspekte der Inszenierungsanalyse besprochen und auf aktuelle Klassikerinszenierungen angewendet werden, dabei steht die unterrichtspraktische Umsetzung im Vordergrund.
Folgende Inszenierungen stehen auf dem Programm:
• Emilia Galotti (Regie: Michael Thalheimer, Deutsches Theater Berlin, 2001)
• Woyzeck (Regie: Thomas Ostermeier, Schaubühne Berlin, 2003)
• Die Räuber (Regie: Nicolas Stemann, Thalia Theater Hamburg, 2008)
• Medea (Regie: Gustav Rueb, Staatstheater Kassel, 2010)
FB 02 Institut für Germanistik
Uni Kassel
WiSe 2011/12
Germanistik/Deutsch
FB 02 Institut für Germanistik
Dr.
Wicke Andreas