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Uni-Kassel
14. März 2017

Kompaktseminar Stadt Rand Vegetation

Vegetationskunde zählt zu den ausgezeichneten professionellen Werkzeugen der Freiraum- und Landschaftsplanung. Im Seminar werden wir in die Vegetationskunde und in die notwen-dige Artenkenntnis einführen, indem wir in verständlicher, nachvollziehbarer Weise von der pflanzensoziologischen Vegetationsaufnahme über die Tabellenarbeit bis zur Interpretation...

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Vegetationskunde zählt zu den ausgezeichneten professionellen Werkzeugen der Freiraum- und Landschaftsplanung. Im Seminar werden wir in die Vegetationskunde und in die notwen-dige Artenkenntnis einführen, indem wir in verständlicher, nachvollziehbarer Weise von der pflanzensoziologischen Vegetationsaufnahme über die Tabellenarbeit bis zur Interpretation der Vegetationsausstattung alle Arbeitsschritte durchführen. Die (spontane) Vegetation und ihre Verteilung in der Stadt folgen vor allem der Stadtstruktur, der Pflege und den Nutzungen. Als Beispiel dient uns die reale Vegetation der in Mittelhessen gelegenen Stadt Bad Hersfeld, in der wir das Kompaktseminar ausrichten. Das Seminar wird in Zusammenarbeit von StudentInnen und Dozenten der Universität Kassel und der Fachhochschule Neubrandenburg durchgeführt. Gegenstand wird die Siedlungsvegetation sein, vor allem am Stadtrand. Sucht man die Träu-me einer Stadt, dann solle man sich deren Ränder anschauen, rät ITALO CALVINO, was glei-chermaßen aktuell hergestellte wie Spuren ehemaliger Stadtränder betrifft. Ausgehend von diesem Augenmerk werden wir uns die Stadtränder von Bad Hersfeld genauer ansehen und die Vegetation pflanzensoziologisch beschreiben. Straßen und Wege, Abstandsgrün, öffentli-che Anlagen und Ruderalflächen, private Gärten und Grabeländer, städtische und agrarisch geprägte Grünländer sowie Hecken und Gebüsche sind Gegenstände, denen wir uns zuwenden werden. Seit den 1970er Jahren ist die Vegetation in der Stadt ein Arbeitsfeld der Pflanzensoziologie. Dabei ist die ‚Natur der Stadt', die in der Vegetationsausstattung zum Ausdruck kommt, anthropogen bestimmt und kann daher als Indiz der Siedlungsgeschichte und der aktuellen Nutzungen bzw. Tätigkeiten gelesen werden. Insofern ist Vegetation, wie sie im Seminar thematisiert wird, in erster Linie nicht Selbstzweck, sondern ein gehaltvolles und im Detail präzises Mittel zur Beschreibung und Deutung der lokalen Herstellungs- und Nutzungsge-schichte von Freiräumen. Damit kann die Vegetationsausstattung, sofern Herkunft und Bedeutung verstanden werden, als Vorbild für die Planung von Freiräumen dienen, die den Gebrauch und die lokale Ökonomie stärken. Planung wird im Seminar als Philosophie deutenden Verstehens begriffen und angewandt, die die Geschichte eines Ortes (nach)erzählt, um aus der Vergangenheit prüfbaren Rat für die Gegenwart zu wissen, damit die Zukunft lebbar bleibt. Das sind in der Regel alltägliche, banale Geschichten, die für einen Indizienkundler so spannend werden können wie ein gut geschriebener Kriminalroman. Die aktuelle städtebauliche Debatte um die so genannte ‚Zwischenstadt' hat die Stadtränder und deren Vegetation wiederentdeckt. Mittlerweile wird von Seiten des Naturschutzes die Forderung erhoben, auch in der Stadt die als ‚schützenswert' deklarierten Arten und Pflanzengesellschaften unter Naturschutz zustellen. Ob diese Debatten zum Verstehen des Ortes und dessen Geschichte beitragen oder dieses eher erschweren, wäre am Gegenstand zu prüfen. Vorbereitungstreffen (u.a. mit genauer Kostenaufstellung, Literaturhinweisen, Hinweisen auf Organisation und Ablauf): Dienstag, den 17. April 2007 um 16:00 Uhr im Seminarraum 0103 in der Gottschalkstr. 26 Das Seminar ist auf 10 Student/innen begrenzt (Warteliste). Anmeldung bei Florian Bellin-Harder, Gottschalkstr. 26. Raum 3106, 0561-804-2418. Kompaktseminar Zeitraum: 13.-25. Mai 2007 Ort: Bad Hersfeld Unterkunft: Jugendbildungsstätte an der Stiftsruine Kosten für Unterkunft und Verpflegung: ca. 180,- Euro Lehrkraft: Dipl.-Ing. Florian Bellin-Harder FB 06 Architektur, Stadtplanung, Landschaftsplanung Uni Kassel SS2007 Architektur Stadt- und Regionalplanung Dr.-Ing. Bellin Harder Florian Ing