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Uni-Siegen
14. März 2017

Pragmatik und Textlinguistik

Zum Thema Alltagssprachlich verstehen wir unter einem -Text- gewöhnlich ein thematisch zusammenhängendes Stück geschriebener Sprache. Abstracts, Leitartikel, studentische Hausarbeiten und Romane sind gleichermaßen -Texte- in diesem Sinne. Neben den Merkmalen der Schriftlichkeit und der thematischen Integration geht in unseren Alltagsbegriff...

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Zum Thema Alltagssprachlich verstehen wir unter einem -Text- gewöhnlich ein thematisch zusammenhängendes Stück geschriebener Sprache. Abstracts, Leitartikel, studentische Hausarbeiten und Romane sind gleichermaßen -Texte- in diesem Sinne. Neben den Merkmalen der Schriftlichkeit und der thematischen Integration geht in unseren Alltagsbegriff von -Text- meist noch ein, dass es sich um eine sprachliche Einheit handeln sollte, die mehr umfasst als einen Satz. Der sprachwissenschaftliche Textbegriff löst sich jedoch von diesen Beschränkungen und versteht als -Text- eine beliebige Zeicheneinheit in kommunikativer Funktion. So gesehen produziert auch der Sprecher in der Bundesbahn, der -Thank you for travelling with Deutsche Bahn- artikuliert einen Text, obwohl weder Schriftform noch mehr als ein Satz vorliegt. Man kann also von einer ungeheueren Vielfalt von Textarten und Textsorten ausgehen, die gleichermaßen mit unserem kommunikativen Haushalt und mit unserem Wissen zu tun haben. Auch finden wir in Texten routinemäßig andere als sprachliche Zeichen, z.B. Abbildungen, Tabellen, Schemata etc. Texte beziehen sich auf Traditionen und bilden selbst Traditionen und Genres. Unser praktisches Wissen und Können als Produzenten und Rezipienten von Texten umfasst weit mehr als lediglich unser Sprachwissen. Die Veranstaltung soll in die grundlegenden Modelle und Methoden der Analyse von Texten einführen. Veranstaltungsplan [1] Einführung und Überblick: Was ist ein -Text-? [6. April] [2] -Die Kleine hat in die Hose geschissen- - Ein Gespräch [13. April] [3] -Kommunikation- bei Shannon & Weaver (Auer 1999: 7-17) [20. April] [4] -Ausdruck - Appell - Darstellung-, Karl Bühler (Auer 1999: 18-29) [27. April] [5] -Performativ, Sprechakt-, Austin & Searle (Auer 1999: 70-90) [4. Mai] [6] -Konversationsmaximen-, Grice (Auer 1999: 91-102) [11. Mai] [7] -Indexikalität, Reflexivität-, Garfinkel (Auer 1999: 127-135) [25. Mai] [8] -Interaction order-, Goffman (Auer 1999: 148-163) [1. Juni] [9] -Kontextualisierung-, Gumperz (Auer 1999: 164-174) [8. Juni] [10] -Kommunikative Gattungen-, Luckmann (Auer 1999: 175-186) [15. Juni] [11] -Intertextualität-, Bachtin (Auer 1999: 222-231) [22. Juni] [12] -Diskurs-, Foucault (Auer 1999: 232-239) [29. Juni] [13] -Sprachlicher Markt-, Bourdieu (Auer 1999: 240-252) [6. Juli] [13] Abschlussklausur [13. Juli] Adamzik, Kerstin (2004): Textlinguistik. Eine einführende Darstellung. Tübingen: Niemeyer. Auer, Peter (1999): Sprachliche Interaktion. Eine Einführung anhand von 22 Klassikern. Tübingen: Niemeyer. Brinker, Klaus (1985): Linguistische Textanalyse. Eine Einführung in Grundbegriffe und Methoden. Berlin: Erich Schmidt (6. Aufl. 2005). Brinker, Klaus et al., eds. (2000): Text- und Gesprächslinguistik. Ein internationales Handbuch zeitgenössischer Forschung. 1. Halbband. Berlin, New York: de Gruyter. Coseriu, Eugenio (1981): Textlinguistik. Eine Einführung. Tübingen. Habscheid, Stephan (2010): Text und Diskurs. Paderborn: Fink/UTB. Janich, Nina (2008): Textlinguistik 15 Einführungen. Tübingen: Narr. Knobloch, Clemens (1990): -Zum Status und zur Geschichte des Textbegriffes. Eine Skizze.- in: LiLi 77. S. 66-87. Propp, Wladimir (1972): Morphologie des Märchens. München. Germanistik - Sprachwissenschaft I Für diejenigen Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die 2 KP erwerben wollen, wird am Ende des Seminars eine zweistündige Klausur angeboten. Wer mehr KP benötigt, der möge bitte die entsprechende Rubrik in der Teilnehmerliste ankreuzen. Je nach erforderlicher Punktzahl gibt es dann die Möglichkeit, ein Seminarthema vorzubereiten und/oder eine schriftliche Ausarbeitung zu einem Seminarthema bzw. eine Hausarbeit zu übernehmen. Universität Siegen SoSe 2011 Univ.-Prof. Dr. Knobloch Clemens