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Uni-Hannover
14. März 2017

Ludwig Tieck 8211 8222 König der Romantik 8220

Ludwig Tieck (1773-1853), großgeworden in der Berliner Spätaufklärung, avancierte um 1800 rasch zum Star-Dichter der Romantik. Während die Brüder Schlegel, Schelling, Novalis und Schleiermacher vor allem theoretische Schriften zur neuartigen progressiven Universalpoesie verfassten, setzte Tieck, das -Wunderkind der Sinnlosigkeit- (Arno...

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Ludwig Tieck (1773-1853), großgeworden in der Berliner Spätaufklärung, avancierte um 1800 rasch zum Star-Dichter der Romantik. Während die Brüder Schlegel, Schelling, Novalis und Schleiermacher vor allem theoretische Schriften zur neuartigen progressiven Universalpoesie verfassten, setzte Tieck, das -Wunderkind der Sinnlosigkeit- (Arno Schmidt), dieses Programm in die Tat um und entwarf Märchen, Dramen, Romane und Gedichte, schillernd zwischen Traum und Wahnsinn, Wunderbarem und Alltäglichem, Mystik und Ironie. Und auch in seinen späten Lebensjahren, als schon ganz andere Strömungen die literarische Landschaft beherrschten, schrieb er weiter am romantischen Konzept, nun jedoch unter Hinzunahme literarhistorischer Themenfelder. Von Friedrich Hebbel zum -König der Romantik- gekrönt, hatte er zum Schluss seines Lebens fast nur noch einen, allerdings ebenfalls königlichen Anhänger: den preußischen Herrscher Friedrich Wilhelm IV. Im Seminar sollen zentrale Texte von Tieck gelesen werden, angefangen bei seinen frühen Aufklärungssatiren und dem düsteren -William Lovell- über Hochschriften der Romantik wie den Künstlerroman -Franz Sternbalds Wanderungen- und die -Phantasus--Märchen (Der blonde Eckbert, Der Runenberg, Die Elfen) bis hin zu seinem novellistischen Spätwerk. Berücksichtigt wird auch seine kongeniale Übersetzertätigkeit am Werk Shakespeares und Cervantes‘. Widersprüchlich und mit Improvisationstalent sowie vielfachen Begabungen ausgezeichnet, tritt uns Ludwig Tieck als Zeuge und Spiegelbild der gesamten -Kunstperiode- (Heinrich Heine) entgegen, dessen Zeit er entscheidend prägte und repräsentierte. Für die Studienleistung ist die Mitgestaltung einer Sitzung (z.B. in Form von Impulsreferat, Thesenpapier/Handout, Moderation) erforderlich, für die Prüfungsleistung die Anfertigung einer wissenschaftlichen Hausarbeit im in der jeweiligen Prüfungsordnung festgelegten Umfang. Ein Reader wird bereitgestellt. Zur Einführung: Claudia Stockinger und Stefan Scherer (Hrsg.): Ludwig Tieck. Leben – Werk – Wirkung. Berlin und New York: de Gruyter 2011. Deutsch, Master LbS Teilnehmerzahl: 25. Universität Hannover SoSe 2015 Deutsch, Bachelor Tech. Edu. Dr. Antoine Annette