Uni-München
14. März 2017n Farben hören Musik sehen Worte spüren 8211 Synästhesien in Kunst und Literatur
Hauptseminar im Rahmen des Elitestudienganges -Aisthesis. Historische Literatur- und Kunstdiskurse- (Eichstätt / München etc.) auch für Slavisten, Komparatisten u.a. Studierende der LMU der Fakultät für Sprach- und Literaturwissenschaften. Sehen ist ein Wahrnehmungsprozess, in den alle Sinne eingebunden sind und der...
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Jetzt Lernplan erstellenHauptseminar im Rahmen des Elitestudienganges -Aisthesis. Historische Literatur- und Kunstdiskurse- (Eichstätt / München etc.) auch für Slavisten, Komparatisten u.a. Studierende der LMU der Fakultät für Sprach- und Literaturwissenschaften.
Sehen ist ein Wahrnehmungsprozess, in den alle Sinne eingebunden sind und der als Synthese unsere Sicht auf die Welt prägt. Zentral für das Seminar sind Kunstwerke und Überlegungen, die synästhetische und intermediale Eingriffe in den Akt des Sehens bzw. in dessen mediale Vermittlung und Darstellung thematisieren. Welche Rückschlüsse lassen sich aus dem Wechsel der medialen Form auf das Sehen ziehen, welche Rolle spielen erlernte und epistemisch gestützte Sehkonventionen und wie werden sie innerhalb der Kunst wirkungsvoll instrumentalisiert bzw. sabotiert? Unter welchen physiologischen Voraussetzungen und kulturellen Vorgaben erfolgt das ‚Sehen‘? Wie wird darüber in den Künsten bzw. der Literatur reflektiert, in welche historischen Diskurse ist die Schulung des Blicks eingebunden? Welche Rolle spielen dabei die anderen Sinne?
Die innerhalb der Lehrveranstaltung thematisierten Kunstwerke und Texte spannen dabei einen Bogen vom Symbolismus über die Avantgarden bis hin zur Gegenwartskunst, wo die neue Multimedialität zu intermodalen Wahrnehmungsprozessen führt, die mit synästhetischen Phänomenen eng verwandt sind. Überlegungen zur Korrespondenz zwischen den Sinnen führten gegen Ende des 19. Jahrhunderts zu einem verstärkten Interesse an physiologischen Vorgängen und beeinflussten Kunst und Literatur gleichermaßen.
Lichtorgeln, die audition colorée, symbolistische Dichtung (Rimbaud, Baudelaire, Belyj, Blok; später dann Nabokov) oder die Idee des Gesamtkunstwerks (Wagner, Skrjabin) nehmen hier ihren Ausgang. Maler wie Kandinsky oder Mondrian versuchen später musikalische Eindrücke in die abstrakte Malerei zu übertragen (so auch Vertreter der russischen Avantgarde und des Suprematismus), während in der Gegenwartskunst komplexe Installationen auf neuesten neurophysiologischen Erkenntnissen aufbauen und diese unsere Sehgewohnheiten sabotieren lassen (z.B. Kurt Henschläger; Bruce Nauman).
• Adler, Hans: Synästhesie. Interferenz - Transfer - Synthese der Sinne, Würzburg 2002.
• Bacci, Francesca / Melcher, David: Art and the senses, Oxford 2011.
• Der Sinn der Sinne, hrsg. v. Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Redaktion: Claudia Neumann, Göttingen 1998.
• Fingerhut, Joerg / Söffner, Jan / Flach, Sabine (Hg.): Habitus in Habitat III: Synaesthesia and Kinaesthetics, Bern 2011.
• Hansen-Löve, Aage A.: Zum medialen Ort des Verbalen – mit Rückblicken auf russische Medienlandschaften, in: Paech, J. / Schröter, J. (Hg.): Intermedialität analog / digital. Theorien – Methoden – Analysen, München 2008, S. 155-180.8
• Hölz, Karl (Hg.): Sinn und Sinnverständnis, Festschrift für Ludwig Schrader zum 65. Geburtstag, Berlin 1997.
• Intermedialität – Theorie und Praxis eines interdisziplinären Forschungsgebiets, hg. v. Jörg Helbig, Berlin 1998.
• Rajewsky, Irina O.: Intermedialität, Tübingen 2002.
Leistungsnachweis
Master Slavistik WP 8:
Thesenpapier (ca. 6000 Zeichen) und Essay (ca. 15.000 Zeichen)
mit Benotung
Sie erhalten 6 ECTS-Punkte.
Master Slavistik WP 15:
Thesenpapier (ca. 6000 Zeichen) und Hausarbeit (ca. 30000 Zeichen)
mit Benotung
Sie erhalten 6 ECTS-Punkte.
Department II - Griechische und Lateinische, Romanische, Italienische und Slavische Philologie, Sprachen und Kommunikation
Master Slavistik WP 8:
Thesenpapier (ca. 6000 Zeichen) und Essay (ca. 15.000 Zeichen)
mit Benotung
Sie erhalten 6 ECTS-Punkte.
Master Slavistik WP 15:
Thesenpapier (ca. 6000 Zeichen) und Hausarbeit (ca. 30000 Zeichen)
mit Benotung
Sie erhalten 6 ECTS-Punkte.
LMU München
SoSe 2015
Prof. Dr. phil.
Hansen Löve Aage phil