Uni-München
14. März 2017n Alterität Fremde sind wir uns selbst
Das kulturologisch orientierte Seminar macht aufmerksam auf Fragen der Identität aus der Sicht der Andersartigkeit. In seinen Fokus werden vor allem Aspekte der Selbstbestimmung reziprok mit der Fremdbestimmung behandelt. Dies setzt eine Konfrontation mit der literarischen Imagologie und ihren Aufgaben...
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Jetzt Lernplan erstellenDas kulturologisch orientierte Seminar macht aufmerksam auf Fragen der Identität aus der Sicht der Andersartigkeit. In seinen Fokus werden vor allem Aspekte der Selbstbestimmung reziprok mit der Fremdbestimmung behandelt. Dies setzt eine Konfrontation mit der literarischen Imagologie und ihren Aufgaben innerhalb der literarischen Komparatistik voraus. Parallel dazu wird die Bewegung von einer Völkerpsychologie zur Entdeckung der Alterität und ihre Rolle in der Identitätsbildung am Beispiel der slavischen Literaturen verdeutlicht.
Da die Alterität in Bezug auf Vergleiche zwischen Authentischem und Angeeignetem zu verstehen ist, wird die Arbeit des Seminars Probleme des Nationaleigenen, die in Konfrontation mit dem Anderen (Adaptation, Einflüsse) entstehen, einschließen. Aber auch die Entfremdung unter den Gleichen kann die Einblicke in die Bildung oder Entwicklung der Identifikation literarisch spannend machen. In diesem Kontext lassen sich vor allem ethische und psychologische Aspekte der Andersartigkeit erkennen und poetologisch analysieren. Die Opposition von Eigen und Fremd soll vor allem als Rezeptionsfaktor in den literarischen Werken gesehen und erläutert werden. Identifikation als Identifizierung eröffnet gleichzeitig das große Feld der Imitation, der Maskierung, der Spiegelung und des Spiels auf der Ebene der Motivik und der Kunstverfahren. Unter diesen Gesichtspunkten werden Werke von M. Kundera, S. Mroek, L. Ulickaja u.a. näher betrachtet.
Einen besonderen Platz in der Veranstaltung wird der Stereotyp des ‚Balkanesischen‘ als Subsumierung von Mentalitätsähnlichkeiten der Balkanslaven einnehmen. Dabei sollen Schwerpunkte wie: Aspekte des Sich-Ein- und Ausschließens sowie Abwehrmechanismen bei den Initiationen des Geistes an der Grenze der Fremdheit (Ju. Kristeva) am Beispiel von Texten I. Andrics , D. Ugrešics, G. Gospodinovs behandelt werden.
Methodologisch ist vorgesehen, dass sowohl literaturwissenschaftliche als auch kulturhistorische und imagologische Gesichtspunkte angewendet werden. Zum Vergleich werden auch Autoren aus den westeuropäischen Literaturen mit einbezogen.
Department II - Griechische und Lateinische, Romanische, Italienische und Slavische Philologie, Sprachen und Kommunikation
BA Slavistik:
Hausarbeit mit 30.000 Zeichen mit Benotung
Sie erhalten 6 ECTS-Punkte.
MA Slavistik:
Thesenpapier (ca. 6000 Zeichen) und Essay (ca. 15000 Zeichen) mit Benotung
B.A.-Nebenfach SLK:
Diese Veranstaltung entspricht in WP 2 dem Kurstyp -Begleitkurs zu Themen der Literaturwissenschaft m/n/o/p- (WP 2.0.14/16/18/20). ODER
Diese Veranstaltung entspricht in WP 4 dem Kurstyp -Begleitkurs zu Themen der Kultur- und Medienwissenschaften m/n/o/p- (WP 4.0.14/16/18/20).
Sie erhalten 3 ECTS, wenn Sie entweder eine Klausur (30-60 Min.) schreiben oder eine mündliche Prüfung (15-30 Min.) ablegen oder ein Thesenpapier (3.000-6.000 Zeichen) oder Übungsaufgaben (3.000-6.000 Zeichen) fertigen. Die Prüfung muss benotet sein. Die Wahl der Prüfungsart liegt beim Dozenten.
LMU München
SoSe 2015
PD Dr.
Kazakova Svetlana