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Uni-Siegen
14. März 2017

Le théâtre français du 17e au 21e siècle Molière Hugo Sartre Reza

Frankreich kann auf eine reichhaltige und einflussreiche Theatergeschichte zurück­blicken. Als Ausgangspunkt dient das Siècle de Louis XIV, d.h. das Zeitalter der französischen Klassik, dessen Rückbesinnung auf antike Regelpoetiken und stark reglementierte Kultur- und Sprachpolitik die Theaterproduktion stark beeinflusste. An diesem...

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Frankreich kann auf eine reichhaltige und einflussreiche Theatergeschichte zurück­blicken. Als Ausgangspunkt dient das Siècle de Louis XIV, d.h. das Zeitalter der französischen Klassik, dessen Rückbesinnung auf antike Regelpoetiken und stark reglementierte Kultur- und Sprachpolitik die Theaterproduktion stark beeinflusste. An diesem extrem normativen Theatermodell, für das die Namen Racine (Tragödie) und Moliére (Komödie) repräsentativ sind, arbeiten sich die Nachfolgegenerationen des französischen Theaters ab bis ins 19. Jahrhundert hinein. Erst mit dem romantischen, d.h. anti-klassischen Theater erfolgt die endgültige Absage an die -doctrine classique- – dies geschieht nicht zufällig im Schatten des Siegeszuges der Gattung Roman, der das Theater in der Hierarchie der Gattungen vom Thron stößt. Victor Hugos programmatischer Text -La préface de Cromwell- fordert genau diese Abkehr des Theaters vom klassischen Regelkatalog. Die Freiheit in der Form setzt sich seitdem in der Gattung des Theaters fort – hiervon zeugt insbesondere das Avantgarde-Theater des beginnenden 20. Jahrhunderts mit allerlei Experimenten und Parodien, so z.B. Jarrys -Ubu Roi- und dessen Nachfolgestücke. Mit dem Theater des Existenzialismus (vor allem Sartre und Camus) setzt eine teilweise Rückkehr zu antiken Stoffen und Formen ein. Wie in der Antike soll der Mensch in seinem ganzen Dasein und dessen Tragik im Mittelpunkt des Geschehens sein. Allerdings fehlt bei den Existenzialisten der Bezug auf die Welt der Götter als lenkende Instanz. In der Gegenwart schließlich feiert die Autorin Yasmina Reza mit ihren gesellschaftskritischen Boulevardkomödien die größten Erfolge weltweit. Gerade erst wurde ihr vielbeachtetes jüngstes Stück -Le Dieu du carnage- von Roman Polanski mit großem Erfolg auf die Kinoleinwand gebracht. Dieser Geschichte des französischen Theaters soll im Seminar exemplarisch an vier Texten nachgespürt werden. Diese sind: • Molière: Le malade imaginaire • Hugo: Hernani • Sartre: Huis clos • Reza: Le dieu du carnage Bemerkung Das Seminar ist gekoppelt an das fachdidaktische Hauptseminar Theater im Französischunterricht (Abendroth-Timmer, Di 8-10h) und richtet sich daher primär an Lehramtsstudierende. Es kann jedoch auch von LKM-Studierenden als Einzelseminar besucht werden. Zu den Bestandteilen des Seminars gehören ein 4-stündiger theaterpädagogischer Workshop sowie ein Theaterbesuch in Köln (Termine werden noch bekannt gegeben). Die Texte werden ausschließlich im französischen Original gelesen und die Seminarsprache wird überwiegend französisch sein. Weitere Informationen entnehmen Sie dem Kommentar der Veranstaltung von Frau Abendroth-Timmer. Romanistik - Romanische und allgemeine Literaturwissenschaft Universität Siegen SoSe 2012 Jun.-Prof. Dr. Schuhen Gregor Jun