Uni-Dortmund
14. März 2017Kompaktveranstaltung Ökotopien
Utopien sind, grob gesprochen, in literarischer Form dargestellte politisch-philosophische Zukunftsentwürfe. Utopisches Denken ist vielfach kritisiert worden, sodass das Wort -utopisch- alltagssprachlich oft austauschbar mit -unrealisierbar- oder vielleicht sogar -spinnert- verwendet wird. Mit dem Zusammenbruch der real-sozialistischen Staaten am Ende des...
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Jetzt Lernplan erstellenUtopien sind, grob gesprochen, in literarischer Form dargestellte politisch-philosophische Zukunftsentwürfe. Utopisches Denken ist vielfach kritisiert worden, sodass das Wort -utopisch- alltagssprachlich oft austauschbar mit -unrealisierbar- oder vielleicht sogar -spinnert- verwendet wird. Mit dem Zusammenbruch der real-sozialistischen Staaten am Ende des 20. Jh. schien die Form der Utopie eine Zeitlang gänzlich diskreditiert zu sein. Völlig aufgegeben wurde sie allerdings nie, und es ist seit einiger Zeit eine vorsichtige Wiederaufnahme von oder wenigstens ein Interesse an Utopien zu beobachten.
Eine besondere Aktualität kommt Utopien dabei angesichts der selbstverschuldeten ökologischen Bedrohung zu, der wir uns im 21. Jh. gegenübergestellt sehen. Wir benötigen mit einiger Dringlichkeit Vorstellungen davon, wie eine ökologisch nachhaltige Gesellschaft beschaffen sein könnte oder zumindest beschaffen sein sollte. Dystopische Schilderungen einer ökologisch düsteren Zukunft bis hin zu apokalyptischen Szenarien gibt es seit Mitte des 20. Jh., in jüngerer Zeit hat es aber auch zunehmend Versuche gegeben, das zu entwerfen, was mit einem von Ernst Callenbach geprägten Wort -Ökotopien- genannt werden könnte.
Es sind diese positiven utopischen Entwürfe, denen sich das Seminar widmet.
Wir werden uns im Ausgang von einigen paradigmatischen historischen Beispielen von Utopien den Begriff der Utopie erschließen und möglichen Nutzen und Schaden von Utopien diskutieren. Nach dieser allgemeinen Annäherung an die philosophisch-politische literarische Gattung werden wir uns mit frühen ökotopischen Entwürfen befassen, an denen sich einige grundlegende Eigenarten und auch Probleme von Ökotopien aufzeigen lassen. Schließlich werden wir die gewonnenen deskriptiven und wertenden Einsichten an gegenwärtigen ökotopischen Schriften prüfen und versuchen, einen Ausblick auf die Zukunft des utopischen Denkens zu gewinnen. Ein Ziel des Seminars wird es dabei sein, im Zuge der Beschäftigung mit vorliegenden Ökotopien eigene utopische/ökotopische Entwürfe zu entwickeln.
Das Seminar findet nicht wöchentlich, sondern als eine Art gestreckte Kompaktveranstaltung statt: Den Auftakt bilden einige Doppelsitzungen zu Beginn des Semesters; in der Woche nach Pfingsten werden an zwei Tagen mehrere Sitzungen stattfinden; den Abschluss bilden zwei Doppelsitzungen gegen Ende des Semesters.
Zur Vorbereitung sollten Sie bis zum Vorlesungsbeginn lesen: Thomas Morus, Utopia; Tommaso Campanella, Sonnenstaat (La cità del sole); Francis Bacon, Neu-Atlantis (Nova Atlantis/New Atlantis). Die im Seminar verwendeten deutschen Übersetzungen dieser drei Texte finden Sie in: Klaus J. Heinisch (Hrsg.) (1960) Der utopische Staat. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt.
Die sonstige im Seminar behandelte Literatur wird vor Vorlesungsbeginn bekannt gegeben. Melden Sie sich daher bitte frühzeitig im EWS-Arbeitsraum des Seminars an.
Technische Universität Dortmund
SoSe 2012
Institut für Philosophie und Politikwissenschaft
Naeve Nico