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14. März 2017Medienöffentlichkeit und politische Konflikte in Bolivien
Das Kompaktseminar beschäftigt sich mit der Politischen Ökonomie der Medien in Bolivien. Damit ist gemeint, dass wir uns einerseits einen Überblick über das politische System als auch über die Akteure und wesentlichen Konfliktlinien verschaffen. Andererseits geht es um eine Analyse...
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Jetzt Lernplan erstellenDas Kompaktseminar beschäftigt sich mit der Politischen Ökonomie der Medien in Bolivien. Damit ist gemeint, dass wir uns einerseits einen Überblick über das politische System als auch über die Akteure und wesentlichen Konfliktlinien verschaffen. Andererseits geht es um eine Analyse des Mediensystems, im speziellen um Medienbesitzverhältnisse und die Charakterisierung der Medienöffentlichkeit.
Bolivien eignet sich zur Einzelfallanalyse besonders deshalb, weil wir es seit dem Jahr 2000 mit immer wieder kehrenden Aufständen von sozialen Bewegungen zu tun haben, die zu einer permanenten politischen Instabilität bis zum heutigen Tag geführt haben. Bolivien erlebt im Moment eine Polarisierung zwischen sich zwei diametral entgegen stehenden Interessengruppen: Zum einen finden wir die weiße Unternehmerelite überwiegend in den Tieflandregionen (-media luna-) und zum anderen die Indígenas im Andenraum, die ca. 65 % der Bevölkerung ausmachen. Folglich haben wir es in Bolivien mit einem pluriethnischen Staat zu tun, in dem völlig unterschiedliche Vorstellungen von Nation, Territorialität und Wirtschaft koexistieren.
Das Projektseminar besteht aus zwei wesentlichen Strängen, die von verschiedenen Arbeitsgruppen bearbeitet werden:
1.) Die erste Gruppe setzt sich mit der Analyse des politischen und medialen Systems auseinander.
2.) Die zweite Gruppe wird sich mit der empirischen Analyse der Presseberichterstattung zu ausgewählten Konflikten befassen. Nach der Erarbeitung eines gemeinsamen Kategoriensystems und der Einführung in die Medien-Frame-Analyse werden die Studierenden mit der Software Atlas.ti zur qualitativen Datenauswertung vertraut gemacht. In Einzelarbeit werden dann die Presseartikel codiert und ausgewertet.
Am Ende werden beide Stränge zusammen geführt, um Hypothesen zu erarbeiten, die Aussagen über den Zusammenhang zwischen den politischen und gesellschaftlichen Machtverhältnissen des Landes und der Medienberichterstattung zulassen. Damit setzen sich die Studierenden mit der konkreten Forschungspraxis auseinander. Es werden neben der theoretischen Fundierung Methodenkenntnisse und die computergestützte Datenanalyse erlernt. Das empirische Material wird vom Dozenten zur Verfügung gestellt. Zur Datenanalyse am Computer wird der ZIP-Pool des Faches Sozialwissenschaft zur Verfügung stehen.
Jäger, Thomas (Hg.) (2009): Bolivien. Staatszerfall als Kollateralschaden. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften. (Online-Ressource)
Bopp, Franziska (Hg) (2006): Bolivien. Neue Wege und alte Gegensätze. Berlin: wvb.
Politikwissenschaft - Politische Systeme und vergleichende Politikwissenschaft
Grundvoraussetzung zur Teilnahme am Seminar sind gute bis sehr gute Spanischkenntnisse. Das bedeutet, dass ausreichende Sprachkenntnisse entweder durch einen Auslandsaufenthalt oder durch mehrere Sprachkurse an der Universität/Schule erworben wurden. Zwar wird die Seminarsprache deutsch sein, jedoch werden sowohl die Texte als auch die empirischen Daten ausschließlich auf spanisch vorliegen.
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Hetzer Andreas