Nachdenken über Gedichte: Deutsche Poetiken des 17 und 18 Jahrhunderts
-Wiewol ich mir von der Deutschen Poeterey / auff ersuchung vornemer Leute / vnd dann zue beßerer fortpflantzung vnserer sprachen / etwas auff zue setzen vorgenommen; bin ich doch solcher gedancken keines weges / das ich vermeine / man könne...
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Jetzt Lernplan erstellen-Wiewol ich mir von der Deutschen Poeterey / auff ersuchung vornemer Leute / vnd dann zue beßerer fortpflantzung vnserer sprachen / etwas auff zue setzen vorgenommen; bin ich doch solcher gedancken keines weges / das ich vermeine / man könne iemanden durch gewisse regeln vnd gesetze zu einem Poeten machen. Es ist auch die Poeterey eher getrieben worden / als man je von derselben art / ampte vnd zuegehör / geschrieben: vnd haben die Gelehrten / was sie in den Poeten (welcher schrifften auß einem Göttlichen antriebe vnd von natur herkommen / wie Plato hin vnd wieder hiervon redet) auffgemercket / nachmals durch richtige verfassungen zuesammen geschlossen / vnd aus vieler tugenden eine kunst gemacht.
- Mit diesen Sätzen beginnt nicht nur Martin Opitz' Vorrede des -Buch von der Deutschen Poetery-, sondern zugleich die Geschichte der deutschsprachigen Poetik, jener Gattung also, die danach fragt, was Dichtung sei und sich immer wieder an Antworten versucht. Im Seminar wird ein Überblick über die Dichtungslehren des 17. und 18. Jahrhunderts geboten. Zunächst sollen die unterschiedlichen Bezüge zu antiken (Aristoteles, Horaz) und humanistischen Poetiken (Scaliger) rekonstruiert und die einschlägigen Barock-Poetiken (Opitz, Harsdörffer, von Birken) analysiert werden. Der zweite Teil des Seminars widmet sich der Literaturkritik der Frühaufklärung (Thomasius, Gottsched, Lessing). Zur Vorbereitung zu lesen: Martin Opitz [1624], Buch von der Deutschen Poeterey. Stuttgart 2002.
Germanistik Universität Duisburg-Essen WiSe 2014/15 Dr. Amslinger Julia