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Uni-Siegen
14. März 2017

Korpuslinguistik in der historischen Sprachwissenschaft des Deutschen

Korpuslinguistik in der historischen Sprachwissenschaft in Deutschen Korpuslinguistische Methoden gehören mittlerweile zum unentbehrlichen Handwerkszeug für Linguistinnen und Linguisten. Fragestellungen, die aus ganz unterschiedlichen Perspektiven auf Sprache hervorgehen beispielsweise variationslinguistische, soziolinguistische oder pragmatische Fragestellungen lassen sich mit Hilfe von Korpora beantworten....

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Korpuslinguistik in der historischen Sprachwissenschaft in Deutschen Korpuslinguistische Methoden gehören mittlerweile zum unentbehrlichen Handwerkszeug für Linguistinnen und Linguisten. Fragestellungen, die aus ganz unterschiedlichen Perspektiven auf Sprache hervorgehen beispielsweise variationslinguistische, soziolinguistische oder pragmatische Fragestellungen lassen sich mit Hilfe von Korpora beantworten. So kann man Fragen nachgehen wie: Ist der Genitiv im Deutschen tatsächlich auf dem Rückzug oder ändert er nur seine Anwendungsdomäne? Gibt es sprachliche Konstruktionen, die für bestimmte Genres (z.B. die Zeitungssprache) distinktiv sind? Wird auf Politikerinnen häufiger mit dem Vornamen Bezug genommen (Hillary), als dies bei männlichen Politikern der Fall ist (Trump)? Sind (scheinbare) Synonympaare wie richtig und korrekt tatsächlich bedeutungsgleich oder lassen sich anhand des Gebrauchskontexts unterschiedliche Bedeutungsnuancen bzw. diachrone Bedeutungsverschiebungen feststellen? Wie man solchen und sehr vielen anderen Fragen mit Hilfe korpuslinguistischer Methoden auf den Grund gehen kann, wird in diesem Seminar vermittelt. Der Schwerpunkt liegt dabei auf diachronen deutschsprachigen Korpora:     Referenzkorpus Altdeutsch (für das Althochdeutsche)     Mittelhochdeutsche Begriffsdatenbank (für das Mittelhochdeutsche)     Bonner Frühneuhochdeutschkorpus (für das Frühneuhochdeutsche)     GerManC-Korpus und Deutsches Textarchiv (für das Neuhochdeutsche)     Deutsches Referenzkorpus und falls Zeit bleibt Dortmunder Chatkorpus und Web-Korpus WaCKy (Varietäten des Neuhochdeutschen) In zahlreichen praktischen Übungen anhand konkreter Fallstudien lernen wir die Abfragesyntax der unterschiedlichen Korpusabfragesysteme sowie deren Exportmöglichkeiten kennen und diskutieren best practice-Prinzipien für die Annotation von Sprachdaten. Auch lernen wir grundlegende Methoden zur statistischen und explorativen Auswertung der so gewonnenen Daten kennen. Weiterhin wird erörtert, was bei der Zusammenstellung eigener Korpora zu beachten ist. Literaturempfehlungen: Lemnitzer, Lothar & Heike Zinsmeister. 2015. Korpuslinguistik. Eine Einführung. 3. Aufl. Tübingen: Narr. Scherer, Carmen. 2006. Korpuslinguistik.(Kurze Einführungen in Die Germanistische Linguistik, 2). Heidelberg: Winter. Germanistisches Seminar Universität Siegen WiSe 2016/17 Hartmann Stefan