Uni-Siegen
14. März 2017Kriege Seuchen und Wunder Geschichtsschreibung und Legendenbildung im Frühmittelalter
Das späte 6. Jahrhundert ist im Abendland gekennzeichnet durch eine Reihe katastrophaler Ereignisse, die wichtige kulturhistorische Entwicklungen des Mittelalters einleiteten: Die Langobarden fielen in Italien ein und bedrohten das Frankenreich, die Pest und andere Seuchen forderten eine unermessliche Zahl an...
Erstelle deinen persönlichen Lernplan
Wir helfen dir, diesen Kurs optimal vorzubereiten — mit einem individuellen Lernplan, Tipps und passenden Ressourcen.
Jetzt Lernplan erstellenDas späte 6. Jahrhundert ist im Abendland gekennzeichnet durch eine Reihe katastrophaler Ereignisse, die wichtige kulturhistorische Entwicklungen des Mittelalters einleiteten: Die Langobarden fielen in Italien ein und bedrohten das Frankenreich, die Pest und andere Seuchen forderten eine unermessliche Zahl an Opfern in ganz Europa, Klimaveränderungen und Naturkatastrophen taten ihr Übriges. Auf kirchlicher Seite wurde die Endzeiterwartung als geschichtstheologisches Erklärungsmodell vorherrschend. Hiermit verbunden war eine Ausweitung des Heiligen- und Reliquienkultes sowie Massenmissionierungen in Italien, England und dem Frankenreich.
Vor diesem Hintergrund ist die Geschichtsschreibung des Frühmittelalters zu betrachten, welche nicht mehr in weltlichen, sondern vorwiegend in Klerikerkreisen gepflegt wurde. Wundererzählungen und Heiligenlegenden fanden als historische Fakten Eingang in die Geschichtsschreibung wie es besonders bei Gregor von Tours zu beobachten ist. Umgekehrt wurden Heiligenviten im Frühmittelalter als ‚historiae' bezeichnet.
Wie sind die historischen Quellen dieser Zeit zu bewerten? Welche Funktionen übernahmen Geschichtsschreibung und Wundererzählungen im Frühmittelalter? Wie können historische Erkenntnisse aus Wundererzählungen, Heiligenviten und anderen literarischen Quellen gewonnen werden? Diese Fragen sollen unter Einbeziehung relevanter politischer, religiöser und sozialer Aspekte der Zeit anhand von ausgesuchten Quellenbeispielen erörtert werden.
Desweiteren dient die Veranstaltung zur Vermittlung von Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens, wie dem Bibliographieren und der Auswertung von wissenschaftlicher Literatur, der Vorbereitung und Präsentation von Referaten sowie der Verfassung von Hausarbeiten.
Eine Literaturliste wird in der ersten Sitzung verteilt.
Religiöse Orden im Mittelalter
2 KP können durch regelmäßige, aktive Teilnahme und die Übernahme eines Referats erworben werden,
3 KP durch die zusätzliche Ausarbeitung (8-10 Seiten) des Referats,
4 KP durch regelmäßige Teilnahme, Referat und Hausarbeit (ca. 15 Seiten).
Universität Siegen
WiSe 2010/11
Geschichte (Ergänzungsfach), Bachelor Kern-/Ergänzung, PO 2003
Geschichte, LA Gymnasium / Gesamt, PO 2004
Herrschaft und Politik im Hochmittelalter am Beispiel der Staufer