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Uni-Siegen
14. März 2017

Im engsten Zirkel der Macht Kaiser Heinrich III 1039-1056 und seine Helfer

Die mittelalterlichen deutschen Könige und Kaiser sind keine diktatorisch agierenden Autokraten gewesen; vielmehr waren sie auf die einflußreichen weltlichen und geistlichen Fürsten des Reiches angewiesen. Die Monarchen zogen unter anderem einen Kreis gebildeter Geistlicher zu Rate, auf den sie sich...

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Die mittelalterlichen deutschen Könige und Kaiser sind keine diktatorisch agierenden Autokraten gewesen; vielmehr waren sie auf die einflußreichen weltlichen und geistlichen Fürsten des Reiches angewiesen. Die Monarchen zogen unter anderem einen Kreis gebildeter Geistlicher zu Rate, auf den sie sich auch in der Verwaltung ihres Reiches stützten. Die zentrale geistliche Institution der mittelalterlichen Herrscherhöfe ist die Hofkapelle gewesen. Im hochmittelalterlichen deutschen Reich waren die Hofkapläne zumeist adliger Herkunft und hatten ihren weltlichen Verwandten die geistlichen Weihen voraus, so daß sie, wenn sie sich am Hofe bewährten, von den Herrschern später auf einen Erzbischofs- oder Bischofsstuhl erhoben werden konnten. Das Proseminar soll die politische Bedeutung der Hofkapelle an ausgewählten Quellen erhellen. Dafür bietet sich die Zeit der Alleinherrschaft des zweiten Kaisers aus dem Geschlecht der Salier, Kaiser Heinrichs III. (10391056), deshalb an, weil er der kirchlichen Erneuerungsbewegung den Weg an die Spitze des Papsttums bahnte und weil in dem fast zeitgleich regierenden Kölner Erzbischof Herimann II. (10361056) eine interessante Gestalt der rheinischen Geschichte näher beleuchtet werden kann. Ferner wird zu erörtern sein, worin die Gefährdungen des salischen Königtums bestanden haben, die sich gut zwei Jahrzehnte nach dem Tod des Kaisers unter seinem Sohn und Nachfolger Heinrich IV. in den Sachsenkriegen und im Investiturstreit entluden. Zugleich werden im Proseminar die Methoden der Quelleninterpretation und die Benutzung grundlegender Hilfsmittel der Geschichtswissenschaft eingeübt. Bei Interesse der Teilnehmerinnen und Teilnehmer kann eine Tagesexkursion nach Köln eingeplant werden. Martina Hartmann: Mittelalterliche Geschichte studieren, Konstanz 2004, 3. Aufl. 2011. Ahasver von Brandt: Werkzeug des Historikers. Eine Einführung in die historischen Hilfswissenschaften (Urban-Bücher bzw. Kohlhammer-Taschenbücher 33), Stuttgart 1958, 18. Aufl. 2012. Hans Kurt Schulze: Hegemoniales Kaisertum. Ottonen und Salier (Deutsche Geschichte 3), Berlin 1991, 2. Aufl. 1994, Studienausgabe 1998. Hans-Walter Klewitz: Königtum, Hofkapelle und Domkapitel im 10. und 11. Jahrhundert, in: Archiv für Urkundenforschung 16 (1939), S. 102156, Nachdruck Darmstadt 1960. Josef Fleckenstein: Die Hofkapelle der deutschen Könige (Monumenta Germaniae Historica. Schriften 16/12), Stuttgart 19591966. Papiermühle, Punze und Post - Medien im Mittelalter Von allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern werden die regelmäßige Mitarbeit und die mündliche Beteiligung in allen Sitzungen des Seminars sowie die Vorbereitung von Sitzung zu Sitzung einschließlich kleinerer Hausaufgaben erwartet. Die Studienleistung wird darüber hinaus aufgrund von drei bis vier schriftlichen Hausaufgaben, die termingerecht vorzulegen sind, und zusätzlich einer bestandenen Lernkontrolle bescheinigt. Für die Bescheinigung der Prüfungsleistung ist die Anfertigung einer schriftlichen Hausarbeit im Anschluß an das Proseminar erforderlich; die Hausarbeit muß aus organisatorischen Gründen bis zum 17. März 2017 eingereicht werden. Universität Siegen WiSe 2016/17 Historisches Seminar Preußen im 18 Jahrhundert