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Uni-München
14. März 2017

Masterseminar Kognitive Linguistik

Die kognitive Linguistik beschäftigt sich mit der Frage, in welchem Umfang die Bildung und der Gebrauch sprachlicher Zeichen durch kognitive Prozesse gesteuert sind, wobei unter

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Die kognitive Linguistik beschäftigt sich mit der Frage, in welchem Umfang die Bildung und der Gebrauch sprachlicher Zeichen durch kognitive Prozesse gesteuert sind, wobei unter 'Kognition' vor allem die funktionale Dimension des neuralen Systems verstanden wird, wie es im humanen Großhirn operiert. Dabei wird angenommen, dass die Strukturen und Prozeduren der Kognition die Bildung und Verarbeitung von Konzepten konditionieren, die der Mensch zur 'Abbildung' von Objekten der Welt, der damit verbundenen Prozesse ebenso wie zur Abbildung von kognitiven 'Zuständen' des Individuums selbst (e.g. Emotionen) konstruiert. Sprache wird in diesem Sinne verstanden als symbolisches System, das diese Art von Konzepten (Vorstellungen) mit erlernten Mustern der Artikulation verbindet, wodurch diese Konzepte kommunizierbar werden. Grundsätzlich wird vermutet, dass die Konzeptbildung immer im Zusammenhang steht mit der sprachlichen Praxis, d.h. dass sie sich als sprachliche Formen immer in Äußerungen (Sätzen) darstellen. Damit ist zugleich gesagt, dass die kognitive Linguistik nicht (nur) auf die Untersuchung von einzelnen sprachlichen Zeichen (etwa Wörter) abzeilt, sondern ebenso die Grammatik einer Sprache zum Gegenstand hat (cognitive grammar), die die konzeptuelle Ebene der Satzorganisation ebenso (mit) bedingt wie die in Äußerungen enthaltenen Bezüge zum Wissenszustand des Sprechers (etwa Gedächtnis). Die Frage nach der kognitiven Motivation der in sprachlichen Zeichen repräsentierten Konzeptbildung beinhaltet weiterhin Bezüge auf kognitive Verfahren der konzeptuellen Assoziation, etwa der Metaphernbildung, auf den Zugriff auf die Grunderfahrungen menschlicher Prozesse (z.B. Verkörperung oder embodiment) und auf Mechanismen der Wahrnehmung. Die Gesamtheit dieser Prozesse wird auch dahingehend untersucht, inwieweit einzelsprachlich bestimmte Typen zu beobachten sind, die als konzeptuelle Räume (conceptual metaphors) einer Sprechergemeinschaft beschrieben werden können. Hier bindet sich die kognitive Linguistik direkt an Hypothesen der Cultural Linguistics an. In der Veranstaltung sollen zunächst wesentliche Momente der kognitiven Linguistik nachgezeichnet werden, wobei zunächst universelle Parameter der Konzeptbildung heraus gearbeitet werden sollen, bevor dann einzelsprachliche Phänomene entsprechend interpretiert werden. Dabei werden Aspekte der kognitiven Semantik lexikalischer Formen ebenso angesprochen wie die Grundelemente einer kognitiven Grammatik. Ziel der Veranstaltung ist es, die Analyse der kognitiv-linguistischen Dimension zur Erklärung sprachlicher Zeichen anhand einer Vielzahl von einzelsprachlichen Beispielen einzuüben und argumentativ abzusichern. C3-Professur für Allgemeine Sprachwissenschaft (Univ. Prof. Dr. Wolfgang Schulze) MA CCL (P 8): Das Seminar wird zusammen mit P 8.1 (Cultural Linguistics) abgeprüft. Prüfungsformen: Hausarbeit (88.000 - 112.000 Zeichen) oder Projektstudie (120 Stunden). Die Wahl der Prüfungsform liegt beim Dozenten. bestanden / nicht bestanden. 12 ECTS. MA-Profilbereich (WP CCL 3): Das Seminar wird zusammen mit WP CCL 3.1 (Cultural Linguistics) abgeprüft. Prüfungsformen: Hausarbeit (88.000 - 112.000 Zeichen) oder Projektstudie (120 Stunden). Die Wahl der Prüfungsform liegt beim Dozenten. bestanden / nicht bestanden. 12 ECTS. LMU München WiSe 1617 Prof.Dr. Schulze Wolfgang