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Uni-München
14. März 2017

Masterseminar Cultural Linguistics

Die seit den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts deutlich zunehmende ‘Semantisierung der Sprachwissenschaften’ ist gegründet im ‘Erfolg’ von den konzeptuellen Bereich pointierenden, kognitivistischen Betrachtungsweisen zur Sprache, wie sie sich in Konkurrenz zu eher syntaktisch orientierten kognitivistischen Strömung im Gefolge des...

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Die seit den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts deutlich zunehmende ‘Semantisierung der Sprachwissenschaften’ ist gegründet im ‘Erfolg’ von den konzeptuellen Bereich pointierenden, kognitivistischen Betrachtungsweisen zur Sprache, wie sie sich in Konkurrenz zu eher syntaktisch orientierten kognitivistischen Strömung im Gefolge des -Chomsky-Paradigmas- ausgeprägt haben. Zur Interpretation der in Sprachen beobachteten Partikularien griffen manche Varianten der kognitiv en Linguistik auf Parameter und Modelle der Ethnologie, Ethnolinguistik in weitesten Sinne des Begriffs) und methodisch (vor allem in soziologischer Hinsicht) auf die Ethnomethodologie zurück und zeigten damit eine Rückbindung auch an Hypothesen über den Nexus von Sprache und Kultur. Eine der zentralen Thesen beinhaltet die Vermutung, dass sprachlich ausgedrückte Konzeptbildungen in Lexikon und Grammatik (vielleicht auch in der Phonologie) sowie die diese verkörpernde Sprachpraxis (in unterschiedlichem Maße) durch die soziokulturellen Traditionen einer Sprechergemeinschaft gesteuert und fixiert werden. Damit wird vermehrt der Frage Aufmerksamkeit geschenkt, inwieweit sprachliche Einheiten nicht nur Symbole enzyklopädischen und diskursiven Wissens sind, sondern episodisches Wissen, Welt- und Handlungswissen reäsentieren, die über entsprechende soziokulturelle Frames und Skripts verarbeitet werden. Allerdings gilt es, den Bezugsrahmen für die Signifié-Ebene sprachlicher Zeichen (etwa ‘Kultur’) genauer zu definieren und an entsprechende Traditionen der Kulturwissenschaften anzubinden. Das Seminar Cultural Linguistics verfolgt im Lichte des oben Gesagten vor allem zwei Ziele: Zum einen sollen aktuelle Grundpositionen zu den Dimensionen ‘Kultur’ und ‘Gesellschaft’ erarbeitet werden, um die linguistische Argumentation an die entsprechenden kulturwissenschaftlichen und soziologischen Positionen anzubinden. Dabei geht es auch darum, den Sprachbegriff in eben diesen Traditionen zu fixieren und mittels der linguistischen Begrifflichkeit von ‘Sprache’ zu evaluieren. In einem zweiten Schritt sollen dann ausgewählte sprachliche Verfahren (vor allem aus Grammatik und Lexikon) heran gezogen werden um die Perspektiven einer ‘Cultural Linguistics’ genauer abzustecken und diese von allzu voreiligen, quasi volkslinguistischen und bisweilen gar moralisierenden Hypothesenbildungen zur Beziehung von Sprache und Kultur abzugrenzen. C3-Professur für Allgemeine Sprachwissenschaft (Univ. Prof. Dr. Wolfgang Schulze) MA CCL (P 8): Das Seminar wird zusammen mit P 8.2 (Kognitive Linguistik) abgeprüft. Prüfungsformen: Hausarbeit (88.000 - 112.000 Zeichen) oder Projektstudie (120 Stunden). Die Wahl der Prüfungsform liegt beim Dozenten. bestanden / nicht bestanden. 12 ECTS. MA-Profilbereich (WP CCL 3): Das Seminar wird zusammen mit WP CCL 3.2 (Kognitive Linguistik) abgeprüft. Prüfungsformen: Hausarbeit (88.000 - 112.000 Zeichen) oder Projektstudie (120 Stunden). Die Wahl der Prüfungsform liegt beim Dozenten. bestanden / nicht bestanden. 12 ECTS. LMU München WiSe 1617 Prof.Dr. Schulze Wolfgang