Uni-Hannover
14. März 2017Monologe
Beim Monolog handelt es sich um eine zentrale dramatische Technik, die sich von der antiken Tragödie bis in zeitgenössische Theatertexte nachverfolgen lässt. Der Monolog als eine Form des Selbstgesprächs weist im Drama jedoch auch dialogische Komponenten auf, sei es als...
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Jetzt Lernplan erstellenBeim Monolog handelt es sich um eine zentrale dramatische Technik, die sich von der antiken Tragödie bis in zeitgenössische Theatertexte nachverfolgen lässt. Der Monolog als eine Form des Selbstgesprächs weist im Drama jedoch auch dialogische Komponenten auf, sei es als Auseinandersetzung mit dem Chor in der antiken Tragödie oder als immer auch implizit vorhandenes ‚Dialogisieren‘ mit dem Publikum, beispielsweise beim Beiseitesprechen. Monologe bilden eine gehaltvolle ‚Pause‘ im dramatischen Ablauf, sie dienen ebenso der Reflexion in Form des ‚Gedankenmonologs‘ wie der Charakterzeichnung zentraler Figuren und tragen maßgeblich zur Erzeugung dramatischer Spannung bei. Das Seminar erschließt ausgewählte Theatertexte von der Antike bis zur Gegenwart in gemeinsamer Diskussion über ihre zentralen Monologe. Im Zentrum stehen folgende Fragen: Welche Funktion erfüllt der Monolog im dramatischen Gefüge? Wer ist als Gegenüber des Monologs ‚angesprochen‘? Welche Rolle fällt dem Publikum beim Monologisieren der Figuren zu?
Sophokles’ Antigone (442 v. Chr.), William Shakespeares Hamlet (1603), Gotthold Ephraim Lessings Emilia Galotti (1772), Johann Wolfgang von Goethes Iphigenie auf Tauris (1787) und Heinrich von Kleists Penthesilea (1808) werden ausgehend von ihren zentralen Monologen gemeinsam analysiert und mit Textpassagen kontrastiert, welche die Form des Monologs weiter reflektieren, wie dies beispielsweise in Samuel Becketts Endspiel (1957), Thomas Bernhards Minetti (1976), Heiner Müllers Der Auftrag (1979) und Elfriede Jelineks ‚Sprachflächen‘ in Ein Sportstück (1998) der Fall ist.
Die Primärliteratur wird elektronisch mittels Stud-IP zur Verfügung gestellt und ein Semesterapparat wird eingerichtet.
Clemen, Wolfgang: Shakespeares Monologe. Ein Zugang zu seiner dramatischen Kunst. Erw. Neufassung. München: Piper 1985.
von Matt, Peter: Der Monolog. In: Beiträge zur Poetik des Dramas. Hrsg. v. Werner Keller. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft 1976, S. 71-90.
Schadewaldt, Wolfgang: Monolog und Selbstgespräch. Untersuchungen zur Formgeschichte der griechischen Tragödie. 2. unveränderte Aufl. Berlin, Zürich u. Dublin: Weidmann 1966.
Spambalg, Eva u. Uwe Berend: 101 Monologe. Zum Vorsprechen, Studieren und kennenlernen. Berlin: Henschel 2002.
Darstellendes Spiel, Bachelor (fachübergr.)
Teilnehmerzahl: 30.
Universität Hannover
SoSe 2016
Deutsch, Bachelor (fachübergr.)
Dr.
Nitschmann Till