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Uni-Siegen
14. März 2017

Musikfernsehen online offline

Gegenstand/Lernziel: Klingeltöne, Real-Music-Tones, Videotones, nicht-musikzentrierte Shows (z.B. Parental Control; Pimp my Ride oder Klaas

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Gegenstand/Lernziel: Klingeltöne, Real-Music-Tones, Videotones, nicht-musikzentrierte Shows (z.B. Parental Control; Pimp my Ride oder Klaas' Wochenshow) und Serien (etwa American Dad; Big Brother oder Pimp my Ride) - seit einigen Jahren und speziell seit der Vereinigung unter dem Dach der Viacom (2004) lässt sich an diesen und zahlreichen anderen Phänomenen ein Strukturwandel im deutschen Musikfernsehen, d.h. bei MTV Germany und VIVA, beobachten. Das Musikfernsehen ist ursprünglich mit dem Anspruch angetreten, Popmusik im Medium Musikvideo, also durch Kurzfilme, die ein Musikstück filmisch umsetzen, zu visualisieren, dem Fernsehen ein neues Mediengenre hinzuzufügen, das traditionelle TV-Sehgewohnheiten dekontextualisieren sollte. Rückblickend kann behauptet werden, dass seit den 1980er Jahren bei MTV und ausgehend von MTV, ein visueller Stil in den Mittelpunkt der Produktion rückt. Sender und Sendungen erhalten durch eine aufwendige Bildgestaltung eine Identität. Hier entwickelte sich ein neues Verhältnis des Fernsehens zu seinen Bildern, die lange gegenüber den Inhalten nur zweitrangig waren. Zugleich ging es im Kontext der Gründung des Musikfernsehens darum, der Musikindustrie einen neuen Absatzmarkt sowie alternative Inszenierungsplattformen zu schaffen. Nicht nur die Entstehung des Musikfernsehens und die Interaktion zwischen Musikindustrie und Musikfernsehen sind ökonomisch bedingt, sondern auch die Identitätspolitik der Sender, die darauf abzielt, eine Marke zu etablieren, die unabhängig vom Programm funktioniert und kulturelle Identität stiftet bzw. Orientierungsrahmen für jugendliches Sinnbasteln und Weltaneignung vermittelt. Nach der Erfolgsgeschichte des Musikfernsehens und seinem Einzug in die alltägliche Mediennutzung verschwinden gegenwärtig zunehmend musikalische Medienangebote zugunsten von Klingeltonwerbung, nicht-musikzentrierten Serien und Shows. Im Seminar wird die Geschichte des Musikfernsehens, das Medium Videoclip, der Strukturwandel (speziell im deutschen) Musikfernsehen, seine Bedeutung für die gesellschaftliche Wirklichkeit von Medienmusik und Musikmedien, seinen Auswirkungen für die Musikindustrie und das Musikfernsehen sowie der gegenwärtige Boom von Internet-Musikfernsehsendern (theoretisch und empirisch) behandelt. Basisliteratur: Ein virtueller Reader mit allen Texten, die im Seminar behandelt werden, sowie weiteren Seminarunterlagen, werden auf Moodle zur Verfügung gestellt. Medienwissenschaft, Bachelor, PO 2006 Universität Siegen WiSe 2010/11 Sozialwissenschaften, Medienwissenschaft, Bachelor, PO 2008 Medienwissenschaft Dr. Kleiner Marcus S