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Uni-Hannover
14. März 2017

Literatur und Illustration

Seit Lessings Laokoon ist die Debatte über die »Grenzen der Malerei und Poesie« bzw. den ästhetischen Grundsatz ›ut pictura poesis‹ lebendig. Fragen der Bildbeschreibung (Ekphrasis), der Bildwahrnehmung oder der Visual Culture (z.B. Jonathan Crary, Techniques of the Observer) bestimmen seit...

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Seit Lessings Laokoon ist die Debatte über die »Grenzen der Malerei und Poesie« bzw. den ästhetischen Grundsatz ›ut pictura poesis‹ lebendig. Fragen der Bildbeschreibung (Ekphrasis), der Bildwahrnehmung oder der Visual Culture (z.B. Jonathan Crary, Techniques of the Observer) bestimmen seit geraumer Zeit kulturwissenschaftliche Diskussionen. Die Literaturillustration fand demgegenüber geringere Beachtung, als illustratives Beiwerk und vermeintlich konventio­nelles künstlerisches Genre wurde sie oft abgetan oder übergangen. Inzwischen erfährt sie neue Aufmerksamkeit: Die Erforschung von Bildgeschichten (z.B. Wilhelm Busch) und Comics erweist Wechselwirkungen zwischen Bild- und Textstrecken und zielt damit auf mediale Gemeinsamkeiten; Embleme erscheinen auch nach Abflauen der barocken Mode als sprachlich gestaltete Illustrationen in Texten, etwa bei Kleist oder Goethe; Autoren wie E.T.A. Hoffmann, die eigene und fremde Werke illustrieren oder z.B. in »Callots Manier« gestalten, erregen Aufmerksamkeit; in der Theaterwissenschaft zeichnet sich eine neue Sensibilität für das Zusammenspiel von Dramen, Szenenbildern und kommentierten Illustrationen ab; aus dem Genre ausführlicher Erklärungen von Kupfer­stichen (etwa bei Lichtenberg) lassen sich rhetorische und ikonogra­phische Argumen­tationsstrategien vergleichen; piktoriales Erzählen erscheint als Versuch, Bildkunst sprachlich nachzubilden, oder es lassen sich Anspielungen auf Kunstwerke in der literarischen Moderne beobachten (Schnitzler, Hofmannsthal, Rilke, Th. Mann etc.). – Wie üblich werden in dem Forschungskolloquium etwa fünf Gastvorträge durch eigene Lektüren der Teilnehmer/innen vorbereitet und flankiert. Deutsch, Master LbS Universität Hannover SoSe 2015 Deutsch, Bachelor Tech. Edu. Prof. Dr. phil. Ko 353 enina Alexander phil