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Uni-Düsseldorf
14. März 2017

Master Hauptseminar Liebe More than a feeling Love a short history

In romantischen Filmen scheint die Liebe ein eindeutiges Gefühl zu sein. Wenn sie kommt ist alles anders und häufig gibt es nur das eine Objekt der Liebe. In diesen Deutungen scheint Liebe zu allen Zeiten gleich gewesen zu sein. Doch...

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In romantischen Filmen scheint die Liebe ein eindeutiges Gefühl zu sein. Wenn sie kommt ist alles anders und häufig gibt es nur das eine Objekt der Liebe. In diesen Deutungen scheint Liebe zu allen Zeiten gleich gewesen zu sein. Doch möglicherweise haben wir das Gefühl der romantischen Liebe erst in der Neuzeit -erlernt”. Wie Liebesgefühle in historischer Perspektive beschrieben wurden, was jeweils unter Liebe verstanden wurden und wie sich ihre Objekte verändert haben, diese Fragen sollen im Seminar behandelt werden. In sozialhistorischer Perspektive kann Liebe als eine Vorform des Sozialsystems Familie verstanden werden, dem grundlegende gesellschaftliche Funktionen zukommen (nämlich Reproduktion und Sozialisation). Ausgehend vom Wandel des Heiratsverhaltens (Heiratsalter, Zölibatsquote) und der Fertilität (Kinderzahl, Geburtenabstände) beschäftigt sich das Seminar mit der Entstehung der bürgerlichen Ehe und der Liebesheirat und der Geschichte der Sexualität von der Industrialisierung bis in die Gegenwart. Eingeordnet wird das Thema in gesellschaftliche Strömungen (etwa Emanzipation; Verhütungsmöglichkeiten). Die partnerschaftliche Liebe wird im Vordergrund stehen, wobei auch die Geschichte der gleichgeschlechtlichen Partnerschaften dazu gehört. Ebenso wie juristische Festlegungen (z. B. §175) geben auch die wissenschaftshistorischen Perspektiven auf die Liebe (z.B. der Liebeswahn oder die Liebe als biochemischer Prozess) einen Einblick in den konstruktiven Charakter dieses Gefühls. Daneben können aber auch andere Beziehungen wie etwa Elternliebe thematisiert werden. Literatur: Philippe Ariès et al., Die Masken des Begehrens und die Metamorphosen der Sinnlichkeit, Frankfurt a.M. 1984. Joseph Ehmer, Bevölkerungsgeschichte und historische Demographie 1800–2000, München 2004. Sybille Steinbacher, Wie der Sex nach Deutschland kam. Der Kampf um Sittlichkeit und Anstand in der frühen Bundesrepublik. München 2011. Dagmar Herzog, Sexuality in Europe: A Twentieth Century History, Cambrigde 2011. Monica Wienfort, Verliebt, verlobt, verheiratet: eine Geschichte der Ehe seit der Romantik, München 2014. Bernhard Rathmayr,Geschichte der Liebe : Wandlungen der Geschlechterbeziehungen in der abendländischen Kultur, Paderborn 2016. Fehlemann, Silke Universität Düsseldorf SoSe 2016 Prof.Dr. Vögele Jörg Peter